Sonntag, 6. August 2017

Der Vorleser

Stephan Weil - ein Mann mit Stimme

Die Geschichte geht so: Die Parteien entfernen sich immer mehr von der Realität. Und in Niedersachsen entfernt VW sogar unliebsame Passagen aus einer Rede, die nicht einmal vom Ministerpräsidenten stammt. Sie soll von Stephan Weil nur vorgelesen werden. Was das ist, kann dann wirklich nicht mehr so wichtig sein.

Daraus folgt erst einmal: Fast zwei Jahre später hält Weil das sogar noch für richtig. Es sei damals "um sehr viel gegangen", verteidigt er sich gegen Enthüllungen in der "Bild am Sonntag". Und wenn es wichtig wird, kann man aus Betrügern schon einmal fähige Manager machen, das "zu allem" ist doch von VW nur gestrichen worden.

Daraus schließen soll man: Wenn ich Boss eines Riesenunternehmens wäre, würde ich wahrscheinlich über Politiker wie Stephan Weil auch nur noch lachen. Aber auch als Wählerin oder Wähler kann man die Weils nicht mehr ernst nehmen. Kein Wunder, dass wir alle paare Jahre unsere Stimme abgeben sollen. Ohne Stimme kann man nichts mehr vorlesen.

Und schon braucht man zum Vorlesen solche Leute wie Stephan Weil...Deshalb bestätigt "Bild am Sonntag" dem niedersächsischen Ministerpräsidenten gern, dass er vor knapp zwei Jahren den Vorlesewettbewerb im niedersächsischen Landtag eindeutig - und verdient gewonnen hat. 

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