Samstag, 10. Februar 2018

Beim Barte des Propheten

Der prophetische Lyriker Ludwig
Derleth, beschrieben von Thomas Mann.
Der bösartige Sigmar und der stürzende Martin

"Für mich beginnt jetzt eine neue Zeit. Meine kleine Tochter hat mir heute Früh gesagt: ´Du musst jetzt nicht traurig sein, Papa, jetzt hast du doch mehr Zeit mit uns. Das ist doch besser als mit dem Mann mit den Haaren im Gesicht.´" So wird Sigmar Gabriel von den Zeitungen der Funke-Mediengruppe zitiert.

Seit ich diesen Satz gelesen habe, frage ich mich, wie es um den Geisteszustand eines Vaters bestellt sein muss, der die angeblichen Äußerungen seiner fünfjährigen Tochter öffentlich macht, um einen anderen Mann den Medien zum Fraße vorzuwerfen. Merkt der noch etwas?

Beim Barte des Propheten: Diese Geschichte von Thomas Mann über eine Begegnung mit einem Lyriker, der sich zum Propheten berufen fühlt, gehört zur Literaturgeschichte, die Empfindlichkeit von Martin Schulz bei morgendlichen Begegnungen mit seinem Bart im Rasierspiegel gehört zur Wahlkampfgeschichte 2017. Da rasiert man doch nicht nach und schickt auch noch seine Tochter mit dem Rasiermesser vor.

In den Wunden anderer wühlt man nicht herum. Demnächst kommt noch ein Politiker mit dem Satz "Sei froh, dass du den Martin los bist, sagt mein Sohn, du hast Abitur" daher. Man macht doch nicht die Probleme des stürzenden Martin zu den Problemen seiner Kinder. 

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