Dienstag, 6. Februar 2018

Einspruch, Frau Ministerin

Barbara Havliza für schnelle Strafen.
Auch im Privatleben juristisch

"Unsere Kinder bestrafen wir ja auch nicht erst Monate später, wenn sie etwas angestellt haben", sagt heute die neue niedersächsische Justizministerin Barbara Havliza in einem Interview mit "Bild"-Hannover. Einmal davon abgesehen, dass Richterinnen und Richter die Angeklagten wohl kaum so gut kennen oder kennenlernen können wie Eltern ihre Kinder, missfällt mir dieser Satz der 59-Jährigen, die einst Richterin in einem Staatsschutzsenat gewesen ist und eigentlich wissen müsste, dass man manchmal Bürgerinnen und Bürger vor dem Staat ebenso schützen muss wie Kinder vor ihren Eltern.

Wenn Kinder und Eltern sich lieben, können sie auf Strafen gut und gerne auch verzichten. Sollten sie sogar. Angestellt wird schließlich immer irgendetwas. Und Kinder haben wohl nur höchst selten die Möglichkeit, ihre Eltern zu bestrafen. Das würde aber zur Gerechtigkeit gehören. 

Einmal abgesehen davon, dass mir wohl niemand erklären kann, warum so oft Richterinnen und Richter Justizministerinnen und Justizminister werden und andere Berufe für diesen Job kaum infrage kommen, erkennt man an diesem Satz auch das Dilemma von Barbara Havliza. Sie ist so sehr Gefangene ihrer Denkweise, dass sie ihre juristische Denkweise sogar ins Privatleben überträgt.

Die beiden Kinder der neuen niedersächsischen Justizministerin sind inzwischen erwachsen. Und das ist gut so?

Anmerkung: Kurze Zeit habe ich mit dem Gedanken gespielt, auch diese Ministerin mit den Lügen der hannoverschen Staatsanwaltschaft zu konfrontieren, die ich erlebt habe. Aber auch sie würde wahrscheinlich nicht anders reagieren wie ihre Vorgänger. Nämlich gar nicht. Weitere Informationen

  

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