Mittwoch, 30. Juli 2014

Hemminger Ortsumgehung

Für Verkehrsminister eine Jahrhundertchance

Hannover. Berlin hat grünes Licht für die Ortsumgehung von Hemmingen gegeben. Zur B 3-Entscheidung sagte Verkehrsminister Olaf Lies: „Wir haben das Projekt immer gefordert und auf der Prioritätenliste ganz nach oben gesetzt. Unsere konsequente Haltung hat sich jetzt ausgezahlt. Der Bau der Ortsumgehung bedeutet eine spürbare Entlastung für viele 1 000 Menschen in Hemmingen-Westerfeld und Arnum."

Der Minister versicherte, dass die Landesbehörde für Straßenbau mit den Planungen so weit ist, dass kurzfristig mit den ersten Ausschreibungen begonnen werden könne. Lies wies darauf hin, dass der Bau der Umgehungsstraße verbunden sein wird mit der Verlängerung der Stadtbahntrasse: „Aus meiner Sicht ist das Gesamtprojekt eine Jahrhundertchance für Hemmingen. Ich bin ganz sicher, dass die Verantwortlichen in der Stadt und in der Region sie nutzen werden."

Dienstag, 29. Juli 2014

Ur- und Frühgeschichte

Neue Erkenntnisse nach neuen Funden

Hannover. Die Geheimnisse von zwei archäologischen Funden haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege (NLD) und der Leibniz Universität Hannover enträtselt. Es handelt sich zum einen um den ältesten Metallfund Niedersachsens, ein jungsteinzeitliches Kupferbeil aus dem 4. Jahrtausend vor Christus, zum anderen um ein hervorragend erhaltenes Schwert aus dem frühen Mittelalter mit der Inschrift „Ulfberht". Die beiden niedersächsischen Funde werfen ein neues Licht auf die Ur- und Frühgeschichte Europas. Die Ergebnisse ihrer interdisziplinären Untersuchungen wurden von Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen der Leibniz Universität Hannover und des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege im historischen Kali-Hörsaal des Instituts für Anorganische Chemie präsentiert

„Archäologische Funde hauchen der Menschheitsgeschichte Leben ein. Das jüngst entdeckte jungsteinzeitliche Kupferbeil und das hervorragend erhaltene Ulfberht-Schwert aus dem frühen Mittelalter werfen ein völlig neues Licht auf unsere Landesgeschichte", sagte die Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Gabriele Heinen-Kljajić. „Die Funde belegen, dass schon sehr frühe Kulturen ausgeprägte technologische und künstlerische Fertigkeiten besaßen, komplexe Handelsbeziehungen aufbauten und außerordentlich mobil waren."

Zu verdanken sind die neuen Erkenntnisse der guten Zusammenarbeit zwischen dem Institut für Anorganische Chemie der Leibniz Universität Hannover und den Denkmalpflegern des Landes. Diese hat schon einige bedeutende Forschungsergebnisse geliefert, so z. B. zum frühen Bergbau im Harz oder zum bronzezeitlichen Goldhort von Gessel.

Dazu die Ministerin: „Wie man am Beispiel der Archäologie sehen kann, ist es ein Gewinn, wenn Universitäten und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen eng zusammenarbeiten. Viele Erkenntnisse kann die Archäologie selbst erschließen, aber ihr sind methodische Grenzen gesetzt. Diese können überwunden werden, wenn Archäologen gemeinschaftlich mit Wissenschaftlern aus Nachbardisziplinen ans Werk gehen."

„Ich freue mich sehr, dass wir mit verschiedenen Instituten der Leibniz Universität an der Analyse und Datierung der aktuellen Funde beteiligt sind", so der Präsident der Leibniz Universität, Prof. Dr.-Ing. Erich Barke. „In Zusammenarbeit mit dem kooperativen, hoch spezialisierten Netzwerk von außeruniversitären Expertinnen und Experten am Standort Hannover, wie zum Beispiel aus dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege und dem Niedersächsischen Landesmuseum, können wir gemeinsam auf diesem Gebiet innovativ und zukunftsweisend arbeiten."

Ein steinzeitliches Kupferbeil - der älteste Metallfund Niedersachsens

Das Kupferbeil ist der älteste je in Niedersachsen gefundene Metallfund und gehört zu den ersten Metallartefakten in Europa. Das Beil wurde in Steinbergen bei Rinteln von einem Detektorgänger auf einem steilen Geländesporn an einem uralten Pass durch das Weserbergland gefunden. Diese Kupferbeile aus der Jungsteinzeit finden sich vor allem im südöstlichen Mitteleuropa und bemerkenswerterweise im südlichen Skandinavien. Anhand des Beils aus dem 4. Jahrtausend zeigt sich die in vielen Epochen auszumachende Mittlerrolle Niedersachsens auf der Landkarte der Kulturentwicklung. Niedersachsen ist in diesem Zeitraum besonders interessant, weil sich hier zur gleichen Zeit zwei unterschiedliche Kulturen parallel abbilden. Während sich die Neolithisierung, die Sesshaftwerdung, im südlichen Niedersachsen wie in Mittel- und Süddeutschland bereits im 6. vorchristlichen Jahrtausend vollzog, findet dieser Prozess im Norden etwa 1000 Jahre später statt. Hier zeigen sich enge Kontakte zwischen den frühen Bauernkulturen des Nordens, die als Zeichen einer neuen Ära die Megalithgräber errichteten mit den viel weiter entwickelten Kulturen Zentraleuropas. Man geht davon aus, dass in dem Umwälzungsprozess zur Sesshaftigkeit neolithische Eliten des Nordens sich Kupfer aus dem Ostalpenraum beschafft und dann im Norden als Prestigeobjekte verehrt haben. Die Chemiker bestätigen die weiträumigen Fernkontakte: Das fast reine Kupfer lässt sich aufgrund seines Spurenelementefingerabdrucks dem Ostalpenraum zuordnen.

Ein Ulfberht-Schwert aus dem 10. Jahrhundert

Ebenso spektakulär ist ein sehr gut erhaltenes Schwert aus dem frühen Mittelalter, das bei Baggerarbeiten in der Weser bei Großenwieden (Hessisch Oldendorf, Kreis Hameln-Pyrmont) entdeckt wurde. Die Inschrift weist die Waffe den legendären Ulfberht-Schwertern zu. Dies ist der erste Fund in Niedersachsen und einer der wenigen Belege in Mitteleuropa. Die Computertomographie zeigt die Details der Schwertkonstruktion und Analysen verraten das metallurgische Geheminis dieser legendären „Hightech"-Waffen, die im fränkischen Reich gefertigt wurden und trotz eines Ausfuhrverbotes in großen Zahlen in die Hände der feindlichen Wikinger und Slawen gerieten. Dort finden sich die meisten Schwerter, zumeist als Beigaben in heidnischen Gräbern. Im fränkischen Kerngebiet sind sie sehr selten - zumeist als Flussfunde - da man den christlichen Toten keine Beigaben mitgegeben hat.
Es wurde aufgrund der Namenssignatur vermutet, dass diese Ulfberhtschwerter im Rheinland hergestellt wurden. In jüngerer Zeit wird gemutmaßt, dass die Produktion diese Schwerter wie auch anderer Waffen an Bischofssitzen oder in Klöstern im fränkischen Kerngebiet erfolgte.

Aufgrund der Isotopenanalyse der Bleianteile der Griffverzierung kann eine hessische Lagerstätte im Rheinischen Schiefergebirge, genauer im Hintertaunus zwischen Rhein, Lahn und Wetterau als Materialquelle identifiziert werden. Wenn man von der gut untermauerten Vermutung ausgeht, dass diese Schwerter in Klöstern hergestellt wurden, kommen am ehesten Lorsch oder Fulda in Betracht. Für beide Klöster ist eine Waffenproduktion historisch belegt.

Thesen des Wirtschaftsministers

 

Lies: „Ohne gute Wirtschaftspolitik keine gute Sozialpolitik"
29. Juli 2014. Leider wurden in der Vergangenheit Sozial- und Wirtschaftspolitik vielfach eher als Gegensatz betrachtet. Richtig ist heute: Ohne gute Wirtschaftspolitik kann man auch keine gute Sozialpolitik machen. Und gute Sozialpolitik ist genauso wie gute Bildungspolitik heutzutage längst auch Wirtschaftspolitik. Mit guter Sozialpolitik steigen die Chancen, dass wir jungen Menschen eine bessere Perspektive für einen guten Bildungsabschluss geben können. Diese jungen Menschen sind die zukünftigen Fachkräfte, die wir brauchen, um die Wirtschaft in unserem Land weiter zu stärken und damit den Wohlstand zu sichern. Es muss aber auch klar sein, dass ohne eine gute und konsequente Wirtschaftspolitik das Dreieck zusammen mit Bildungs- und Sozialpolitik nicht geschlossen wird und das gesamte System nicht funktioniert.
 
Das Land Niedersachsen übernimmt die Federführung bei der Organisation und Durchführung eines Bürgerdialogs zur Schienenführung Hannover - Hamburg/Bremen. Dies gab Verkehrsminister Olaf Lies heute im Rahmen eines Pressegesprächs in Hannover bekannt. „Nachdem jahrzehntelang ergebnislos über die sogenannte Y-Trasse diskutiert wurde, hat nun das Land Niedersachsen das Heft des Handelns in die Hand genommen", sagte Verkehrsminister Olaf Lies.

„Unser Ziel muss es sein, Güter in Zukunft verstärkt über die Schiene zu transportieren. Dazu muss der notwendige Ausbau so schnell wie möglich erfolgen. Dies gelingt aber nur, wenn auch die Bevölkerung, Verbände und Organisationen und die Kommunen umfassend bei derartigen Großprojekten mit einbezogen werden. Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, noch vor den gesetzlich vorgegeben Planungsverfahren, Bürgerinnen und Bürger, Kommunen, Kammern und andere Interessenvertretungen frühzeitig in den Dialogprozess mit einzubeziehen Dies soll in Form einer Bürgerbeteiligung, eines Bürgerdialogs geschehen. Das ist einzigartig, denn diese frühe und konsequente Form der Bürgerbeteiligung ist in Deutschland noch nicht selbstverständlich. Wir wollen einen offenen und ehrlichen Dialog führen und die Varianten gemeinsam bewerten. Das Land geht ergebnisoffen in dieses Beteiligungsverfahren."
Ziel des Dialogprozesses ist ein transparentes, faires und ergebnisoffenes Beteiligungs- und Dialogverfahren. Der Beteiligungsprozess soll bereits Anfang Oktober beginnen und wird in etwa ein Jahr lang dauern. Ein neutraler Moderator soll den Dialog- und Beteiligungsprozess durchführen und begleiten. Die Finanzierung für das Verfahren ist sichergestellt.

„Ich hoffe sehr, dass die Bevölkerung dieses Angebot annehmen wird. Niedersachsen meint es ernst mit der Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Wir wollen Transparenz hinsichtlich der bisherigen Untersuchungen und Streckenvarianten, der angewandten Bewertungskriterien und der Bewertungsergebnisse schaffen", betonte Verkehrsminister Olaf Lies.

Grundlage des Dialogprozesses sind die im Auftrag des Bundes von der DB Netz AG Anfang 2014 vorgelegte Variantenuntersuchung zur Y-Trasse und deren Alternativen sowie die vom Bund für den Sommer 2014 angekündigte volkswirtschaftliche Grobbewertung dieser Varianten. In den vergangenen Monaten hat die Deutsche Bahn bereits zahlreiche Informationsveranstaltungen für Kommunalpolitiker in den Landkreisen des Untersuchungsraums durchgeführt. Ferner wurde eine Internetseite zur Darstellung des Projektes im Rahmen des Internetauftritts der Deutschen Bahn geschaltet, in der bereits viele Informationen abrufbar sind und die ständig weiter entwickelt werden soll.
Dieser Informationsphase soll nun der vom Land Niedersachsen organisierte Dialog- und Beteiligungsprozess folgen. Die Deutsche Bahn ist wichtige Partnerin im Dialogprozess. Sie wird die bisherigen Vorgehensweisen zur Y-Planung und den Alternativen, die untersucht wurden, darlegen und Fragen hierzu beantworten. Da neben Bahn und Land auch der Bund am Dialogverfahren beteiligt sein wird, soll ein verbindlicher Umgang mit den Ergebnissen im weiteren Verlauf erreicht werden. Im Ergebnis sollte nach Möglichkeit eine Reduktion der weiter zu betrachtenden Varianten erreicht werden.

„Ich wünsche mir, dass wir uns am Schluss darauf verständigen können welche Varianten nicht weiter im Verfahren untersucht werden sollten. Ich möchte, dass dieses Beteiligungsverfahren Klarheit schafft, wo in Zukunft eine möglicher Trassenverlauf erfolgen könnte und in welchen Regionen die Umsetzung nicht erfolgen wird", so Lies. Auf Basis der Ergebnisse des Dialogprozesses werden daher im Anschluss Bund, DB Netz AG und Land eine Variantenentscheidung (ggf. mit Untervarianten) treffen, die in die laufende Bundesverkehrswegeplanung Eingang findet. Der Abschluss des Dialogprozesses wird für Oktober 2015 angestrebt.

Der Minister betonte, dass angesichts der zunehmenden Engpässe im Schienenkorridor Hannover - Hamburg/Bremen und der absehbar großen Realisierungszeiträume parallel zum Dialogverfahren ergänzende Maßnahmen zur Verbesserung der Bestandsstrecken umgesetzt werden müssten. So forderte Verkehrsminister Olaf Lies zum Beispiel eine Erhöhung der Kapazitäten auf der Strecke Wunstorf - Nienburg (-Bremen) sowie einen schnellen zweigleisigen Ausbau der Strecke Uelzen -Stendal sowie ergänzend eine Aufwertung der sogenannten Amerikalinie zwischen Langwedel und Uelzen. Diese Projektvorschläge könnten in Teilprojekten im Rahmen des vom Bund angekündigten Seehafenhinterlandverkehrprogramms II in die Umsetzung gehen, sagte Lies.

Abschließend sagte Lies: „Angesichts der Güterverkehrsprognose für 2030, die auch einen besonders starken Anstieg bei den Hafenhinterlandverkehren auf dem Schienennetz verzeichnet, können wir es uns nicht leisten, Entscheidungen noch länger hinauszuzögern. Der Ausbau der Infrastruktur ist wichtig für Niedersachsen und das Industrie- und Logistikland Deutschland. Auch deshalb hat sich Niedersachsen dazu entschlossen, die Federführung bei der Organisation und Durchführung eines Bürgerdialogs zur Schienenführung Hannover - Hamburg/Bremen zu übernehmen."

Montag, 21. Juli 2014

Krankenhaus-Gerangel

MHH wirbt um Klinik-Chefin aus Wilhelmshaven

Wilhelmshaven/Hannover - 28. Mai 2014 (tj). Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) will Andrea Aulkemeyer an die Leine locken. Die 50-Jährige soll sich im MHH-Vorstand um Wirtschaftsführung und Administration kümmern. Derzeit leitet sie das städtische Reinhard-Nieter-Krankenhaus in Wilhelmshaven. Wirbel gibt es auch noch um ihren Vorgänger Jörg Brost, der nach seiner vorzeitigen Verabschiedung in den Ruhestand im Jahre 2011 bei der Stadt in Ungnade gefallen ist. Der 62-Jährige liefert sich gerade vor dem Landesarbeitsgericht in Hannover mit Wilhelmshaven einen juristischen Schlagabtausch, weil er nachträglich wegen angeblicher Untreue eine fristlose Kündigung bekommen hat. In dieser Sache ermittelt die Staatsanwaltschaft von Oldenburg auch gegen den ehemaligen Oberbürgermeister Eberhard Menzel.

Andrea Aulkemeyer, die von den Rhön-Kliniken kam, hat die Gesellschafterversammlung des Reinhard-Nieter-Krankenhauses bereits um vorzeitige Auflösung ihres bis Mitte 2017 geltenden Vertrages gebeten. Eigentlich sollte sie die inzwischen beschlossene Fusion mit dem katholischen Sankt-Willehad-Hospital über die Bühne bringen. Deshalb will Wilhelmshavens Oberbürgermeister Andreas Wagner um die 50-Jährige kämpfen. Angeblich ist Andrea Aulkemeyer eine Gehaltserhöhung angeboten worden. Das wird von der Stadt weder dementiert noch bestätigt. 
Verfolgt man den Karriereverlauf von Andrea Aulkemeyer, dann taucht immer wieder das Wort "Angst" auf. Ihr Führungsstil ist umstritten.

Das Werben hat ein Ende

Wilhelmshaven/Hannover - 21. Juli 2014 (tj). Nun ist es amtlich: Andrea Aulkemeyer wird Vize-Präsidentin der Medizinischen Hochschule Hannover. Dieses Amt übernimmt sie spätestens am 1. Januar 2015.

Freitag, 18. Juli 2014

Aus dem Leben

Preis für originelle Videoclips über Frauen und Männer

Hannover. Wie werden Frauen und Männer in selbst erstellten Internetvideos präsentiert? Leisten die Videoclips einen Beitrag zur Gleichberechtigung von Frauen und Männern? Oder werden lediglich Klischees bedient? Zum Nachdenken anregende oder auch gerne amüsante Videoclips können noch bis Ende Juli eingereicht werden. Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt: „Wir laden ein zu einem Filmpreis der anderen Art."

Mit dem Juliane-Bartel-Medienpreis will das Niedersächsische Sozialministerium in der Kategorie „Online-Video" in diesem Jahr erstmals Videoclips auszeichnen, die als so genannte „user generated contents" online auf ernste oder unterhaltsame Weise verschiedene Lebensmodelle von Frauen und Männern widerspiegeln oder beispielsweise Rollenkonflikte und Missstände sichtbar machen. Die Idee ist wichtiger als die technische Qualität der Beiträge. Der Preis ist mit insgesamt 1.500 Euro dotiert.

Wer sich für den Wettbewerb anmelden will, sollte sich beeilen: Die Anmeldefrist endet am 31. Juli 2014. Weitere Infos zum Preis, zu den Teilnahmebedingungen und zur festlichen Preisverleihung in Hannover gibt es unter www.jbp.niedersachsen.de

Freitag, 11. Juli 2014

"Besseres Hannover"

Rechtsradikaler Sportschütze scheitert vor Verwaltungsgericht

Hannover. Waffen und Munition bekommt er erst einmal nicht zurück: Im Rahmen von Ermittlungen gegen die inzwischen verbotene rechtsextremistische kriminelle Vereinigung „Besseres Hannover" ist die Polizei im Dezember 2012 auf Fotos gestoßen, auf denen zu sehen war, wie mehrere Mitglieder dieser Vereinigung in der szenetypisch „dekorierten" Wohnung des Antragstellers einzeln oder gemeinsam mit verschiedenen Waffen und Munition in der Hand posierten. Im Hintergrund waren ein Blech- und ein Stahlwaffenschrank zu sehen; letzterer stand offen.

Nachdem der Antragsteller, ein Sportschütze aus Bad Münder, als Besitzer der Wohnung identifiziert worden war, leitete die Staatsanwaltschaft Hannover gegen ihn ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen das Waffengesetz ein. Im Januar 2013 fand in der Wohnung des Antragstellers eine polizeiliche Durchsuchung statt. Zu Beginn der Durchsuchung händigten die Polizeibeamten dem Antragsteller eine waffenrechtliche Verfügung des Antragsgegners (LK Hameln-Pyrmont) aus, mit der der Waffenschein des Antragstellers sowie dessen Waffenbesitzkarten für seine erlaubnispflichtigen Waffen widerrufen und ihm zudem zusätzlich der Erwerb und Besitz von erlaubnisfreien Waffen und Munition untersagt wurden.

Außerdem wurde die sofortige Vollziehung des Erwerbs- und Besitzverbotes sowie die Sicherstellung der aufgefundenen Waffen und Munition angeordnet. Begründet waren die Anordnungen im Kern mit einer waffenrechtlichen Unzuverlässigkeit des Antragstellers. Bei der Durchsuchung wurden diverse Schreckschusswaffen sowie insgesamt 18 in Waffenbesitzkarten eingetragene scharfe Kurz- und Langwaffen und mehrere 100 Patronen Schreckschuss- und scharfe Munition, darunter auch eine Patrone mit Leuchtspurmunition, die unter das Kriegswaffenkontrollgesetz fällt, gefunden und sichergestellt. Weiterhin entdeckten die Polizeibeamten einen als Schießstand ausgebauten Dachboden.

Gegen den waffenrechtlichen Bescheid erhob der Antragsteller fristgerecht Klage beim Verwaltungsgericht Hannover. Nachdem die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren gegen den Antragsteller im Februar 2014 wegen geringer Schuld und mangelndem öffentlichen Interesse eingestellt hatte, stellte der Antragsteller im Mai 2014 beim Verwaltungsgericht zusätzlich einen Antrag auf Gewährung vorläufigen Rechtsschutzes mit dem Ziel, die aufschiebende Wirkung seiner bereits im Jahr 2013 gegen die waffenrechtliche Verfügung des Landkreises erhobenen Klage wiederherstellen zu lassen, soweit diese sich auch gegen das Verbot des Erwerbs und Besitzes erlaubnisfreier Waffen wendet.

Diesen Antrag hat die 12. Kammer des Verwaltungsgerichts mit Beschluss vom heutigen Tage mit der Begründung abgelehnt, die gegen die waffenrechtliche Anordnung erhobene Klage werde auch hinsichtlich des Erwerbs- und Besitzverbotes bezüglich erlaubnisfreier Waffen und Munition voraussichtlich ohne Erfolg bleiben. Es bestünden auf Grund der auf den vorhandenen Fotos erkennbaren Umstände keine Zweifel daran, dass der Antragsteller im waffenrechtlichen Sinne zwingend als unzuverlässig anzusehen sei. Der Antragsteller habe von seinen Waffen missbräuchlich Gebrauch gemacht, indem er seinen damaligen Gästen auch erlaubnispflichtige Waffen ausgehändigt habe, damit diese sich in martialischen und gewaltverherrlichenden Posen fotografieren lassen konnten. Durch das Öffnen des (Stahl-)Waffenschranks, die Übergabe von erlaubnispflichtigen Waffen an Unberechtigte und die Gewährung des Zugriffs von Unberechtigten in den Waffenschrank habe sich der Antragsteller in höchstem Maße verantwortungslos verhalten. Die vorhandenen Fotos vermittelten dazu den Eindruck eines unkontrollierten Durcheinanders, in dem jeder mit irgendwelchen Waffen hantierte. An der waffenrechtlichen Bewertung der Vorgänge ändere die Einstellung des strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens seitens der Staatsanwaltschaft Hannover nichts.

Auf Grund der Unzuverlässigkeit des Antragstellers sei auch die Anordnung des Erwerbs- und Besitzverbotes für erlaubnisfreie Waffen und Munition gerechtfertigt. Insoweit seien Ermessensfehler nicht zu erkennen. Im Hinblick auf den Zweck des Waffengesetzes, den Umgang mit Schusswaffen und Munition zu begrenzen und den zuverlässigen und sachkundigen Umgang mit Waffen zu gewährleisten, um die naturgemäß aus dem Besitz und Gebrauch von Waffen resultierenden erheblichen Gefahren einzugrenzen und überwachen zu können, sei das strafbewehrte Erwerbs- und Besitzverbot ein geeignetes Mittel der Gefahrenabwehr. Ein milderes Mittel sei nicht ersichtlich. Die Anordnung verstoße nicht gegen das Übermaßverbot. Der Antragsteller habe besondere schützenswerte Belange nicht vorgetragen.

Nicht Gegenstand des Verfahrens waren der Widerruf des Waffenscheins und der Waffenbesitzkarten für die erlaubnispflichtigen Waffen und Munition.

Gegen den Beschluss kann der Antragsteller innerhalb von zwei Wochen Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht einlegen.

Az: 12 B 9130/14

Mittwoch, 9. Juli 2014

Im Freizeitheim Stöcken

Harald Noske, Marion Diener und Christoph Bartolosch
bei der Ausstellungseröffnung. Foto: enercity














Kraftwerk-Bau aus vielen Blickwinkeln

Hannover (tj). "Impressionen eines Kraftwerkes" lautet das Motto einer Fotoausstellung, die im Freizeitheim Stöcken gezeigt wird. Die Ausstellung eröffneten die Bezirksbürgermeisterin Marion Diener und der enercity-Technikvorstand Harald Noske. Der Fotograf Christoph Bartolosch dokumentierte von Frühjahr 1987 bis Sommer 1988 den Bau des Gemeinschaftskraftwerkes Hannover (GKH).

Die Ausstellung ist montags bis freitags von 10 bis 20 Uhr geöffnet und dauert bis zum 3. September.

Weitere Infos über Christoph Bartolosch

Das Kraftwerk im Juni 1988. Foto: Bartolosch



  











Dienstag, 8. Juli 2014

Papi liest vor

Diese Pressemitteilung aber hoffentlich nicht

Falls irgendein Papi irgendeinem Kind diese Pressemitteilung des niedersächsischen Kultusministeriums und der Stiftung Lesen vorlesen sollte, schnarcht der Nachwuchs hoffentlich schneller als Papi den angerichteten Schaden wieder gut machen könnte, wenn das Kind länger als fünf Minuten zuhören würde. Das Beste wäre: Beide schnarchen sofort und werden von Mami verständnisvoll zugedeckt.

Wer schreibt nur solche Pressemitteilungen?

Montag, 7. Juli 2014

Amazon

Liefert erstaunliche Informationen

Meine Broschüre "Zwei Schweinchen und ein Anzeiger für Burgdorf" ist erst seit wenigen Tagen auf dem Markt. Veröffentlicht habe ich sie bei Lulu. Da macht man alles selbst. Man schreibt den Text, gestaltet ihn, stellt ihn ins Netz und sucht ein Cover aus. Den Vertrieb übernimmt Lulu. Diese Internet-Buchhandlung arbeitet seit einiger Zeit auch mit Amazon zusammen.

Wer meine Broschüre bei Amazon aufruft - hier klicken -  erfährt seit heute, dass drei Exemplare auf Lager sind, weitere Exemplare seien bereits bestellt worden. Beim Verkaufsrang hat meine Broschüre in einer Woche über 200 000 Plätze gut gemacht.

Käuferinnen und Käufer meiner Broschüre über einen Medien- und Justizskandal werden sofort informiert, sobald sich die Büchersendung auf dem Postweg befindet. Wenn die Staatsanwaltschaft von Hannover seinerzeit so schnell gearbeitet hätte wie Amazon, hätte ich nie drei Jobs verloren, wäre ich nicht monatelang in dem Monatsmagazin eines damaligen CDU-Ratsherrn aus Burgdorf bei Hannover verleumdet worden, hätte eine Beilage der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung/Neue Presse keine falschen Stellungnahmen einer Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft von Hannover mehr veröffentlichen können. Schon im April 2004 hätte ich mich gegen Verleumdungen wehren können. Dann hätte ich mir auch einen Staatsanwalt aus Hannover vorknöpfen können, der sich zu einer dreisten Antwort aufschwang, ohne dafür vom niedersächsischen Justizministerium zur Rechenschaft gezogen zu werden. Hier klicken

Vorige Woche hat mich ein Bekannter gefragt, warum ich die Beilage der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung/Neue Presse nicht sofort nach der Veröffentlichung mehrerer Artikel verklagt habe. Die Antwort ist einfach: Der Madsack-Konzern als Herausgeber hätte mich in eine juristische Auseinandersetzung verwickelt, bei der ich zermürbt worden wäre. Was ich heute in einer Broschüre schildern kann, habe ich damals noch gar nicht gewusst.

Ich habe immer noch ein paar weitere unangenehme Fragen. Hier klicken Der Bürgermeister, an den ich diese Fragen gerichtet habe, ist immer von meiner Unschuld überzeugt gewesen...

Noch ist eben nicht aller Tage Abend. Auch nicht bei der Verkaufsstatistik von Amazon. In der steht auch ein gebrauchtes Exemplar meiner Broschüre. Das es allerdings noch gar nicht geben kann. Die bisherigen Exemplare habe ich selbst bei Lulu bestellt und verkauft. Die werden von den Leserinnen und Lesern noch gebraucht...Erstaunlich finde ich auch, dass meine Broschüre bei Amazon preiswerter ist als bei Lulu.

Das gilt auch für meine Erzählung "Tödliche Wolke", die mir so viel Lob eingebracht hat wie keine Erzählung vorher oder nachher. Die schrieb ich, weil mich eine Schnulze, die im Radio gespielt wurde, wütend gemacht hatte. Ein Sänger sülzte in mehreren Versen über ein Traumschiff herum. Also dachte ich mir eine Geschichte aus, die ebenfalls auf einem Traumschiff spielt. Ohne Sülzerei, dafür mit viel Ironie...Wer so was mag - man kann bei Amazon auch mehr als ein Buch bestellen :-)

Freitag, 4. Juli 2014

Vor dem Verwaltungsgericht

Therapie-Anbieter gewinnen gegen Jugendamt

Hannover. Ein von 24 Anbietern ambulanter Dyskalkulie- und Legasthenietherapien vor dem Verwaltungsgericht gegen das Jugendamt der Region Hannover geführtes Eilverfahren ist in dieser Woche unstreitig zu Ende gegangen. Die Anbieter hatten sich dagegen gewehrt, ab dem 1. Juli 2014 von einer vom Jugendamt der Region geführten und in langjähriger Verwaltungspraxis bisher im Rahmen der Bewilligung von solchen Therapien den Leistungsberechtigten zur Verfügung gestellten Anbieterliste gestrichen zu werden.

Hintergrund der angekündigten Streichung aus der Liste ist der Umstand, dass die betroffenen Anbieter ein ihnen vom Jugendamt unterbreitetes Angebot zum Abschluss einer Leistungs-, Entgelt- und Qualitätsvereinbarung nach § 77 SGB VIII bisher nicht angenommen haben, weil sie es unter anderem hinsichtlich des danach vorgesehenen Vergütungssatzes für die einzelne Therapieeinheit für zu niedrig halten.

In einem Erörterungstermin bei Gericht hat das Jugendamt der Region erklärt, in Zukunft gegenüber den Leistungsberechtigten eine Anbieterliste überhaupt nicht mehr verwenden zu wollen. Daraufhin haben die Beteiligten das Verfahren übereinstimmend für erledigt erklärt haben. Mit dem Einstellungsbeschluss hat das Gericht der Region Hannover die Verfahrenskosten auferlegt.


Aktenzeichen: 3 B 9975/14