Samstag, 30. Januar 2016

96 verliert immer besser

Findet jemand diese Sprüche Schaaf?

Die Sprüche nach den Niederlagen der "Roten" mögen einige Schaaf finden, ich nicht, dass 96 angeblich heute in Leverkusen besser verloren hat als vor einer Woche gegen Darmstadt rettet die Mannschaft nicht vor dem Abstieg.

Wie man eine vermeintlich unlösbare Aufgabe löst, zeigen die Handball-Jungs in Polen. Aus der nachlässigen Viertelstunde im ersten Gruppenspiel gegen Spanien haben sie ihre Lehren gezogen. Die Niederlage war nicht, wie die "Bild"-Zeitung heute behauptet, unglücklich, sondern nach der tollen Anfangsphase wegen vieler Leichtsinnsfehler bis kurz vor der Pause verdient. Das Motto lautete aber weiter "Mit uns rechnet niemand, also rechnet mit uns!"

Danach konnte kein Gegner mehr die deutsche Mannschaft ausrechnen, in entscheidenden Phasen verteidigte sie offensiv und störte so den Rhythmus der Angreifer, Wolff machte so manchen gefährlichen Schützen zum harmlosen Geißlein. Bei jedem Rückstand feuerten sich die Handball-Jungs gegenseitig an, die da draußen auf der Bank waren am Erfolg genauso beteiligt wie die da drinnen auf der Platte.

Über Verletzte wurde nicht geklagt, als Steffen Weinhold aus Kiel ausfiel, kam Kai Häfner von der TSV Hannover-Burgdorf und war sofort da, als sei er von Anfang an dabei gewesen. Der 26-Jährige schoss die deutsche Mannschaft sogar gegen Norwegen ins Finale. Mit einem spanisch-deutschen Wiedersehen im Endspiel hat wohl keiner gerechnet. 

Trainer Dagur Sigurdsson hat sich nie bessere Niederlagen vorgenommen, Thomas Schaaf sollte das auch bleiben lassen. "Wir haben noch nicht herausgefunden, was wir mit dem Ball machen sollen", ist auch so ein blöder Schaaf-Spruch, der keinesfalls wiederholt werden sollte. Sonst komme ich dem 96-Trainer auch noch mit Angelique Kerber... 

Freitag, 29. Januar 2016

E-Autos

Stromspeicher und virtuelle Kraftwerke

Das Ziel: Elektroautos systemstabilisierend ins Stromnetz einbinden und neue Geschäftsmodelle hierzu entwickeln. Was letztendlich realisierbar ist, hängt vor allem vom Ladeverhalten ab. Ergebnisse hierzu liefert das enercity-Forschungsprojekt "Demand Response - das Auto als aktiver Speicher und virtuelles Kraftwerk" im Niedersächsischen Schaufenster Elektromobilität. Insgesamt 40 Fahrzeuge standen im Praxistest mit eigens entwickelten intelligenten Ladeboxen, davon 30 unterschiedliche Elektroautos privater und gewerblicher Herkunft sowie 10 VW e-up! aus dem enercity-Fuhrpark. Ende des Jahres 2015 war der Feldversuch beendet und bietet Grundlagen für den Ausbau der E-Mobilität.

„Unser Projekt zeigt, dass die angebotenen und erprobten Lademodelle einfach handhabbar sind, in die Alltagsabläufe passen und eine hohe Flexibilität aufweisen. Positiv zu bewerten ist, dass rund 90% des Energiebedarfs flexibel geladen wurden und so die Stromnetze stabilisiert und entlastet werden könnten. Die ersten Auswertungen bestätigen eine große Nutzerakzeptanz für netzgesteuertes Laden“, bewertet Projektleiter Matthias Röhrig, der als enercity-Abteilungsleiter für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle verantwortlich ist, die Praxistests.

Das Ladeverhalten der Testgruppe im Raum Hannover, Nienburg und Salzgitter betrachtete das Projekt unter vier verschiedenen Bedingungen. Dazu wurde in jeder Phase ein weiterer Lademodus aktiviert, zwischen denen die Nutzer wählen konnten:
·        beliebiges Laden (Referenzphase 1)
·        Laden zu definierten Zeitfenstern (Phase 2: Ladezeiten von 23 – 7 Uhr oder 11 – 15 Uhr) sowie
·        Laden von Strom gemäß Einspeisung durch Erneuerbare (Phase 3: garantierte 3 Stunden Ladezeit zwischen 0 und 6 Uhr, zusätzliche variable Ladezeiten je nach Wetterprognose).
·        stromnetzgeführtes Laden oder Ausspeisen von Strom (Phase 4: flexible Ladezeiten innerhalb der gewählten Mindestanschlusszeit von 6 h sowie Bereitschaft zum Entladen).

Ungesteuertes Laden erhöht Lastspitzen im Stromnetz

Die erste 18-wöchige Referenzphase zeigte, wie alle gewohnheitsmäßig luden. Die häufigsten Ladezeitpunkte lagen in der höchste Stromnachfrage des Tages, zwischen 18 und 20 Uhr. Das ungesteuerte Laden von zukünftig massenhaft eingesetzten E-Fahrzeugen würde zu noch höheren Lastspitzen, besonders in den Abendstunden führen. Die Grundidee des Projekts, das Laden von E-Autos stromnetzstabilisierend zu steuern, erwies sich deshalb als dringlich.
Bereits der erste Steuerungsansatz, die Vorgabe definierter Zeitfenster in der Phase 2, war erfolgversprechend. Bei den 40 Probanden erfolgte eine deutliche Lastverschiebung in Richtung späterer Stunden, in der sich die Gesamtlastkurve im Stromnetz wieder auf Talfahrt befindet.

E-Autos als Baustein der Energiewende
Die zunächst statischen Zeitfenster berücksichtigten noch nicht das willkürliche Aufkommen von Wind- und Solarstrom. Die netzseitig vorgegebenen variablen Zeitfenster beim flexiblen Lademodus waren der nächste Schritt. Aber werden die Nutzer hier mitmachen? Akzeptieren sie die flexibel vorgegebenen Ladezeiten? Aber auch hier machten über zwei Drittel der Probanden gut mit. Über 90 % der Ladevorgänge wurden in flexible Zeiten verschoben. „Das konkrete Wahlverhalten im Projektverlauf zeigte, dass gesteuerte Ladezeiten alltagstauglich sind“, so Röhrig.

Hauptmotivation, die Ladeprogramme zu nutzen, war das hohe Umweltengagement der Nutzer. Insbesondere wurde das Lademodell bevorzugt, das in Zeiten hoher Stromeinspeisung durch Erneuerbare aktiv wird. Die Ladevorgänge konnten so in diese Zeiten sowie in Nachtstunden mit geringer Stromnachfrage verlagert werden. Die meisten Teilnehmer schätzten die Ladeprogramme als sinnvoll, innovativ und zukunftsfähig ein.

Das flexible Laden war so gut möglich, weil nur ein Fünftel der Tester an Werktagen eine Akkuladung von 80% oder mehr benötigen. Die Hälfte kam für ihre Alltagswege mit der halben Akkuladung aus. Durchschnittlich wurde nur an jedem zweiten Tag geladen. Während die Akzeptanz unter der Woche sehr hoch war, dominierte am Wochenende ein höherer Wunsch nach individueller Lade-Sicherheit. Es sollten in der Freizeit alle Optionen offen bleiben, obwohl die Messergebnisse zeigen, dass der tatsächliche Bedarf geringer ist. Außerdem fiel auf, dass sich die Einstellung der Teilnehmer während des Feldversuchs veränderte. Nach dem Feldversuch herrschte insgesamt ein geringerer Kontrollwunsch über den Ladevorgang.

Am Ende des Projekts wurde getestet, wie sich Elektrofahrzeuge in virtuellen Kraftwerken nützlich machen können. Die Nutzer gaben die geplante Abfahrtszeit ein, zu der das Fahrzeug geladen sein sollte. Während der mehrere Stunden umfassenden Standzeit des Autos kann so schwankende Erzeugung oder Nachfrage durch das Laden oder Entladen ausgeglichen werden.

Detaillierte Projektergebnisse veröffentlicht enercity nach Fertigstellung des Abschlussberichts im Sommer 2016.

Ein kurzer Film zum Projekt gibt einen kompakten Überblick zum enercity-Ladeversuch:

Fotos und Grafiken zum Projekt finden Sie hier zum Download (ggfs. PIN-Code: G5MXT
https://mams.enercity.de/pindownload/login.do?pin=G5MXT




Hintergrundinformationen zum Projekt "Demand Response"

Das Projekt "Demand Response - das Auto als aktiver Speicher und virtuelles Kraftwerk" wird im Rahmen des Schaufensters Elektromobilität von der Bundesregierung gefördert. Träger des Projekts ist die enercity Contracting GmbH. Bei dem Forschungsvorhaben untersucht die enercity zusammen mit der Leibniz Uni Hannover (Institut für Energieversorgung und Hochspannungstechnik) und dem Institut für Transportation Design aus Braunschweig die Randbedingungen und Möglichkeiten einer Integration von Elektrofahrzeugen in die bestehenden energiewirtschaftlichen Systeme. Ziel ist die Entwicklung von marktfähigen Geschäftsmodellen, die das Nutzerverhalten so steuern, dass Elektromobilität einen nennenswerten Beitrag zur Stabilisierung des energiewirtschaftlichen Gesamtsystems liefern kann. Bei insgesamt 40 Elektrofahrzeugen wird das Ladeverhalten der Nutzer untersucht. Dazu wurde eine CarConnectBox (CCB) entwickelt, mit der die Ladevorgänge aufgezeichnet und gesteuert werden können. Nachdem die an 40 Stellplätzen installiert worden war, startete der Elektroauto-Ladeversuch bei enercity am Dienstag, den 27. Mai 2014. Neben 30 unterschiedlichen Elektroautos privater und gewerblicher Herkunft nehmen auch 10 VW e-up! aus dem enercity-Fuhrpark an dem Feldversuch teil.

Das Projekt "Demand Response" ist eines von rund 30 Projekten im Schaufenster Elektromobilität der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg. Es wird mit rund 640.000 Euro vom Bundesministerium für Wirtschaft im Rahmen der Schaufensterinitiative der Bundesregierung gefördert.

Weitere Informationen zum niedersächsischen Schaufenster Elektromobilität: www.metropolregion.de/emobil

Die Bundesregierung hat im April 2012 vier Regionen in Deutschland als "Schaufenster Elektromobilität" ausgewählt und fördert hier auf Beschluss des Deutschen Bundestags die Forschung und Entwicklung von alternativen Antrieben. Insgesamt stellt der Bund für das Schaufensterprogramm Fördermittel in Höhe von 180 Millionen Euro bereit. In den groß angelegten regionalen Demonstrations- und Pilotvorhaben wird Elektromobilität an der Schnittstelle von Energiesystem, Fahrzeug und Verkehrssystem erprobt.

Hintergrundinformationen zur CarConnectBox (CCB)

Die CarConnectBox stellt als sogenannte Wallbox die Schnittstelle zwischen Elektrofahrzeug und dem Stromnetz dar. Über sie wird die Fahrzeugbatterie mit einer standardisierten Steckverbindung geladen. Darüber hinaus bindet die CarConnectBox den Fahrzeugnutzer in das Projekt ein und ermöglicht die Auswertung und Fernsteuerung der Ladevorgänge durch die Leitwarte. Dafür ist sie zum einen mit entsprechender Messtechnik und zum anderen mit einer Mobilfunkverbindung ausgerüstet, die eine Kommunikation unabhängig von der Internetanbindung der Versuchsteilnehmer ermöglicht.

Speziell für die Typ-2-Ladesteckdose enthält sie Komponenten, die einen sicheren Ablauf der Ladung gewährleisten. An diesem Anschluss der CarConnectBox ist eine Ladeleistung bis 22 kW bei geeigneter Auslegung der Hausinstallation und des Elektrofahrzeugs möglich. Über den Touchscreen wählt der Nutzer das gewünschte Ladeprogramm und erhält Informationen über den Ladevorgang. Neben der aktuellen Ladeleistung wird hier auch der Energieverbrauch des aktuellen und des letzten Ladevorgangs dargestellt.

Die CarConnectBox sowie die Leitwarte des Projekts wurden am Fachgebiet Elektrische Energieversorgung des Instituts für Energieversorgung und Hochspannungstechnik (IEH) an der Leibniz Universität Hannover in Kooperation mit den Projektpartnern entwickelt. Auch Studierende des Instituts haben hier engagiert mitgewirkt und den gesamten Vorgang von der Planung bis zur Testphase begleitet. Nach der Entwicklung des Prototypen wurden die 40 CarConnectBoxen durch Auszubildende in der Ausbildungswerkstatt von enercity gebaut.

Quelle: Enercity-Pressemitteilung


Dienstag, 26. Januar 2016

Vertrauen schwindet

Schlechtes Zeugnis für Polizei und Justiz

Ein Viertel der niedersächsischen Bevölkerung hat das Vertrauen in Polizei und Justiz verloren, überfliege ich heute in einem Supermarkt in Wettmar den Aufmacher der "Neuen Presse". Der Innenminister Boris Pistorius sei aufgeschreckt, die Polizeigewerkschaft fordere mehr Personal. Ich denke nur kurz über einen Leserbrief nach. "Den würden die sowieso nicht abdrucken", denke ich.

Auch ich habe oft das Vertrauen in Polizei und Justiz verloren, aber nicht, weil ich mich mit mehr Polizei sicherer fühlen würde, auch mehr Staatsanwälte und Richter sind mir noch nie als Lösung in den Sinn gekommen. Mehr Qualität und Professionalität, mehr Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen würden mir gepaart mit weniger Willkür reichen.

Wenn mir Richter in Verhandlungspausen oder sogar während einer Verhandlung sagen, dass ich mich zukünftig vor gewissen Staatsanwälten in Acht nehmen sollte, weil die nicht rasten und ruhen werden, bis sie mir etwas am Zeug flicken können, dann ist etwas faul im Rechtsstaate Dänemark. Wenn mir ein Richter die zweitbeste Möglichkeit für die Beendigung eines Verfahrens nahelegt, damit mich die Staatsanwaltschaft nicht länger verfolgen kann, dann stimmt etwas nicht. Wenn ich nach einer Klage gegen zwei Polizeibeamte mindestens dreimal in der Woche in eine Verkehrskontrolle gerate, mache ich mir darauf meinen eigenen Reim. Wenn zwei Polizeibeamte Gerichte belügen und einer dieser Polizeibeamten sogar noch Seiten ins Internet stellt, auf denen er weiterlügt, dann fehlt mir dafür jedes Verständnis.

Der Gedanke, dass es bei der Polizei genauso viele kriminell Veranlagte gibt wie in allen anderen Berufen, erschreckt mich und sollte auch den Innenminister erschrecken, der außerdem darüber nachdenken sollte, warum die Chancen eines Polizeibeamten, der sich nicht an die Gesetze hält, fünfmal so groß sind, ungeschoren davonzukommen wie die Chancen eines anderen Kriminellen. Dass deswegen immer mehr Bürgerinnen und Bürger Polizeigewalt auf Videos dokumentieren, klingt schon fast nach Notwehr.

Auch wenn ich einen Prozess gewinne, freue ich mich darüber nicht, wenn ich mich beim Lesen der Urteilsbegründung frage, ob ich im falschen Gerichtssaal gesessen habe. Wenn eine Richterin vor mir sitzt, die nicht einmal aus ihrer Lethargie erwacht, wenn ich sie anspreche, ist mir klar, dass für sie die Sache bereits gelaufen ist, weil der Vorsitzende Richter allein darüber entscheidet, wohin der Hase gehört. Warum soll sie dann noch aufpassen? 

Magenschmerzen bereiten mir auch Berichte über Mobbing in Polizeirevieren und Intrigen in Gerichtsgebäuden. Sexuelle Übergriffe und Macho-Sprüche gehören ebenfalls nirgendwo hin - und wenn es in einem "Tatort" diese Szene gibt: Ein Kommissar steht vor einer Wohnungstür, seine Kollegin erinnert ihn daran, dass er einen richterlichen Beschluss braucht, um die Tür aufzubrechen, der Kommissar entgegnet: "Ich höre ein Stöhnen. Deswegen muss ich da rein" - dann kommt so etwas nicht nur in einem Krimi vor.     

Special Olympics

Sonderurlaub für tolles Ereignis

Hannover. Die Niedersächsische Landesregierung hat am (heutigen) Dienstag beschlossen, die „Spe­cial Olympics" in Hannover aktiv zu unterstützen: Landesbedienstete, die dieses wichtige und eindrucksvolle Sportereignis für gehandicapte Menschen als Helferin oder Helfer unter­stützen, können dafür Sonderurlaub nehmen. Damit leiste das Land einen wichtigen Beitrag für die Inklusion und die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit geistiger Behinderung, sagte der niedersächsische Sportminister Boris Pistorius.

Die „Nationalen Spiele für Menschen mit geistiger Behinderung" („Special Olympics") finden vom 6. bis 10. Juni 2016 in Hannover statt. Dazu werden bis zu 5.000 Athletinnen und Athle­ten für 18 Sportarten erwartet. Hinzu kommen rund 1.700 Trainer und Betreuer, 500 Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter, 1.000 Familienangehörige und weitere bis zu 4.000 Teilneh­mer am wettbewerbs­freien Angebot. Insgesamt rechnen die Veranstalter mit mehr als 14.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Daher ist die Veranstaltung auf viele freiwillige helfende Hände angewie­sen. Die Beschäftigten des Landes, die das Sportereignis dement­sprechend unterstützen, können den Sonderurlaub unter Fortzahlung der Bezüge bei ihrer jeweiligen Dienststelle be­antragen.

„Special Olympics Deutschland" (SOD) ist die deutsche Organisation der weltweit größten, vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) offiziell anerkannten Sportbewegung für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung. Schirmherrin ist Daniela Schadt, die Lebensgefährtin von Bundespräsident Joachim Gauck. Im Jahr 1968 wurde die Organisation von Eunice Kennedy-Shriver, einer Schwester von US-Präsident John F. Kennedy, ins Le­ben gerufen. Heute ist Special Olympics mit nahezu vier Millionen Athletinnen und Ath­leten in 170 Ländern vertreten.

Samstag, 23. Januar 2016

VW-Skandal


Niedersächsischer Landtag
22. Januar 2016 Mündliche Anfragen-Frage 53

Abgeordnete Dr. Marco Genthe, Jörg Bode, Gabriela König und Hermann Grupe (FDP)

Antwort des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr namens der Landesregierung

Vorbemerkung der Abgeordneten

Die Verbraucherzentralen in Deutschland fordern von VW den Rückkauf manipulierter Autos in Deutschland und Europa. „VW stünde es gut zu Gesicht, deutschen und europäischen Kunden ein ähnlich attraktives Angebot wie denen in den USA zu unterbreiten" heißt es z. B. auf Deutschlandfunk (http://www.deutschlandfunk.de/volkswagen-verbraucherzentralen-fordern-von-vw-rueckkauf.447.de.html?drn:news_id=567058).

Die Koalitionsvereinbarung der von Ministerpräsident Weil geführten Landesregierung widmet sich auch dem Thema Verbraucherschutz. Dort heißt es auf Seite 68: „Die rot-grüne Koalition will die Marktmacht der Verbraucherinnen und Verbraucher stärken". Die Landesregierung will die „Verbraucherzentralen zum Marktwächter machen", und die Verbraucherzentralen sollen „die Märkte aus Verbrauchersicht beobachten, unlautere Geschäftspraktiken aufspüren und Hinweise auf Missstände an die Aufsichtsbehörden weitergeben." Außerdem werden in der Koalitionsvereinbarungen verbraucherpolitische Bundesinitiativen angekündigt.

Vorbemerkung der Landesregierung

Nach dem deutschen Zivilrecht steht Kunden das Recht zur Mangelbeseitigung zu. Dies umfasst zunächst eine Nachbesserung; sollte eine solche nicht erfolgreich verlaufen, können Verbraucher ein Rücktrittsrecht geltend machen. In Deutschland wird von der Volkswagen AG als Hersteller daher ein Nachbesserungsprogramm, auch über das Auslaufen von Gewährleistungsfristen hinaus, angeboten. Den Kunden werden dabei nach Angaben der Volkswagen AG keine Kosten entstehen. So will die Volkswagen AG den erforderlichen Zeitaufwand, der durch die Nachbesserung entsteht, für alle Kunden so gering wie möglich halten. Darüber hinaus wird die Volkswagen AG mit jedem Kunden Kontakt aufnehmen und sich darum bemühen, die individuellen Kundenbedürfnisse im Rahmen des Nachbesserungsprozesses zu berücksichtigen, um etwaige Nachteile für den Kunden, wie z. B. einen möglichen Verdienstausfall oder mögliche Mobilitätseinschränkungen, zu vermeiden. So sichert die Marke Volkswagen in diesem Zusammenhang zu, dass allen Kunden eine angemessene Ersatzmobilität kostenfrei angeboten wird.

Der Markt USA - mit einem Marktanteil von ca. 3 % - ist aufgrund seiner spezifischen Situation beim Diesel ein besonderer Markt und nicht mit anderen Märkten vergleichbar. Die betroffenen Fahrzeuge unterliegen in den USA und Kanada einer deutlich strengeren Gesetzgebung bezüglich der Emissionswerte. Kunden müssen daher voraussichtlich länger auf (eine mit den Behörden abgestimmte) Abhilfe warten als in den meisten anderen Ländern. Aus diesem Grund hat sich die Volkswagen Group of America entschlossen, den bestehenden Kunden ein Kulanzpaket zukommen zu lassen.

1. Wie beurteilt die Landesregierung die Forderung der Verbraucherzentralen, den deutschen und europäischen Kunden des VW-Konzerns ein ähnlich attraktives Rückkaufangebot für ihr manipuliertes Auto zu unterbreiten?

Die Gespräche zwischen der Volkswagen AG und der EPA und der CARB in den USA sind noch nicht abgeschlossen. Es gibt noch kein von den amerikanischen Behörden genehmigtes Konzept, welche Autos wie umgerüstet werden müssen und für welche Fahrzeugtypen ggf. andere Lösungen gefunden werden müssen. Deswegen hat die Volkswagen AG bislang noch kein Rückkaufangebot unterbreitet. Aus den in der Vorbemerkung beschriebenen Gründen haben die dortigen Kunden ein Kulanzpaket im Wert von je 1.000 US-Dollar erhalten.

In Deutschland werden keine weiteren Maßnahmen erforderlich sein, soweit nach erfolgter Nachbesserung alle Fahrzeuge die gesetzlichen Anforderungen und Umweltnormen erfüllen. Die Volkswagen AG geht davon aus, dass das Nachbesserungsprogramm ausreichend sein wird.

2. Wird sich die Landesregierung über ihre Vertreter im Aufsichtsrat oder andere Wege bei VW für ein Rückkaufangebot, ähnlich dem in den USA, einsetzen? Wenn nicht: Warum nicht?

Mit dem Kraftfahrt-Bundesamt sind die Pläne für ein Umrüstungskonzept für alle betroffenen Fahrzeuge in Deutschland abgestimmt. Soweit die Maßnahmen zur Nachbesserung die gesetzlichen Anforderungen und Umweltnormen erfüllen, besteht kein Grund für darüber hinausreichende Maßnahmen wie ein Rückkauf der Fahrzeuge. Entscheidend aus Sicht der Landesregierung ist eine zügige Lösung im Interesse der Kunden.

3. Wie beurteilt die Landesregierung das Engagement bei der Information der betroffenen Kunden im VW-Abgasskandal durch die Verbraucherzentralen (z. B. auf https://www.verbraucherzentrale.de/vw-skandal) im Verhältnis zum Vorgehen des VW-Konzerns selbst gegenüber den geschädigten Kunden?

Auf ihren Internetseiten informieren sowohl die Verbraucherzentralen als auch die Volkswagen AG (unter http://info.volkswagen.de/de/de/home.html?tab=faq) jeweils aus ihrem spezifischen Blickwinkel umfassend über das Abgasthema. Die Volkswagen AG hat ihren Kunden frühzeitig die Möglichkeit gegeben, durch Eingabe der Fahrgestellnummer online zu prüfen, ob ihr Fahrzeug betroffen ist.

Die Volkswagen AG hat angekündigt, Anfang des Jahres alle betroffenen KFZ-Halter anzuschreiben. In einem ersten Brief sollen die betroffenen Fahrzeughalter darüber in Kenntnis gesetzt werden, dass für ihren Pkw eine Rückrufmaßnahme vorgesehen ist. Dabei werden die Kunden auch gebeten, eine weitere schriftliche Information abzuwarten, bevor sie aktiv Kontakt zu einem Volkswagen Partnerbetrieb aufnehmen. In einem zweiten Schreiben will die Volkswagen AG die betroffenen Kunden frühzeitig bitten, einen Termin zur Umsetzung der technischen Lösungen mit einem frei zu wählenden Partnerbetrieb zu vereinbaren.

Montag, 18. Januar 2016

Mindestlohn

Niedersachsen auf der Gewinnerseite

Hannover. Niedersachsen gehört zu den Gewinnern des Mindestlohns. Das zeige eine am Freitag vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) veröffentlichte Studie, sagt Ministerpräsident Stephan Weil. Das Institut gehört zur Bundesagentur für Arbeit. Der Mindestlohn ist vor einem Jahr eingeführt worden. Die Bedenken, so Weil, seien groß gewesen. Die in Niedersachsen relativ große Zahl der Minijobs, die in sozialversicherungspflichtige Jobs umgewandelt worden sei, bedeute: "Mehr gute Arbeit für die Menschen in unserem Bundesland." 

In den vergangenen Monaten gab es - so der Ministerpräsident - in Niedersachsen die geringste Arbeitslosenquote seit der Wiedervereinigung, die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist kontinuier­lich gewachsen, die Erwerbstätigkeit befindet sich auf Rekordniveau, sogar im Dezember 2015 ist die Arbeitskräftenachfrage in Niedersachsen weiter gestiegen. 

„Die Einführung des Mindestlohns hat dem Arbeitsmarkt keineswegs geschadet. Im Gegenteil - auch in den klas­si­schen Mindestlohnbranchen wie Gastgewerbe, Einzelhandel und Taxigewerbe nimmt die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zu", sagte Weil. Gleichzeitig gehe die Zahl der sogenannten Aufstocker, also der erwerbstätigen Arbeitslo­sengeld II-Bezieher, zu­rück.

Das Konsumklima werde durch den Mindestlohn stabilisiert und entwickele sich ebenfalls po­sitiv. Der gesetzliche Mindestlohn leiste damit einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung des Niedriglohnsektors. Weil: „Auch wenn bisher noch keine eindeutigen Studien dazu vorliegen, spricht schon jetzt vieles dafür, dass der Mindestlohn positive wirtschaftliche Effekte hat und in den Portemonnaies von Geringverdienern ankommt."

* Titel der IAB-Studie: „Arbeitsmarktspiegel: Entwicklungen nach Einführung des Min­destlohns", www.iab.de/185/section.aspx/Publikation/k160113302

Donnerstag, 14. Januar 2016

Anspruch und Wirklichkeit

Der Step gGmbH in Hannover

17. November 2015. Ein Ex-Klient geht zur Lokalzeitung in Lüneburg, er will über seine Erfahrungen in der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch berichten, die wie die Sucht- und Jugendhilfe Lüneburg seit 2012 zur Step gGmbH Hannover gehört. Der Chefredakteur will nicht berichten, mit dem ehemaligen Leiter der Einrichtung, Ruthard Stachowske, lege er sich nicht an, sagt er laut Ex-Klient. Stachowske ist Anfang Juli 2011 fristlos entlassen worden.

"Während all der Jahre sind jedoch  wichtige Größen unverändert geblieben: den Menschen mit Achtung und Würde zu begegnen, fürsorglich zu sein und dabei das Selbstbestimmungsrecht zu achten, die Unterstützung zur Teilhabe am gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben, gehört zu den wichtigsten Werten der STEP."

Steht auf den Internet-Seiten der Step gGmbH Hannover. Hier klicken Geschäftsführer ist Serdar Saris, der am 1. September 2009 als Fraktionsvorsitzender der Grünen in der Regionsversammlung Hannover zurückgetreten ist, um sich der neuen Step-Aufgabe zu widmen. Hier klicken 

2012 gibt er vor dem Arbeitsgericht in Lüneburg gegen Stachowske auf, die fristlose Kündigung, ausgesprochen von seiner Vorgängerin Gisela van der Heijden, jetzt Bayerisches Rotes Kreuz Erding, hat auf wackeligen Beinen gestanden, weil das Thema "Therapiemethoden" vor Gericht nicht angeschnitten werden sollte. Unzähligen Berichten Betroffener zufolge sind Mütter von Stachowske und von seinem Team gedemütigt und mit Kindesentzug bedroht worden, wenn sie auch nur ein Widerwort wagten. Eine Ex-Klientin: "Mich hat er als menschlichen Sondermüll bezeichnet, der entsorgt werden muss." Die von der Step gGmbH Hannover propagierte Achtung und die Würde sind also auf der Strecke geblieben. Dazu schweigt Serdar Saris bis heute.

"Haben Sie Herrn Stachowske nach der Rücknahme der Kündigung Jobangebote gemacht?", fragt ein Richter am Lüneburger Arbeitsgericht im Februar 2015 Serdar Saris. Seine Anwältin aus Hannover antwortet: "Aber sicher. Mehrere. Die hat er alle abgelehnt." Vor Gericht sieht man sich in jenen Februar-Tagen erneut, weil Stachowske auf Schadenersatz wegen der fristlosen Kündigung im Juli 2011 geklagt hat. Serdar Saris sagt während der Verhandlung kein einziges Wort. Der Richter gibt Stachowske zu verstehen, dass er schlechte Karten habe. Seine Forderungen seien verjährt. Das gelte auch für den Vorwurf von Stachowske, er sei gemobbt worden. Die Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch gibt es seit März 2014 nicht mehr.

Die Vorgängerin von Serdar Saris, Gisela van der Heijden, hat vor vier Jahren versprochen, dass sie die Geschichte der Einrichtung aufarbeiten und öffentlich machen werde. Im Sommer 2012 gab sie auf und ging. Sie berichtete über Psychoterror, anonyme Briefe und Drohungen.

In meinem blog http://familiensteller.blogspot.de und in zwei Broschüren habe ich viele Erfahrungsberichte veröffentlicht, kürzlich drohte mir ein anonymer Kommentator, jetzt bekam ich einen Erpresserbrief. Hier klicken

Serdar Saris informiere ich darüber nicht mehr. Der hat sich schon vorher aufs Schweigen verlegt. Als ich ihn per Einschreiben mit Rückschein auch darauf hinweisen wollte, dass im Internet anonyme Veröffentlichungen kursieren, die sogar für Kinder, die in der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch gewesen sind, eine Gefahr darstellen, bekam ich mein Einschreiben ungelesen wieder zurück...Hier klicken

Serdar Saris in der "Neuen Presse" Hannover

30. November 2015. Die "Neue Presse" (NP) Hannover hat heute auf einer ganzen Seite die Serie "Sucht-Gefahr" gestartet - und zwar mit einem Interview, das der NP-Redakteur Sebastian Scherer mit Serdar Saris geführt hat. Veröffentlicht wird dazu diese "Visitenkarte": "geboren 29. August 1959 in Istanbul. Familie: zwei Söhne. Ausbildung: Zur Schule ging Saris in Oldenburg. In Hannover erlangte er diverse Abschlüsse und darf sich nun Diplom-Sozialwirt, Diplom-Sozialpädagoge und Sozialwissenschaftler (M. A.) nennen. Angefangen hat Saris bei Step 1996 im Therapiezentrum Short Step. Später leitete er die Drogenberatungsstelle (Drobs), seit April 2010 ist er Geschäftsführer des Suchthilfeträgers Step. Von 2012 bis 2014 war Saris auch Chef der Sucht- und Jugendhilfe Lüneburg. In den 80ern arbeitete er unter anderem auch als Taxifahrer und Hilfsgärtner."

Merke: Serdar Saris ist 2012 nicht nur Geschäftsführer der Sucht- und Jugendhilfe Lüneburg geworden, Step bekam die Einrichtungen auch noch geschenkt. Übrig blieben die Fachklinik Südergellersen und die Adaption Lüneburg. Verschwiegen worden sind in dieser "Visitenkarte" die politischen Stationen des 56-Jährigen. Die Skandale der Sucht- und Jugendhilfe Lüneburg werden mit keinem Wort erwähnt. Hier klicken  Was für ein Schlag ins Gesicht der Betroffenen, um die ich mich seit Mitte 2009 gekümmert habe...

3. Dezember 2015. Darauf ein Perversico

7. Dezember 2015. Die Würde des Menschen ist für uns kaum noch ertastbar

19. Dezember 2015. Wieder ein Brief. Ich werde Papa!

6. Januar 2016 Wie lange schweigen sie noch? Brief 5 und 6

14. Januar 2016 In Schriftstücken und in anonymen blogs Hier klicken 




     

Montag, 11. Januar 2016

SchülerGesellschaft in Linden



Verkauft Eintrittskarten für Heimspiele der "Recken"

Burgdorf/Hannover. Handballfans können Eintrittskarten für die Heimspiele des Bundesligisten TSV Hannover-Burgdorf („Die Recken") künftig auch an einer Schule kaufen: Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt hat am 11. Januar an der IGS Linden die erste Kartenvorverkaufsstelle der Handballmannschaft in Niedersachsen eröffnet, die von einer Schülerfirma betrieben wird.

18 Schülerinnen und Schüler des 9. Jahrgangs leiten im Rahmen eines Wahlpflichtkurses die Schülerfirma „SGiL (SchülerGesellschaft in Linden)". Neben Tickets für Hannover 96 bieten sie ab sofort an einem mobilen Verkaufswagen im Foyer der Schule immer freitags während der ersten großen Pause (9.45 Uhr bis 10.05Uhr) auch Karten für die „Recken" an.

Kultusministerin Heiligenstadt: „Ich habe selbst viele Jahre lang mit großer Leidenschaft Handball gespielt, daher freue ich mich über diese Schülerfirma ganz besonders. Davon abgesehen, zeigt diese neue Unternehmung wieder ganz hervorragend, wie kreativ und einfallsreich unsere Schülerfirmen aufgestellt sind - der Handball-Ticketverkauf ist eine weitere tolle Idee!"

Freitag, 8. Januar 2016

Burgdorf hilft

Burgdorf bestellt meine Bücher. Mit linker Mousetaste vergrößern.










Mein Aufruf im internetten "Burgdorfer Kreisblatt" und bei Wordpress nach dem Hacker-Angriff auf meine Buch-Seiten bei Lulu zeigt offenbar Bestell-Wirkung. Bei Hugendubel, Thalia und Buch.ch gibt es meine Broschüren inzwischen zwar auch nicht mehr, aber bei Amazon gibt es seit heute Bestellungen.

Besonders gefragt ist meine Broschüre "Die Eindringlinge". Persönlich empfehle ich "Ich packe mein Buch" oder "Zerstreutes Wohnen - Ratgeber für alle ab 70". Dieser Ratgeber ist bei Amazon derzeit vergriffen, wird er bestellt, müsste Lulu diese Broschüre erst einmal drucken lassen. Bei dieser Gelegenheit sollte dieser Internet-Buchhandlung eigentlich auffallen, dass mein Lulu-Konto zerstört worden ist.

Danke, Burgdorf!

Musikalische Grundschulen

Ministerium und Bertelsmann-Stifung: Auf ein Drittes!

Hannover. Das Kultusministerium und die Bertelsmann-Stiftung machen weiter: Das Projekt "Musikalische Grundschule Niedersachsen" geht in die dritte Runde. 20 weitere Grundschulen sollen gefördert werden. Bewerbungsschluss ist Ende Februar 2016, Projektbeginn im Schuljahr 2016/2017.

„Das Konzept ‚Musikalische Grundschule Niedersachsen' nutzt Musik als Medium und Motor für einen ganzheitlichen Schulentwicklungsprozess. Es ist eine große Bereicherung für das gesamte Schulleben", sagt die Niedersächsische Kultusministerin Frauke Heiligenstadt. Die bisherigen Themenschwerpunkte Inklusion und Ganztagsschule werden in der 3. Staffel um das Thema Sprachförderung erweitert. „Gemeinsames Singen und Musizieren verbindet, darum kann die ‚Musikalische Grundschule' wertvolle Beiträge leisten, wenn es aktuell darum geht, Flüchtlingskinder in unsere Schulen zu integrieren. Außerdem kann Musik dabei helfen, die deutsche Sprache leichter zu lernen."

In Niedersachsen gibt es bereits 120 "musikalische Grundschulen". Weitere Informationen auf www.mugs-nds.de

Montag, 4. Januar 2016

Steintorplatz

Initiative scheitert vor Verwaltungsgericht

Hannover. Der Verein Initiative Pro D-Tunnel  hat den Erlass einer einstweiligen Anordnung beantragt, um der Landeshauptstadt Hannover die heute begonnene öffentliche Auslegung (§ 3 Abs. 2 BauGB) des Bebauungsplans Nr. 1723 zur Bebauung des Steintorplatzes zu untersagen. Diesen Antrag lehnte die 4. Kammer des Verwaltungsgerichts mit Beschluss vom heutigen Tage als unstatthaft ab. 

Die Verwaltungsgerichtsordnung gewähre vorbeugenden Rechtsschutz gegen den Erlass eines Bebauungsplans grundsätzlich nicht. Betroffenen sei es vielmehr in aller Regel zuzumuten, die Bekanntmachung eines Bebauungsplans abzuwarten, um anschließend einen Normenkontrollantrag und gegebenenfalls einen Eilantrag gemäß § 47 Abs. 6 VwGO zu stellen. 

Sei vorbeugender Rechtsschutz gegen den Erlass eines Bebauungsplans nicht statthaft, so gelte dies erst recht für Rechtsbehelfe, die sich gegen einzelne Verfahrenshandlungen - hier die öffentliche Auslegung des Bebauungsplanentwurfs - richten. Der Antragsteller habe nicht dargelegt, warum es ihm zur Wahrung seiner Rechte nicht möglich oder zumutbar ist, zunächst den Erlass des Bebauungsplans abzuwarten, um in einem Normenkontrollverfahren (auch) mögliche Fehler des Auslegungsverfahrens zu rügen. Etwaige Rechtsverluste seien damit nicht verbunden, weil der Bebauungsplan erst mit seiner Bekanntmachung Wirkungen entfalte.

Az.: 4 B 2/16

Freitag, 1. Januar 2016

Aller guten Dinge

Sind um die drei

Wenn aller guten Dinge drei sind, dann gilt das vielleicht auch für die schlechten. Obwohl: Als die deutsche Fußball-Nationalelf am 6. Juni 1962 bei der Weltmeisterschaft gegen den Gastgeber Chile spielte, hielten die Südamerikaner den Deutschen das Sprichwort "Was zweimal nicht gelingt, gelingt beim dritten Mal" entgegen, denn bis dahin hatte es zwischen diesen beiden Mannschaften zwei Begegnungen gegeben, die von den Deutschen gewonnen worden waren. Nach dem Spiel galt das deutsche Sprichwort. Die Herberger-Elf gewann mit 2 : 0. Für Sepp Herberger war es die letzte WM, für Hans Schäfer, der 1954 ebenfalls das "Wunder von Bern" geschafft hatte, auch.

Sind wir wieder bei der drei, die für Chile damals schlecht war - und für mich vor drei Jahren auch. Denn am 2. Januar 2013 bekam ich einen Bescheid von der Staatsanwaltschaft Hannover, der zum sprichwörtlichen Wettlauf zwischen Hase und Igel gehörte. Der Staatsanwalt Türkay teilte mir damals mit, bei seiner Behörde gebe es nur einen Wendt - und das sei der Behördenleiter. Den Wendt, der mich im November 2006 angerufen habe, gebe es bei der Staatsanwaltschaft Hannover nicht. Das war sozusagen das "Wunder von Hannover".

Danach galt für mich auch Herbergers Satz "Nach dem Spiel ist vor dem Spiel" nicht mehr. Die Staatsanwaltschaft von Hannover hatte den Blatter ("Ich habe immer nur das Beste getan und bleibe der Fifa-Boss") bekommen, ich die Arschkarte. Da hatte diese Behörde ein Ermittlungsverfahren gegen mich schlicht vergessen und mein Eigentum so lange falsch gelagert, bis es unbrauchbar geworden war, aber für den Schaden wollte bei einem Telefonanruf im November 2006 nur noch ein Wendt aufkommen, den es angeblich bei der Staatsanwaltschaft von Hannover gar nicht gab. Staatsanwalt Türkay befand es auch gar nicht für erforderlich, Nachforschungen anzustellen, welcher Mitarbeiter sich mir gegenüber bei einem Telefonanruf als Wendt ausgegeben hatte.

Beim "Enkel-Trick" geben sich Betrüger als nahe Verwandte des Angerufenen aus, davor warnt die Polizei regelmäßig, unterwegs sind auch immer wieder falsche Polizisten, falsche Mitarbeiter von Versorgungsbetrieben und andere Falsche, aber wenn ich von einem Wendt angerufen werde, den es angeblich gar nicht gibt, dann warnt niemand...

Die Wendt-Geschichte auf staatsanwaltschafthannover.blogspot.de Hier klicken

Weiterer Lese-Tipp: Meine Broschüre "Zwei Schweinchen und ein Anzeiger", erhältlich auch bei Hugendubel Hier klicken