Sonntag, 29. September 2013

91, 92, 93, 94, 95...

Sechsundneunzig - rot und blau

Ein Blick wie ein Versehen. Eine Berührung wie ein Irrtum. Ein Kuss wie ein Versprechen. Ihre Brüste kitzeln seinen Bauch. Ihre langen Haare fließen über seine Beine.

Könnte der Anfang eines Romans sein, den ich nur noch schreiben müsste. Doch ich traue mich nicht, denn immer purzeln Gedanken übereinander. Erinnerungen an einen Torwart von Hannover 96, der Sekunden vor dem Abpfiff den Fehlpass eines Gegners noch vor der Torauslinie erreichen will, dabei ins Straucheln kommt, deswegen den Ball in den Strafraum zurücklenkt, wo ein Gegenspieler steht, der die Pille nur noch ins leere Tor spitzeln muss.  4 : 3 für Arminia Hannover. Schluss.

Keine Schlangen vor den Kassenhäuschen. Das Stadion ist nicht ausverkauft, trotzdem gibt es keine Karten mehr. Sie dreht sich um, fragend. Was ist denn das? Wir gehen einfach rein, sagt er. Ich komme mit, sagt sie. Dieses Lokalderby lasse ich mir nicht entgehen. Für das die Arminia nicht genug Karten hat drucken lassen. Die Blauen haben mit diesem Ansturm nicht gerechnet, sagt jemand, der ihren Weg kreuzt.

Ein Trainer springt auf. Lass das, schreit er ins Feld. Einwürfe immer nur die Linie entlang. Wie oft soll ich das noch sagen? Sie nennen ihn Anna. Mit ihm ist der Erfolg zurückgekehrt. Die Blauen spielen mit den Roten in einer Liga.

Sie sitzt neben ihm. Nach dem Spiel. In einer Wohnung, in der sich Spieler und Trainer treffen. Auch Hans ist da. Der bleibt nie lange. Sobald jemand einen Witz über ihn macht, ist er weg. Zwei Brüder dagegen bleiben immer bis zum Schluss. Sie haben viel zu erzählen. Über ihren Trainer, der immer noch nicht weiß, wie sie heißen. Aber, sagen sie, der Werner kann Spieler motivieren, das gibt es gar nicht. Sie kuschelt sich an. Ihre langen Haare fließen über seinen rechten Arm wie wenig später über seine Beine. Die kennst du alle? fragt sie. Er nickt. Sie ist beeindruckt.

Könnte ich in den nächsten Absätzen meines Romans erzählen, der nicht nur in Hannover spielen würde, denn auch vor den Toren der Stadt haben viele Fußball-Prominente eine Rolle gespielt, beispielsweise ein Manager, der sich um Entlassungen nicht gekümmert hat, er arbeitete weiter, über Geldrollen für Spieler, wenn die nicht auf den Platz wollten - und über einen Blick wie ein Versehen. Vielleicht traue ich mich eines Tages doch noch.

Sie will nicht mehr neben ihm sitzen. Sie will mit ihm allein sein. Wo wohnst du, fragt sie. Nicht weit, antwortet er. Sie steigt in sein Auto. Sieht ihn an. Wir fahren zum Abenteuerspielplatz, sagt sie. In der Eilenriede, fragt er. Ja, in der Eilenriede.

Mord und andere Fouls





Kommentare:

Anonym hat gesagt…

der anfang gefällt mir sehr. s. aus l.

Anonym hat gesagt…

ich suche berichte, stadionhefte über und von Arminia Hannover, tus celle und Olympia Wilhelmshaven aus den jeweiligen regionalliga-Zeiten.

Anonym hat gesagt…

ich lese gerade ihren krimi. und dann ihren roman. der erscheint doch auch bei www.lulu.com

Anonym hat gesagt…

ich mag die erzählungen von herrn tjaden....

Anonym hat gesagt…

iich habe ihnen eine vorbestellung gerschickt.

Anonym hat gesagt…

macht spaß, das zu lesen :-)

Anonym hat gesagt…

ich habe mir die erste folge bei lulu heruntergeladen. toller anfang :-)

Anonym hat gesagt…

habe die erste folge ebenfalls gelesen. freue mich schon auf die zweite

Anonym hat gesagt…

die erste folge gefällt mir.