Montag, 30. September 2013

91, 92, 93, 94, 95...(II)

Sechsundneunzig - Mord und andere Fouls

Dieser Blick ist kein Versehen mehr, die Berührung kein Irrtum. Das kitzelt, sagt er. Sie schaut kurz auf, schaut ihn kurz an. Da bist du kitzelig? Zweige brechen das Sonnenlicht. Sie lacht. Dann fließen ihre langen Haare wieder über seine Beine.  

Ich werde diesen Roman schreiben. Mord und andere Fouls soll er heißen. Der Fußball schreibt viele Geschichten. Wie diese über einen Mittelfeldspieler aus Wilhelmshaven. Der sagt auf dem Weg zur Kabine zum Schiedsrichter: Sie sollten besser Bratwürste verkaufen. Das sei keine Beleidigung gewesen, sagt dieser Mittelfeldspieler der Lokalzeitung. Die Fans sind der gleichen Meinung. Gesperrt wird dieser Mittelfeldspieler trotzdem.

Bekomme ich dich heute noch mal zu sehen, fragt er. Wenn ich hier fertig bin, sagt sie. Die Sonne ist untergegangen. Irgendwo knacken Äste. Seine Finger gleiten über ihren Rücken. Das ist schön, sagt sie. Und wenn jemand auf den Spielplatz kommt, fragt er. Dann behaupten wir, dass jemand unsere Klamotten geklaut hat, weil alle Geschäfte auf der Lister Meile schon geschlossen waren, sagt sie. Und du liegst auf mir, damit ich nicht friere, fragt er. Manchmal friere ich auch. Wir müssen uns also abwechseln mit dem oben liegen, sagt sie.  Machst du so was eigentlich öfter, fragt er. Hier auf dem Abenteuerspielplatz nicht, sagt sie. Wo sind eigentlich unsere Klamotten? fragt er. Zum letzten Mal gesehen habe ich sie im Sandkasten, sagt sie.

91, 92, 93, 94, 95...(III)

Sonntag, 29. September 2013

91, 92, 93, 94, 95...

Sechsundneunzig - rot und blau

Ein Blick wie ein Versehen. Eine Berührung wie ein Irrtum. Ein Kuss wie ein Versprechen. Ihre Brüste kitzeln seinen Bauch. Ihre langen Haare fließen über seine Beine.

Könnte der Anfang eines Romans sein, den ich nur noch schreiben müsste. Doch ich traue mich nicht, denn immer purzeln Gedanken übereinander. Erinnerungen an einen Torwart von Hannover 96, der Sekunden vor dem Abpfiff den Fehlpass eines Gegners noch vor der Torauslinie erreichen will, dabei ins Straucheln kommt, deswegen den Ball in den Strafraum zurücklenkt, wo ein Gegenspieler steht, der die Pille nur noch ins leere Tor spitzeln muss.  4 : 3 für Arminia Hannover. Schluss.

Keine Schlangen vor den Kassenhäuschen. Das Stadion ist nicht ausverkauft, trotzdem gibt es keine Karten mehr. Sie dreht sich um, fragend. Was ist denn das? Wir gehen einfach rein, sagt er. Ich komme mit, sagt sie. Dieses Lokalderby lasse ich mir nicht entgehen. Für das die Arminia nicht genug Karten hat drucken lassen. Die Blauen haben mit diesem Ansturm nicht gerechnet, sagt jemand, der ihren Weg kreuzt.

Ein Trainer springt auf. Lass das, schreit er ins Feld. Einwürfe immer nur die Linie entlang. Wie oft soll ich das noch sagen? Sie nennen ihn Anna. Mit ihm ist der Erfolg zurückgekehrt. Die Blauen spielen mit den Roten in einer Liga.

Sie sitzt neben ihm. Nach dem Spiel. In einer Wohnung, in der sich Spieler und Trainer treffen. Auch Hans ist da. Der bleibt nie lange. Sobald jemand einen Witz über ihn macht, ist er weg. Zwei Brüder dagegen bleiben immer bis zum Schluss. Sie haben viel zu erzählen. Über ihren Trainer, der immer noch nicht weiß, wie sie heißen. Aber, sagen sie, der Werner kann Spieler motivieren, das gibt es gar nicht. Sie kuschelt sich an. Ihre langen Haare fließen über seinen rechten Arm wie wenig später über seine Beine. Die kennst du alle? fragt sie. Er nickt. Sie ist beeindruckt.

Könnte ich in den nächsten Absätzen meines Romans erzählen, der nicht nur in Hannover spielen würde, denn auch vor den Toren der Stadt haben viele Fußball-Prominente eine Rolle gespielt, beispielsweise ein Manager, der sich um Entlassungen nicht gekümmert hat, er arbeitete weiter, über Geldrollen für Spieler, wenn die nicht auf den Platz wollten - und über einen Blick wie ein Versehen. Vielleicht traue ich mich eines Tages doch noch.

Sie will nicht mehr neben ihm sitzen. Sie will mit ihm allein sein. Wo wohnst du, fragt sie. Nicht weit, antwortet er. Sie steigt in sein Auto. Sieht ihn an. Wir fahren zum Abenteuerspielplatz, sagt sie. In der Eilenriede, fragt er. Ja, in der Eilenriede.

Mord und andere Fouls





Samstag, 28. September 2013

Liga-Orakel 13/14 (VII)

Mein Herrchen hat keine Ahnung von Fußball - darüber freute sich auch schon Werner Biskup

1985 hat Werner Biskup als Trainer von Hannover 96 Schlagzeilen gemacht, weil er nach einem Auswärtssieg in Frankfurt entlassen wurde, morgen rückt der inzwischen 71-Jährige wieder ins Rampenlicht. Er ist ab 22.50 Uhr Gast im NDR-Sportclub. Worüber wird er diskutieren? Über einen Sieg, ein Unentschieden oder eine Niederlage in Leverkusen?

Ich als orakelnder Jagdterrier erwähne es zwar nicht gerne, aber mit meinem Herrchen Heinz-Peter Tjaden hat Werner Biskup auch schon einmal diskutiert. Bei einer Pressekonferenz nach einem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach. Biskup freute sich damals darüber, dass Heinz-Peter Tjaden keine Ahnung von Fußball hat (siehe seine Erzählung "Ich hörte sein Keuchen in meinem Rücken", erschienen bei www.lulu.com). Das ist bis heute so geblieben. Mein Herrchen hat keine Ahnung von Fußball.

Wie die Roten, wenn sie auswärts antreten müssen. Dann treten sie immer beiseite, sobald ein Stürmer der Heimmannschaft in den Strafraum will. Nur rote Teppiche nehmen sie zu Auswärtsspielen noch nicht mit. Den braucht Kießling aber auch gar nicht. Der trifft auch so. Bleibt die Frage: Und wie oft trifft Diouf, der wieder dabei ist? Leverkusen schießt heute die Tore 32 und 33 gegen die Roten. Das sehe ich klar vor mir.

Klar ist trotzdem: Hannover 96 bleibt die Nummer 1 im Norden.

Mittwoch, 25. September 2013

LIFE-Projekt

Blaue Schilder mit digitalem QR-Code

Das LIFE-Projekt „Hannoversche Moorgeest" setzt erste Zeichen. Im Projektgebiet stehen Schilder. Dies ist eine Auflage der zuständigen EU-Kommission, die dieses Naturschutzprojekt des Landes Niedersachsen und der Region Hannover mit erheblichen Mitteln fördert. Umgesetzt wird die Moorrenaturierung vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Hannover. Ziel des Projektes ist die Verbesserung der Moorflächen im Sinne des Naturschutzes in den vorhandenen Naturschutzgebieten Bissendorfer-, Helstorfer - und Otternhagener Moor sowie Schwarzes Moor bei Resse und in kleinen, bisher nicht unter Naturschutz stehenden Randbereichen der Moore.

Die Schilder sind blau, der Text weiß. Sie werden unter den vorhandenen Naturschutzgebiets-Schildern befestigt. Die neuen Schilder sind 42 cm hoch und 23 cm breit. Neben dem EU-LIFE-Emblem befindet sich auf dem Schild auch ein digitaler QR-Code, der mit dem Handy und einer geeigneten App eingescannt werden kann und den Nutzer direkt zur Website des Projektes leitet. Die Website kann auch direkt über  www.life-moorgeest.niedersachsen.de angesteuert werden.

Samstag, 21. September 2013

Liga-Orakel 13/14 (VI)

0,04 Tore gehen auch noch rein

Es rappelt in der Puppenkiste, 96 lässt die Puppen tanzen, kein langes Puppentheater mit Augsburg - solche Schlagzeilen sind der "Neuen Presse" heute nicht eingefallen. Andreas Willeke gefällt, dass Huszti wieder dabei ist. Der spiele gegen den Riegel. Nun habe ich schon oft in der Puppenkiste herumgeschnüffelt, einen Riegel aber fand ich nicht. Nicht einmal Leckerlis waren drin. In der Puppenkiste sah es also so aus wie täglich in meinem Fressnapf.

Während der "Neuen Presse" also nicht so ganz klar zu sein scheint, gegen wen die Roten heute gewinnen, ist mir bereits klar, dass Huszti zumindest an einem Tor beteiligt sein wird. Mit Huszti schießt Hannover 96 durchschnittlich 1,96 Tore, hat Andreas Willeke ausgerechnet. Da passen sicherlich auch noch 0,04 Tore in die Augsburger Puppenkiste. Wenn es nicht sogar noch häufiger rappelt, weil sich sicherlich auch die Gäste zu so manchem Angriff aufrappeln werden.

Zeitgleich, aber nicht auf dem gleichen Niveau findet in Hamburg der Nordgipfel statt, der sich mehrere hundert Meter unter der Bundesliga-Erde befindet. Die Hamburger werden wahrscheinlich noch tiefer sinken, die spielen immer unterirdisch. Können es aber besser. Sagen diese Gurken nach jeder Salatzubereitung. Mit diesem Essig kommen die nie wieder hoch.

Samstag, 14. September 2013

Liga-Orakel 13/14 (V)

Lasst die Bayern in Lederhosen grübeln

Die Bayern in neuen Kleidern ist für mich als Jagdterrier wie ein neues Fell ohne Flöhe. Dann würde mich nichts mehr kratzen. Wenn den FCB in Lederhosen heute Nachmittag nichts kratzt, können sich die Roten einen Punkt krallen. Würden die Bayern gar nicht merken. Der Schiedsrichter heißt Stieler und kommt aus Hamburg, dort ist der ERSV beheimatet, der nach dem Spiel in Dortmund weiter im Tabellenkeller beheimatet sein wird.

24 Mal ist Hannover 96 bisher nach München gereist, um dort durchschnittlich 2,71 Punkte abzuliefern. Meistens sind die Roten schon nach einer halben Stunde geliefert gewesen. Nun hat also Adidas den Bayern Lederhosen geliefert. Darauf muss 96 eine Antwort liefern. Aber bitte keine Lüttje Lage! Lütt sind die Roten in München schon viel zu oft gewesen, zu Größerem waren sie selten in der Lage.

Mögliche Antworten wären: Hannover 96 läuft in Windeln auf, als hätten sie Schiss vorm Gegner. Oder die Roten tragen Regenmäntel, als wollten sie den Gegner nass machen. Überziehen könnte sich Hannover 96 auch Trikots mit Stinkefinger, als rechneten sie mit einem ähnlich schlechten Abschneiden wie Steinbrück bei der Bundestagswahl. Dann hätten die Bayern was zum Grübeln. Wer bei einem Fußballspiel grübelt, gewinnt nicht...Höchstens 2 : 0.