Montag, 31. August 2015

Schwimmsport

Verwaltungsgericht entscheidet gegen Schwimmsportverein

Hannover. Im Streit um die Vergabe von Trainingszeiten im hannoverschen Schwimmsport hat die 1. Kammer des Verwaltungsgerichts heute in einem Eilverfahren entschieden, dass die Verteilung der Schwimmbadnutzungszeiten an die Sportvereine im Bereich der Landeshauptstadt nicht zu beanstanden ist.

Das Eilverfahren wurde durch einen ortsansässigen Schwimmsportverein betrieben, dem es um eine Erhöhung des ihm zugeteilten Schwimmbadnutzungskontingents geht. Die 1. Kammer ist zu dem Ergebnis gekommen, dass für die begehrte einstweilige Anordnung bereits kein Anordnungsgrund - also ein Eilbedürfnis - gegeben sei. Schwere und unzumutbare Nachteile auf Grund der von der Stadt getroffenen Regelung sind nach Einschätzung der Kammer vom Antragsteller nicht glaubhaft gemacht worden. Es sei zwar richtig, dass der geordnete Schwimmbetrieb eines Vereins eine gewisse Planung und auch Information der Vereinsmitglieder erfordere. Allerdings sei nicht zwingend, dass diese Planungen zum 1. September - dem Beginn der neuen Saison - abgeschlossen sein müssten. Auch zu einem späteren Zeitpunkt sei die Nutzung von zusätzlichen Hallenzeiten für den Antragsteller noch möglich. Es müsse hierbei auch berücksichtigt werden, dass dem Antragsteller keinesfalls die Aktivität als Verein unmöglich gemacht werde. Es gehe lediglich um ein „Mehr" an Bahnstunden.

Das Gericht führt in dem Beschluss weiter aus, dass auch kein Anordnungsanspruch gegeben sei. Die von dem Antragsteller gerügte Verteilung der Schwimmbadstunden in einem Verhältnis von 60 % für den Leistungssport und 40 % für den Breitensport sei rechtmäßig. Dabei sei insbesondere auch zu berücksichtigen, dass den Leistungssportlern wegen des höheren Trainingsbedarfs grundsätzlich eine erhöhte Schwimmbadnutzung zugestanden werden könne.

Auch das konkrete Vergabeverfahren hat die Kammer als rechtmäßig eingestuft. Bei der Zuweisung der Schwimmbadnutzungszeiten hatte zunächst eine Projektgruppe aus Vertretern verschiedener Sportverbände Vorschläge erarbeitet. Die verschiedenen Sportvereine haben diese anschließend diskutiert und auch Stunden untereinander getauscht. Die Kammer hat es als wichtig angesehen, dass die Landeshauptstadt Hannover ihr Letztentscheidungsrecht bezüglich der konkreten Vergabe der Nutzungszeiten an die Vereine im Ergebnis nicht vollständig „aus der Hand" gegeben, sondern sich den Vorschlag der Projektgruppe erst nach einer eigenen Prüfung zu eigen gemacht habe.

Gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichts Hannover steht den Beteiligten innerhalb von  zwei Wochen die Beschwerde bei dem Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht Lüneburg zu.

Az: 1 B 3774/15

Samstag, 29. August 2015

Liga-Orakel 2015/16 (III)

Locker sein wie die Mainzer

In der Stadt, in der mein Herrchen Heinz-Peter Tjaden, also dieser Heini am anderen Ende der Leine, was auch immer studiert hat, er hat es ja doch nicht begriffen, wird heute das Spiel zwischen den Niederlagen gegen Leverkusen und Dortmund angepfiffen, das die Roten nicht auch noch verlieren wollen. Deshalb haben die Roten in dieser Woche viele Aufstellungen geprobt, während die Mainzer Aufstellungen nur für Karnevalsumzüge proben. Zwischen den närrischen Jahreszeiten dagegen sind die ganz locker. 

Locker werden sollten auch die Roten. Solange der Hamburger SV zur Bundesliga gehört, gehört der Relegationsplatz den Hanseaten, die heute bei einem anderen Karnevalsverein vorbeischauen, weil sie dort schauen müssen, ob sie auswärts auch knapper verlieren können als gegen Bayern München.

Ob die Roten heute in Mainz das dritte System präsentieren oder nicht, geht mir völlig an der Orakelterrier-Schnauze vorbei, sie müssen sich nur besser präsentieren als der Hamburger SV. Das dürfte doch nicht so schwer sein...

Gut orakelt, Mike Tjaden!

1. FC Köln gegen Hamburger SV 2 : 1
FSV Mainz 05 gegen Hannover 96 3 : 0


Liga-Orakel (IV)

Mittwoch, 26. August 2015

MP besucht Flüchtlingsheim

Gelebte Willkommenskultur im Oststadt-Krankenhaus

Hannover. Der Niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil hat am (heutigen) Mittwoch fremdenfeindliche Gewalttaten scharf verurteilt. Bei einem seit zwei Monaten geplanten Besuch der kommunalen Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Oststadt-Krankenhaus von Hannover sagte Weil, in Niedersachsen gebe es „null Toleranz gegenüber Rechtsextremismus, Hass und Gewalt". Gewalttätige fremdenfeindliche Ausbrüche, wie etwa kürzlich im sächsischen Heidenau, bezeichnete der Ministerpräsident als „Schande fürs ganze Land, nicht nur für das betroffene Bundesland". Es sei deshalb gut, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel die dortige Flüchtlingseinrichtung besuche.

Weil sprach sich nach einem Rundgang erneut für eine Beschleunigung der Asylverfahren aus. Es sei für alle Beteiligten unzumutbar, dass es viele Monate und manchmal sogar Jahre brauche, bis über Asylanträge entschieden sei: „Das ist eine große Belastung sowohl für diejenigen, die auf ein Bleiberecht hoffen dürfen, als auch für diejenigen, die nach einem ablehnenden Bescheid das Land wieder verlassen müssen." Der Ministerpräsident betonte, dass am deutschen Asylrecht nicht gerüttelt werden dürfe. „Deutschland ist ein weltoffenes Land, dabei soll es bleiben." Gleichzeitig sei es wichtig, die bestehenden Regeln durchzusetzen, die bei einer Ablehnung die Rückführung in die Heimat vorsähen.

Die Situation, in die Länder und Kommunen in diesem Jahr wegen des "unvorhersehbar starken Zustroms von Migranten innerhalb kurzer Zeit" geraten seien, nannte er eine „Notsituation". Darum dürfe man nicht herumreden. Der Bund müsse seiner Verantwortung gerecht werden und dürfe vor allem die Kommunen nicht länger im Regen stehen lassen. „Um die Herausforderungen bewältigen zu können sind sicher Bundesmittel in Höhe von drei Milliarden Euro nötig", so Weil.

Gleichzeitig kritisierte der Ministerpräsident die Flüchtlingspolitik der EU. So könne es nicht sein, dass Deutschland rund 40 Prozent aller Flüchtlinge aufnehme, die in die Länder der Europäischen Union kämen.

Das ehemalige Oststadt-Krankenhaus in Hannover gehört zu den größten kommunalen Flüchtlingseinrichtungen in Niedersachsen. Betreiber ist das Deutsche Rote Kreuz (DRK). Für die derzeit rund 730 Bewohner engagieren sich mehr als 250 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer aus Hannover etwa beim Deutschunterricht oder bei Behördengängen. Weil: „Diese Einrichtung ist beispielhaft. Die Landeshauptstadt Hannover, das Deutsche Rote Kreuz und die vielen ehrenamtlichen Helfer zeigen, wie gelebte Willkommenskultur aussieht."

Weil hat bei seinem Besuch zunächst im kleinen Kreis einen Rundgang durch das Haus unternommen und mit Bewohnern Gespräche geführt. Später besuchte er unter Begleitung zahlreicher Medienvertreter die DRK-Kleiderkammer und traf mit dem vor drei Monaten gegründeten Chor der Flüchtlingseinrichtung zusammen.

Freitag, 21. August 2015

Liga-Orakel 2015/16 (II)

Drehen die Roten Leverkusen eine bittere Pille?

6 : 1 gegen Eintracht Frankfurt, Hertha BSC ist Tabellenführerin. Das ist 741 Tage her. 3 : 1 gegen Werder Bremen, Hertha BSC ist Spitze. Das könnte heute Abend so sein. Dafür reicht auch jeder andere Sieg und gegen Werder müsste es für die Hertha zu einem Sieg reichen. Wenn nicht Werder schlagen, wen dann? Der Hamburger SV steht nicht zur Verfügung. Der gewinnt morgen nicht gegen Stuttgart. 

In Darmstadt nicht gewonnen haben die Roten. Aber immerhin erfand die Mannschaft eine neue Taktik, die als zerstreutes Verteidigen in die Bundesligageschichte eingehen wird wie die Broschüre "Zerstreutes Wohnen" nicht in die Ratgeber-Geschichte für Senioren, wie mein Herrchen Heinz-Peter Tjaden, also dieser Heini am anderen Ende der Leine, seit Tagen trotzdem immer wieder behauptet. Gut behauptet hat sich dagegen Erdinc als Schmidtchen Elfmeterschleicher. Als die Mannschaften bereits unter der Dusche standen, kam die Pille fast im Tor an. 

Für Pillen sind auch die Leverkusener berühmt. In Rom schluckten sie eine bittere, die nächste sollen sie in Hannover schlucken, deshalb empfiehlt die "Bild"-Zeitung eine Doppelspitze mit Erdinc und Benschop. Die soll immer dann als Frontzecke zubeißen, wenn die Gäste die neue Lustpille Addyi nicht schlucken wollen, weil sie erst nach vier Wochen wirkt und das 775-jährige Bestehen von Hannover so nah herbeigekommen ist wie in dieser Saison hoffentlich nie das Abstiegsgespenst. 

Gefeiert werden soll dieses Stadtjubiläum während des Schützenfestes, schlägt die Oberbürgermeisterin von Hannover, Rosamunde Schostok, vor - wie morgen hoffentlich die Roten Leverkusen schon einige Minuten vor dem Abpfiff geschlagen haben. Auch ohne Schützenfest...

Schlecht orakelt, Mike Tjaden!

Hertha BSC gegen Werder Bremen 1 : 1  
Hannover 96 gegen Bayer Leverkusen 0 : 1
Hamburger SV gegen VfB Stuttgart 3 : 2

Liga-Orakel (III)

Mittwoch, 19. August 2015

ProBeweis

Der eigene Mann ist der gefährlichste

"Der gefährlichste Mann für eine Frau ist der eigene", heißt es in einer Pressemitteilung des niedersächsischen Sozialministeriums. Christiana (36) kann ein Lied davon singen - nach drei Ehen, aus denen sechs Kinder hervorgegangen sind, aus jeder Ehe zwei. Den ersten Mann lernt sie mit 16 kennen. 

"Süße 16 war ich", sagt sie, "und ich war schnell schwanger. Auf das Kind habe ich mich sehr gefreut."  Ihr Mann nicht. Immer häufiger schlägt er sie, sperrt sie in der Wohnung ein, wenn er unterwegs ist, vergewaltigt sie. Als 18-Jährige bringt sie das zweite Kind zur Welt. Ihre Eltern hat Christiana früh verloren, sie wächst in Heimen auf, reißt immer wieder aus, lebt als 13-Jährige auf der Straße, bis sie ihn trifft.  

Jede dritte Frau erlebt mindestens einmal im Leben häusliche Gewalt, schätzt das niedersächsische Sozialministerium, verprügelt werden sie von ihren Ehemännern oder Lebenspartnern: "Diese enge soziale Bindung macht es den Frauen oftmals schwer, ihre Rechte wahrzunehmen und ihre Peiniger bei der Polizei anzuzeigen. Doch für eine aussichtsreiche Strafverfolgung ist es wichtig, so schnell wie möglich die Beweise für die Gewalttat zu sichern."

Christiana zeigt ihren Mann nicht an, eines Tages verschwindet er, weil er von der Polizei gesucht wird. Acht Jahre später heiratet sie ein zweites Mal, ihr zweiter Mann ist nicht besser als ihr erster. Für Frauen wie Christiana gibt es seit drei Jahren ProBeweis. 16 niedersächsische Städte machen inzwischen mit, neuerdings gehört auch das Allgemeine Krankenhaus in Celle dazu.

„Das Netzwerk ProBeweis dokumentiert gerichtssicher Gewaltspuren, damit die Opfer in einer ohnehin sehr belastenden Situation nicht auch noch sofort eine Anzeige erstatten müssen. Der Schutz der Opfer steht hier für mich an oberster Stelle", sagt Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt. Für die Frauen beginne meist eine Gewaltspirale, die sie nur schwer durchbrechen können, so die Ministerin. „Sie leiden an den physischen und psychischen Folgen, schämen sich, machen sich Selbstvorwürfe - und haben Hemmungen, zur Polizei zu gehen." 

Viele Frauen erstatten erst nach Monaten oder Jahren Anzeige, dann steht oft Aussage gegen Aussage. Das will ProBeweis verhindern. Cornelia Rundt: "Beweise können frühzeitig anonymisiert dokumentiert werden, um auch noch Jahre später eine Anzeige erstatten zu können." In der rechtsmedizinischen Abteilung der Medizinischen Hochschule Hannover laufen die Fäden zusammen, alle Hinweise unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht und werden nur weitergegeben, wenn das Opfer damit einverstanden ist.

Auch die dritte Ehe von Christiana ist gescheitert, sie will nie wieder heiraten und lebt von Hartz IV. Das Jobcenter hält sie für arbeitsunfähig, weil sie von ihrer Vergangenheit immer wieder eingeholt wird. Ihre älteste Tochter wohnt nicht mehr bei ihr, sie ist mit 18 zu ihrem Freund gezogen. Christiana hat sich in ihrer kleinen Welt eingerichtet. "Wir sind eine kleine glückliche Familie", sagt sie und scheint ihren eigenen Worten nicht zu trauen. 

Auch in den nächsten drei Jahren wird ProBeweis mit 270 000 Euro jährlich gefördert. 276 Fälle hat das Netzwerk registriert, 35 in den ersten fünf Monaten des Jahres 2015. 56 Frauen haben mittlerweile Anzeige erstattet. ProBeweis gibt es in Aurich, Braunschweig (2 Standorte), Celle, Göttingen, Hannover (2 Standorte), Lüneburg, Meppen, Northeim, Oldenburg (2 Standorte), Osnabrück, Papenburg, Stade, Uelzen, Vechta, Verden und Wolfsburg.

Freitag, 14. August 2015

Das Liga-Orakel 2015/16

Ich bleibe ein konkurrenzloser Orakel-Terrier

Da bin ich wieder, euer Orakel-Terrier Mike Tjaden, der auch im bundesligalosen Sommer unter seinem Herrchen Heinz-Peter Tjaden, also unter diesem Heini am anderen Ende der Leine, gelitten hat wie sonst nur der Hamburger SV, der eigentlich immer noch erklären muss, warum er weiter in der Ersten Liga spielt. Aber immerhin: Inzwischen hat der Hamburger SV wichtige Papiere weggeworfen, der Verein macht auf seinen Fanartikeln Werbung für Hertha BSC und Darmstadt ist wieder drin. Immer, wenn Darmstadt drin gewesen ist, wurde der Hamburger SV Meister, auf den er heute Abend trifft, weil er selbst nicht mehr Meister wird. Das wird also ein tolles Eröffnungsspiel für Bayern München, spannend ist nur: In welchem Trikot spielt der Hamburger SV? Im eigenen, im Trikot von Hertha BSC oder in irgendeiner Wäsche, die jemand in einem Park gefunden hat?

Doch nicht nur der Hamburger SV ist konkurrenzlos schwach, die "Neue Presse" aus Hannover ist es auch. Die will in dieser Saison mit drei angeblichen Experten gegen mich als Orakel-Terrier antreten. Das sind Ronald Reng, ein Schriftsteller und Sportjournalist, von dem ich noch nie etwas gehört habe, und der über sich selbst sagt, dass er sich nicht einmal an Kinofilme erinnern kann, die er gesehen hat, Wolff Fuss, ein Starkommentator, den ich ebenfalls nicht kenne, und der behauptet, dass es über 34 Spieltage ausgeschlossen ist, die Bayern zu bezwingen, was er mir bei Gelegenheit erklären muss, denn auch die Bayern spielen ein Spiel nach dem anderen und nicht alle auf einmal, und Hans Meyer, der schon fast überall Cheftrainer gewesen ist, nur nicht bei dem Verein, mit dem ich mich nun beschäftige.

Das ist Hannover 96. Wo die Roten stehen, wissen sie selbst noch nicht. In einigen Vorbereitungsspielen haben sie neben sich gestanden, den Darmstädtern wollen sie aber zeigen, dass der Trainer als Schuster bei seinen Leisten bleiben sollte. Dem Gegner soll das Spiel von 96 aufgezwungen werden. Keine schlechte Idee, finde ich. Wenn Darmstadt so spielt wie die Roten in der Vorbereitung und die Roten anders, könnte es mit dem ersten Punkt klappen.

Gut orakelt, Mike Tjaden!

Bayern München gegen Hamburger SV 5 : 0
Darmstadt 98 gegen Hannover 96 2 : 2

Liga-Orakel (II)

Donnerstag, 13. August 2015

Einkommen von Männern und Frauen

Sozialministerin: "Frauen besser ausgebildet, aber schlechter bezahlt"

Hannover. Wie das Niedersächsische Landesamt für Statistik heute mitgeteilt hat, wuchsen die Verdienste von Männern 2014 weit stärker als die Einkommen der Frauen. Die Nominallöhne der Arbeitnehmer stiegen um 2,1 Prozent, die Löhne der Arbeitnehmerinnen um 0,8 Prozent.

Gründe für den unterschiedlichen Zuwachs sind: Familienbedingte Erwerbsunterbrechungen bzw. Teilzeit zählen ebenso dazu wie eine unterdurchschnittliche Teilhabe an Führungspositionen. Insbesondere aber werden typische Frauenberufe ohne jeden sachlichen Grund schlechter bezahlt als männerdominierte Tätigkeiten. „Es kann nicht sein, dass der wirtschaftliche Wohlstand an den Frauen vorbei geht, insbesondere an denen, die in Gesundheits- und Dienstleistungsberufen Unverzichtbares für unser aller Wohlergehen leisten", so Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt.
Der Lohnunterschied hat auch Konsequenzen über das aktive Berufsleben hinaus: Wegen Erwerbsunterbrechungen und Teilzeitarbeit klafft eine Lücke bei der Rente (Gender Pension Gap) von Frauen zu der der Männer von bis zu 59 Prozent.

„Frauen sind im Durchschnitt besser ausgebildet als Männer. Immer häufiger sorgen sie mit ihrem Einkommen allein oder überwiegend für sich und ihre Familien. Das Modell des männlichen Alleinverdieners und Familienernährers ist längst überholt. Es ist absurd, dass Frauen immer noch häufig schlechter bezahlt werden als Männer", so Rundt.

Mittwoch, 5. August 2015

Bildung und Mobilität

Ideen für die Zukunft

Hannover. Die Projektübersicht des niedersächsischen Demografiebeirats („Zukunftsforum Niedersachsen") - ist online: Rund 160 Beispiele erfolgreicher und zukunftsweisender Ideen (Stand 3. August 2015) für praxistaugliche Projekte aus den Regionen des Landes zum Thema Bildung und Mobilität im demografischen Wandel werden veröffentlicht.

Genannt werden sollen hier:

- Bona SZ" ist ein Gemeinschaftsprojekt der Schulen, der Arbeitsagentur und der Wirtschaft im Raum Salzgitter. Schülerinnen und Schüler werden durch unterschiedlichste Module und Praktika umfassend über Ausbildungsberufe informiert.

- Das „Smoother Start Program" des International Office der Universität Vechta bietet Orientierungshilfen für internationale Studierende zu Beginn des Studiums.

- Wie der Dialog zwischen Eltern mit Zuwanderungsgeschichte und den Bildungseinrichtungen gefördert werden kann, zeigt das „Migranten Elternnetzwerk Niedersachsen". Es organisiert unter anderem Veranstaltungen zum niedersächsischen Schulsystem.

- Beim Projekt „moobil+" des Landkreises Vechta wird ein öffentliches Verkehrssystem erprobt, das traditionellen Linienverkehr mit einem flexiblen bedarfsorientierten Angebot kombiniert.

- „Fit im Auto" und „Fit auf der Straße" zeigen Projekte für Seniorinnen und Senioren, die Fahrten mit Fahrerassistenzsystemen und in kritischen Verkehrssituationen trainieren können, um lange mobil zu bleiben.

Alle Modelle und Empfehlungen wurden von den Mitgliedern des Zukunftsforums zusam­mengestellt, der Anfang 2014 von Ministerpräsident Stephan Weil berufen wurde. 35 Exper­tinnen und Experten aus Wissenschaft, Verbänden, Kammern, Wirtschaft, Gewerkschaften und gesellschaftlichen Gruppen haben die Aufgabe übernommen, konkrete Konzepte für ausgewählte demografierelevante Bereiche zu entwickeln.

Die Zahl der Projekte zeigt, dass in Niedersachsen bereits mit hoher Kreativität maßge­schneiderte Lösungen mit Vorbildcharakter für spezielle lokale Anforderungen entwickelt werden. Die Projektübersicht soll allen Verantwortlichen Anregungen für eigene Vorhaben geben. Sie dient darüber hinaus als Plattform für die Vernetzung und Kooperation der jeweiligen Akteurinnen und Akteure. Die Beispiele guter Praxis werden fortlaufend aktualisiert und ergänzt.

Dazu noch ein Lesetipp: Hier klicken