Dienstag, 31. Dezember 2013

Proteststurm

96-Fans aus Burgdorf begleiten die Mannschaft zu vielen
Spielen. 
9














Gegen Entlassung von 96-Trainer Mirko Slomka

27. Dezember 2013 (tj). Kein Punkt auswärts, 18 Punkte zuhause: Hannover 96 hat Trainer Mirko Slomka entlassen. Die Entscheidung wurde ihm heute telefonisch mitgeteilt. Derweil fegt durch Facebook ein Proteststurm der Fans, die im Gegenzug die Entlassung von Martin Kind und Dirk Dufner fordern. Beim ersten Heimspiel der Rückrunde müsse "die Hütte brennen".

Nicht nur wütende, auch nachdenkliche Stimmen mischen sich in den Chor der Empörung. Fans erinnern an den Selbstmord von 96-Torwart Robert Enke. Der sei dem Druck nicht gewachsen gewesen. "Welchem Druck wird der Nachfolger von Slomka ausgesetzt?", fragen Fans.

Viele Anhänger danken dem Gefeuerten für die Erfolge, die er mit der Mannschaft gefeiert hat. Auch deshalb müsse die Entlassung von Slomka für 96 sehr teuer werden. Noch teurer wäre sie - wie einige Fans fürchten -, wenn die Mannschaft absteigen würde...

Der Facebook-Proteststurm

29. Dezember 2013. "Eigentlich wollten wir Mirko Slomka ja gar nicht feuern." 96-Boss Martin Kind gegenüber der "Bild am Sonntag"

31. Dezember 2013.  Hannover 96 hat Tayfun Korkut als neuen Trainer verpflichtet. Der 38 Jahre alte ehemalige Nationalspieler der Türkei bekommt einen Vertrag bis 2016. Korkut soll am Freitag in Hannover vorgestellt werden, am Sonntag ist Trainingsauftakt.


Montag, 23. Dezember 2013

Liga-Orakel (XVIII)

Mirko Slomka soll verdufnern

Meine Bilanz als Orakel-Hund ist fast makellos. Die von 96-Trainer Mirko Slomka nicht. Der soll nach Weihnachten verdufnern. Das sagt der Manager-Dirk zwar nicht klar und deutlich, sondern eher durch einen halb gefüllten Fressnapf, aber offenbar haben sie den Auswärts-Nullinger bereits abgenagt wie einen Knochen, den ich auch nur noch verbuddeln würde. Der Hörgeräte-Martin hört den Namen Mirko ebenfalls nicht mehr gern. Das sei allenfalls noch ein 40 : 60-Trainer. Für Slomka ist die Saison also gelaufen wie für die Roten, die nach Europa wollten und nicht einmal mehr in Freiburg wissen, wo sie eigentlich sind.

Wen aber holen der Dirk und der Martin? Da ich mit einem Dussel, also mit meinem Herrchen Heinz-Peter Tjaden, zusammenlebe, fallen mir auch nur Dussel ein. Wie wäre es mit Lothar Matthäus, der bis Saisonschluss Tagebuch führt und dann behauptet, dass er schon immer nach Hannover wollte, weil für ihn Hessen die Hauptsache sei. Vielleicht sucht aber auch Boris Becker eine Nebentätigkeit. Der würde zumindest die Pressekonferenzen zu einem sprachlichen Ereignis machen. Toll wäre auch Peer Steinbrück. Den müssten der Dirk und der Martin allerdings auch für die Vorträge in der Halbzeitpause bezahlen. Was der für Pressekonferenzen nimmt, wäre Verhandlungssache.

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Samstag, 21. Dezember 2013

Liga-Orakel (XVII)

Wird Diouf von dem Baum verdeckt?

Eins steht für mich als Orakel-Terrier fest: Borussia Dortmund rückt kein bisschen näher an Bayern München heran. Diese Vorhersage fällt mir leicht. Der Tabellenführer will heute Abend Club-Weltmeister werden und hat deswegen in der Bundesliga spielfrei. Der BVB leider nicht.

Das dagegen verstehe ich nicht. "...dann brennt der Baum bei 96" behaupten heute Andreas Willeke und Dirk Tietenberg in der "Neuen Presse". Bei einem Spiel einer Mannschaft, die zuhause erst drei Punkte geholt hat, gegen eine Mannschaft, die auswärts alle Punkte verschenkt? Das wird doch wohl eher ein friedliches Vorweihnachts-Spiel.

Freiburg hat zuhause bisher fünf Tore geschossen, die Roten auswärts ebenfalls 5. Da ist doch jedes weitere Tor eine erfreuliche Überraschung. Warum soll da der Baum brennen? Weshalb erwartet auch Uwe von Holt als Kommentator "ein feuriges Finale"?

Außerdem behauptet die "Neue Presse", dass Mirko Slomka mit einem Löschteam nach Freiburg gereist ist. Das kann doch nur bedeuten: Wenn es brennen sollte, dann brennt es nicht lange. Mehr habe ich dazu auch nicht zu orakeln...Spannend finde ich nur die Frage: Wo wird der Baum aufgestellt? In beiden Halbzeiten im Freiburger Strafraum, damit der Schiri nach dem Abpfiff sagen kann: "Dass Diouf im Abseits gestanden hat, sah ich nicht. Er wurde von dem Baum verdeckt"?

Mittwoch, 18. Dezember 2013

EEG-Umlage

Tausende Arbeitsplätze in Gefahr

Hannover. Das am (heutigen) Mittwoch von der EU-Kommission wegen der Industrierabatte bei der EEG-Umlage eingeleitete Beihilfeverfahren stößt bei der niedersächsischen Landesregie­rung auf scharfe Kritik. Gerade in der jetzigen Situation in Europa, in der die Mitgliedstaaten gegen eine weitergehende Deindustrialisierung kämpfen, gebe es wichtigere Dinge für die EU-Kommission zu tun, als ohne Not tau­sende Arbeitsplätze in der deutschen Industrie zu ge­fährden, sagte der niedersächsische Minister­präsident Stephan Weil. Weil wörtlich: „Hat Eu­ropa keine anderen Sorgen? Die deutsche Industrie ist nicht Teil der Probleme Europas, sie ist Teil der Lösung."

Die schwarz-gelbe Bundesregierung habe es leider versäumt, die besondere Ausgleichsre­gelung auf Unternehmen zu beschränken, die im internationalen Wettbewerb stehen. Wäre das ge­schehen, hätte das Verfahren womöglich verhindert werden können. Es sei mehr als fahrlässig gewesen, den Kreis der begünstigten Unternehmen zu vervielfachen. In Nieder­sachsen waren es 2010 noch 66 Betriebe, 2013 waren es bereits 254 Betriebe, darunter Nahverkehrsunternehmen, Finanzdienstleister und fleischverarbeitende Unternehmen. Für 2014 wird eine weitere Steigerung erwartet. Hier bestehe jetzt dringender Reparatur­bedarf, sagte Weil.

Die Landesregierung sei sich der Risiken dieses Beihilfeverfahrens für viele Industrieunter­nehmen sehr bewusst. Ministerpräsident Weil wird deshalb in den nächsten Wochen einige der betroffenen Unternehmen aus Niedersachsen zu einem Gespräch einladen. Dabei sollen mögliche Folgen für die Unternehmen genau erörtert werden, Argumente zusammengetra­gen und gemeinsam Wege gefunden werden, um einen Erhalt der Industrierabatte für Unter­nehmen, die im internationalen Wettbewerb stehen, zu ermöglichen.

Weil erklärte, Deutschland sei auch deshalb so gut durch die Wirtschafts- und Finanzkrise gekommen, da hier in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten - im Ge­gensatz zu vielen anderen Nationen - eine breite industrielle Basis erhalten worden sei. In­sofern begrüße er die Pläne der EU-Kommission, den Anteil der Industrie an der Bruttowert­schöpfung in der EU bis 2020 von 16 auf 20 Prozent zu steigern.

Bei der Förderung der erneuerbaren Energien sei Deutschland mit dem „Ge­setz für den Vorrang Erneuerbarer Energien" (EEG) bereits vor vielen Jahren in Europa vo­rangegangen. Auf Grund dieser vorausschauenden Energie- und Klimapolitik sah sich die Bundesregierung veranlasst, Wettbewerbsnachteile für die hiesige exportorientierte Industrie auszugleichen.

Samstag, 14. Dezember 2013

Liga-Orakel (XVI)

Drei Punkte in Kabine stolpern

Bayern München verabschiedet sich heute schon als Herbstmeister in die Bundesliga-Pause, das Spiel gegen den VfB Stuttgart findet erst im nächsten Jahr statt. Auch die Roten haben in dieser Saison noch nicht gegen Stuttgart gespielt. Das Spiel fiel aber nur für 96 aus. Wie jedes andere Auswärtsspiel.

17 Punkte haben die Roten zuhause gesammelt. Die reichen mindestens bis zum 25. Spieltag für den Relegationsplatz. Stolpert 96 gegen Nürnberg weitere Punkte in die Kabine, taucht das Abstiegsgespenst dort nicht mehr auf. 40 Punkte für den Klassenerhalt sind schon lange nur noch ein Gerücht. Wer fünfmal gewinnt, ist fein raus. Die Tabelle wird immer mehr zur Drei-Zonen-Gesellschaft. Davor steht Bayern München.

Auf so was stehe ich als Jagdterrier nicht. Ich mag es, wenn etwas los ist. Dennoch werde ich die Spiele natürlich weiter orakeln, denn meistens Recht haben, ist auch nicht schlecht.

Mittwoch, 11. Dezember 2013

Schützenfest in Dollbergen

Nachbar scheitert vor dem Verwaltungsgericht

Hannover/Dollbergen - 13. Juni 2013. Das für den 14. bis 16. Juni geplante Volksfest in Dollbergen darf wie geplant auf dem dortigen Festplatz stattfinden. Das hat die 4. Kammer des Verwaltungsgerichts Hannover mit Beschluss vom heutigen Tage entschieden. Gegen die Überlassung des Festplatzes für diesen Zweck von Seiten der Gemeinde Uetze an den „Förderverein für Musik und Kultur Dollbergen" hatte sich mit einem Antrag auf vorläufigen Rechtsschutz ein Nachbar gewandt, dessen zu Wohnzwecken genutztes Grundstück unmittelbar an das Festplatzgelände angrenzt. Der Nachbar hatte sich darauf berufen, dass die geltenden Immissionsschutzrichtwerte nach der TA-Lärm bei Durchführung der Veranstaltung in den Nachtstunden überschritten würden.

Dass die geltenden Richtwerte tatsächlich überschritten werden, ist zwischen den Beteiligten unstreitig. Nach Auffassung des Gerichts kann sich der Nachbar darauf allerdings nicht berufen, weil er im Rahmen einer im Jahr 2012 geschlossenen Mediationsvereinbarung für die Durchführung des jährlichen Schützen-/Volksfestes und weniger anderer Veranstaltungen auf die Einhaltung der Vorgaben der TA-Lärm u.a. gegen Zahlung einer Entschädigung verzichtet hatte.

Hintergrund dieser Mediationsvereinbarung ist der Umstand, dass das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht im Jahr 2008 eine von der Gemeinde getroffene bauplanerische Festsetzung des derzeit genutzten Geländes als Festplatzgelände wegen unzureichenden Immissionsschutzes der Nachbarschaft aufgehoben hatte und deshalb eine dauerhafte weitere Nutzung des Geländes für derartige Veranstaltungen rechtlich unzulässig ist.

Die Mediationsvereinbarung, an der auch der inzwischen wegen Insolvenz nicht mehr existente Schützenverein Dollbergen, nicht aber der nunmehrige Ausrichter beteiligt war, ist nach Ansicht der 4. Kammer nach wie vor wirksam. Eine Auslegung der Vereinbarung ergebe, dass sie insoweit auf die Sicherung einer vorübergehenden weiteren Durchführbarkeit des Schützen-/Volksfestes auf dem bisherigen Festplatzgelände unabhängig von dem konkreten Ausrichter gerichtet sei. Der Nachbar könne deshalb nicht geltend machen, die Vereinbarung sei mit der Insolvenz des Schützenvereins obsolet geworden, vielmehr werde jeder andere Ausrichter, so auch der diesjährige, bei der Überlassung des Festplatzgeländes von der Gemeinde auf die Einhaltung der in der Mediationsvereinbarung getroffenen Regelungen verpflichtet.

Weiterhin könne sich der Nachbar aus diesem Grund auch nicht darauf berufen, die Mediationsvereinbarung wegen arglistiger Täuschung wirksam angefochten zu haben, weil ihm die seinerzeit bereits erfolgte Einleitung des Insolvenzverfahrens gegen den Schützenverein im Rahmen der Mediationsverhandlungen nicht offenbart worden sei. Dass der von dem Volksfest ausgehende Lärm die in der TA-Lärm festgelegte Schwelle zur Gesundheitsgefahr überschreite, was ggf. zur Nichtigkeit der Mediationsvereinbarung führen könne, sei nicht ersichtlich. Diese Schwelle sei bei in der Vergangenheit durchgeführten Messungen nicht erreicht worden.

Gegen den Beschluss können die Beteiligten beim Nds. Oberverwaltungsgericht Beschwerde einlegen.

Az.: 4 B 4876/13


Die vierte Kammer des Verwaltungsgerichtes Hannover verhandelt am 12. Dezember 2013 über Klage

Hannover/Uetze - 11. Dezember 2013. Der Kläger ist Eigentümer eines Grundstücks in Dollbergen, das an den Festplatz des Ortes grenzt, auf dem jährlich das Dollberger Schützenfest ausgerichtet wird. Er fühlt sich durch den Lärm, den das Fest verursacht, belästigt. Im Jahre 2012 schloss der Kläger mit der beklagten Gemeinde Uetze, dem damals noch existierenden Schützenverein Dollbergen und weiteren Beteiligten eine Mediationsvereinbarung. In dieser Vereinbarung wurde u.a. geregelt, dass der Kläger das Fest an drei Tagen im Jahr duldet. Der Schützenverein Dollbergen hatte bereits im Jahre 2011 Insolvenz angemeldet und existiert nicht mehr. Seit 2012 wird das Schützenfest vom Förderverein für Musik und Kultur Dollbergen veranstaltet, der im vorliegenden Verfahren beigeladen ist.

Der Kläger hatte sich bereits im Juni dieses Jahres mit einem Eilantrag an das Verwaltungsgericht gewendet, um die Untersagung des Festes zu erreichen. Den Antrag hat die 4. Kammer abgelehnt.
Mit der Klage verfolgt der Kläger nun das Ziel, dass das Fest nur im Rahmen der Freizeitlärmrichtlinie stattfinden darf, d.h. dass Lärm im Wesentlichen nur bis 22.00 Uhr erlaubt ist. An die anderslautende Mediationsvereinbarung fühlt er sich nicht mehr gebunden, weil er diese mit dem nicht mehr existierenden Schützenverein getroffen hatte. Die beklagte Gemeinde Uetze meint, die Vereinbarung gelte auch im Verhältnis zu dem neuen Veranstalter. Außerdem will der Kläger verhindern, dass der Aufbau des Festes nachts stattfindet. Entsprechende Auflagen hat die beklagte Gemeinde bereits in die Genehmigungen der letzten Jahre aufgenommen.

Beginn der Sitzung: 9.00 Uhr in Saal 2
Aktenzeichen: 4 A 4873/13

Dienstag, 10. Dezember 2013

Studiengebühren

Werden nächstes Jahr abgeschafft

Hannover. Niedersachsen schafft die Studiengebühren zum Wintersemester 2014/15 ab. Das hat der Niedersächsische Landtag heute in Hannover beschlossen. „Wir schaffen die Studiengebühren ab, weil wir nicht wollen, dass ein Hochschulstudium am Geldbeutel der Eltern scheitert", sagte die Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Gabriele Heinen-Kljajić. Mit der Abschaffung der Studiengebühren hat sich das Land verpflichtet, den Hochschulen den Einnahmeausfall vollständig zu ersetzen, auch wenn die Studentenzahlen steigen.

Seit 2006/2007 müssen Studierende in Niedersachsen pro Semester 500 Euro Studiengebühren bezahlen. Mit dem Wegfall der Studiengebühren korrigiert die rot-grüne Landesregierung - so die Ministerin - "eine der größten Fehlentscheidungen schwarz-gelber Hochschulpolitik". Mit Einführung der Studiengebühren sei die Studien-Neigung gesunken. Kinder aus Nichtakademiker-Familien würden wegen der Studiengebühren häufiger auf ein Studium verzichten als Kinder, deren Eltern selbst studiert haben. „Solange beim Eintritt ins Studium erst mal abkassiert wird, werden alle Bemühungen scheitern, mehr Durchlässigkeit im Bildungssystem zu schaffen", sagte die Wissenschaftsministerin.

Samstag, 7. Dezember 2013

Liga-Orakel (XV)

Glühwein macht die Bundesliga schön

Dieser Uwe von Holt, der Spieltag für Spieltag in der "Neuen Presse" den Roten Niederlagen verbietet, scheint ein ähnlicher Traumtänzer zu sein wie mein Herrchen Heinz-Peter Tjaden, der bei jeder Radtour meint, dass ich ihn von Anfang bis Ende begleite. Manchmal habe ich das bessere Ende im Tierheim.

Heute rechnet Uwe von Holt Hannover 96 noch sieben Punkte aus den letzten drei Spielen der Hinrunde vor. Drei in Stuttgart, drei zuhause gegen Nürnberg und einen in Freiburg. Wie oft ist der eigentlich auf dem Weihnachtsmarkt in Hannover und süffelt sich mit Glühwein die Bundesliga schön? Drei gegen Nürnberg sind Pflicht. Das stimmt. Den Punkte-Rest kann dieser Sportredakteur der "Neuen Presse" schon vor dem ersten Glühwein vergessen. Außerdem müsste mir dieser Uwe von Holt einmal erklären, warum die Roten in Stuttgart erfolgreicher sein sollen als in Freiburg.

Ich als Orakel-Terrier lasse die Roten die Hinrunde in Ruhe zu Ende spielen. Sie ist verkorkst. In der Winterpause sollten die Ursachen für die Auswärtsschwäche analysiert werden. Bei den Leistungen, die Hannover 96 sich bisher geleistet hat, könnten Spieler, Trainer und Vereinsführung unter dem Weihnachtsbaum schon über 20 Punkte froh sein. Wenn es 21 oder 22 werden, reicht die Freude sogar bis Silvester...

Bayern München feiert schon früher. Heute die Herbstmeisterschaft.

Samstag, 30. November 2013

Liga-Orakel (XIV)

Ist bei Hannover 96 schon alles Tierheim?

Wenn mein Herrchen sagt, dass ich auf dem Weg bleiben soll und nicht im Gebüsch herumstöbern darf, stöbere ich als Orakel-Jagdterrier nicht nur im Gebüsch herum, ich flitze auch in den Wald - und übernachte nach meinem Ausflug im Tierheim. Wenn mir schon das Gebüsch verboten wird, kann mich das nächste Verbot wer weiß wohin führen.

Bei Hannover 96 führt dieses "wer weiß wohin" immer weiter hinunter in der Tabelle. Und was macht Martin Kind vor dem Spiel gegen Eintracht Frankfurt? Der wäre bereits mit einem Unentschieden zufrieden, sagt er. Ein Sieg wäre für ihn eine Überraschung - wie meine Übernachtungen im Tierheim für mein Herrchen. "Die Mannschaft wird alles geben", behauptet derweil Trainer Mirko Slomka. Ganz nebenbei rechnet er während des Spiels mit "nervenden Kleinigkeiten". Meint der damit die Bälle, die von den Roten nicht einmal mehr bei kurzen Pässen richtig getroffen werden? Ist denn bei den Roten inzwischen alles Tierheim? Irgendwann werden die schon abgeholt aus dem Käfig der Misserfolge? Spätestens in der Relegation?

Verlieren die Roten auch gegen Frankfurt, können sie schon einmal schnuppern. Nur Braunschweig und Nürnberg sind dann noch mehr Tierheim und mit Freiburg werden am 15. Spieltag die Käfige gewechselt? Also bitte. Wenn die Mannschaft dafür bezahlt wird, sollte Hannover 96 die Gemeinnützigkeit beantragen. Wenn nicht, dann spielt endlich wieder Fußball! Damit alle drei Punkte in Hannover bleiben.


Donnerstag, 28. November 2013

Kein Missbrauch, aber...


Vorsicht bei Erfassung von Daten
Die Klägerin - eine Logistikdienstleisterin aus Rehden, die insbesondere in der Automobillogistik tätig ist - lagert auf ihrem Betriebsgelände ständig mehrere tausend Kraftfahrzeuge. Täglich wird eine Vielzahl von Fahrzeugen abgeholt, die den Abholern - insbesondere Fahrern von Speditionen - übergeben werden. Um den Speditionsvorgang zu überwachen, werden die Personalausweise der Abholer eingescannt und auf einem eigenen Rechner gespeichert. Der Landesbeauftragte für den Datenschutz Niedersachsen hatte der Klägerin aufgegeben, das Einscannen von Personalausweisen zu unterlassen und die rechtswidrig gespeicherten Daten zu löschen.

Das Gericht hat mit dem heutigen Urteil die Klage gegen die Untersagung des Speicherns und die Anordnung des Löschens abgewiesen, weil diese rechtmäßig seien. Nach den hier anzuwendenden Vorschriften des Personalausweisgesetzes sei der Personalausweis ein Identifizierungsmittel, das der Inhaber vorlege und vorzeige, um sich auszuweisen. Nach dem eindeutigen Willen des Gesetzgebers sei aber das unbeschränkte Erfassen der Daten - und damit auch das Einscannen und Speichern durch ein Unternehmen - untersagt. Dadurch solle die Datensicherheit geschützt werden, weil einmal erfasste und gespeicherte Daten leicht missbräuchlich verwendet werden könnten. Die Kammer hat nicht den Vorwurf gegen die Klägerin erhoben, sie verwende die Daten missbräuchlich. Um den Zweck des Gesetzes zu erfüllten, dürften aber so wenig Daten wie möglich in Umlauf gebracht werden, so dass auch die Praxis der Klägerin zu untersagen sei.

Die Berufung gegen das Urteil wurde nicht zugelassen. Die Klägerin kann beim Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht einen Antrag auf Zulassung der Berufung stellen.

Verwaltungsgericht Hannover, Aktenzeichen: 10 A 5342/11

Samstag, 23. November 2013

Liga-Orakel (XIII)

Irgendwann kommt die Wende - die Wende kommt irgendwann

Wenn jemand mein Herrchen, also diesen Heinz-Peter Tjaden, haben will, bitte eine mail schicken, ich schicke ihn dann vorbei. Mit dem kann man zwar nichts anfangen, aber vielleicht kann ihn jemand in den Garten stellen, wo er zum Schneemann wird, sobald die Flocken fallen. Dafür müsste es reichen.

Mir reicht jedenfalls, was an diesem Vormittag begonnen hat. Immer wieder haut mich dieser Tjaden an, weil ich endlich das Spiel der Roten in Hamburg orakeln soll. Dafür muss ich mich aber wieder auf mich allen verlassen. In der "Neuen Presse" von Hannover steht, was vor Auswärtsspielen immer in der "Neuen Presse" steht. Die Wende kommt. Kommt die Wende nicht, kommt die Wende eben später. Und wenn dann später ist, reicht in Hamburg ein Punkt.

So was soll ich auf den Orakel-Punkt bringen? Außerdem interessieren sich doch an diesem Spieltag alle nur für den Kracher, der heute um 18.30 Uhr in Dortmund gezündet wird. Dort wird es häufiger krachen - und zwar drei Mal für die Bayern.


Mittwoch, 20. November 2013

Lesestart

Kindern soll Lesen Spaß bringen

Hannover/Peine. Heute hat in Niedersachsen die zweite Phase von „Lesestart - Drei Meilensteine für das Lesen" begonnen. Das bundesweite frühkindliche Leseförderprogramm wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert und von der Stiftung Lesen seit 2011 durchgeführt. „In Niedersachsen erreichen wir über dieses Programm mittlerweile drei Viertel aller Eltern mit kleinen Kindern", sagte die niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Gabriele Heinen-Kljajić. In der Stadtbücherei Peine hat die Ministerin Lesestart-Sets an Kinder ab drei Jahren und ihre Eltern verteilt. Die Stadtbücherei Peine ist eine von mehr als 300 Bibliotheken in Niedersachsen, die an dem Programm „Lesestart" teilnehmen. Ein Lesestart-Set enthält Tipps und Informationsmaterial für Eltern, das zusätzlich auf Polnisch, Russisch und Türkisch angeboten wird, sowie ein altersgerechtes Kinderbuch.

Regelmäßiges Vorlesen ist entscheidend für die Entwicklung eines Kindes, deshalb müssen Bücher ein selbstverständlicher Teil des Familienalltags sein. Kinder sollten mit dem Lesen positive Erfahrungen verbinden, sodass sie Lesefreude und Lesekompetenz entwickeln können. Dazu soll das "Lesestart"-Programm entscheidend beitragen.

Der Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen, Dr. Jörg F. Maas, wies darauf hin, dass Niedersachsen die frühkindliche Leseförderung vorbildlich und beispielhaft umsetze. Es sei ein enges Netzwerk zwischen Bund, Land und kommunalen Stellen geknüpft worden. Die Büchereizentrale Niedersachsen, die Bibliotheken und die Kinderärzte arbeiteten gut zusammen. „Nur so haben Kinder unabhängig von ihrer Herkunft von Anfang an reelle Bildungschancen", sagte Maas.

Die erste Phase von „Lesestart" hat im November 2011 begonnen. Seitdem bekommen Familien mit einjährigen Kindern im Rahmen der U6-Vorsorgeuntersuchung bei ihrer Kinderärztin oder ihrem Kinderarzt ein kostenloses "Lesestart"-Set. In der zweiten Phase erhalten Kinder ab drei Jahren und ihre Eltern in den örtlichen Bibliotheken ein altersgerecht zusammengestelltes "Lesestart"-Set. Die Bibliotheken arbeiten dazu eng mit sozialen und kommunalen Einrichtungen wie z. B. Kindertagesstätten zusammen. Für die dritte "Lesestart"-Phase ab 2016 ist für jedes Kind mit dem Eintritt in die Schule ein "Lesestart"-Set vorgesehen, das die Kinder zum Selberlesen motivieren soll.


Informationen zum bundesweiten Programm finden Sie auch auf www.lesestart.de sowie auf der neuen Facebook-Seite .

Freitag, 8. November 2013

Liga-Orakel (XII)

Lieber Eddi,

ich habe heute in der Zeitung gelesen, dass du das Mashundchen von Hannover 96 bist. Das haben die berichtet, weil durch Hannover eine Sau mit Fan-Schal und 96-Aufschrift lief, die von der Polizei eingefangen werden musste, weil sie den Weg zur HDI-Arena wohl nicht fand. Die Zeitungen erwähnten, dass nicht diese Sau das Massauchen, sondern du das Mashundchen bist.

Ich bin, wie du sicherlich weißt, der Orakel-Terrier aus Wilhelmshaven. Als solcher frage ich mich, wo du bei den Auswärtsspielen und beim Spiel gegen Hoffenheim gewesen bist. Hast du da eine Runde gepennt? Nun verpenn aber nicht das Spiel gegen den BTSV. Das beginnt in 50 Minuten. Sei also hellwach, damit die Löwen zum Bettvorleger und Punktelieferanten werden. Dann liefere ich dir auch ein paar Leckerlis, falls ich von meinem Herrchen Heinz-Peter Tjaden jemals wieder welche bekommen sollte.

Ich drücke die Pfote. Du aber jetzt auch! Sonst komme ich nach Hannover und statte dir einen Besuch ab, den du vermeiden solltest. Nichts für unterrier. Ein Punkt für uns beide reicht ja...

Samstag, 2. November 2013

Liga-Orakel (XI)

Nicht das Loch ist entscheidend

Da sitze ich nun, ich armer Orakel-Tor und nehme mir den nächsten Spieltag vor, der toll begonnen hat. Was die Dortmunder gestern gegen die Stuttgarter serviert haben, war allerfeinstes Leckerli, das ich nie in meinem Fressnapf habe. Die Saison wird spannend. Bayern München darf in Hoffenheim nicht patzen. Das Loch hat man dort sicherlich bereits gestopft, obwohl es dieses Loch laut Fußballgerichtsurteil gar nicht gegeben hat. Der Ball von Kießling war drin. Weil der Schiedsrichter das so entschieden hat. Da ist es heute wohl auch schnurzpiepegal, wohin die Spieler die Pille schießen. Das Ergebnis könnte also ein wenig höher ausfallen, den Rest erfahren wir aus dem Spielberichtsbogen des Schiris. Ich würde ein Unentschieden eintragen, denn irgendwie müssen die Hoffenheimer nach und nach die drei gestohlenen Punkte wieder bekommen.

Nicht nur die Bayern und die Dortmunder spielen oben in der Tabelle herum, auch Leverkusen mischt mit und die Braunschweiger auf, die als erster Absteiger bereits feststehen. Und die Roten? Die wollen endlich ihr erstes Auswärtstor schießen. Das klappt an der Weser. Wer dort kein Tor schießt, muss auf den Schiedsrichter geschossen haben. Um den Schiedsrichter machen die Roten nach dem Spiel gegen Hoffenheim sicherlich einen großen Bogen. Und was steht nach dem Spiel auf dessen Bogen? Drei Punkte für die Leine, mit der ich als Jagdterrier viel zu oft an selbst gestalteten Ausflügen gehindert werde.

Montag, 28. Oktober 2013

Wendt verabschiedet

Justizministerin verschweigt alle Skandale
Soeben hat mich eine Pressemitteilung des niedersächsischen Justizministeriums erreicht. Meine Kommentare dazu in kursiver Schrift.
„Ein bedeutsames Ereignis für die Hannoveraner Justiz führt uns heute zusammen”, so die Niedersächsische Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz zu Beginn der heutigen Feierstunde im Gebäude des Landgerichts Hannover anlässlich der offiziellen Amtseinführung der neuen Behördenleitung bei der Staatsanwaltschaft Hannover. 

Samstag, 26. Oktober 2013

Liga-Kommentar

Hoffenheim hat einen Boris Becker als Schiedsrichter

Sogar die Hoffenheimer haben sich in Interviews nach dem Spiel gefragt, ob alles richtig war, was beim Spiel gegen Hannover 96 geschah. Ich versichere als Orakel-Hund: Es ist alles richtig gewesen. Auch mein Tipp, dass die Hoffenheimer gegen die Roten eine Klatsche bekommen. Dabei dachte ich an Boris Becker, der offenbar eine hat, außerdem ahnte ich bereits, dass Boris Becker das Spiel für die Hoffenheimer pfeifen würde. Er nannte sich zwar Tobias Stieler, aber schon nach wenigen Minuten war klar, dass meine Orakel nicht ganz einfach zu deuten sind.

Boris Becker alias Tobias Stieler erkannte schnell, wer seinem Scheck aus dem Kraichgau gefährlich werden konnte. Das war der Diouf, der endlich wieder spielen konnte. Als der im Hoffenheimer Strafraum gefoult wurde, wusste Becker-Stieler: Weitere Szenen, die zu Elfmetern für die Roten führen würden, mussten verhindert werden. Also stellte er Diouf vom Platz. Danach fragte Stindl seinen Trainer, ob nicht alle 96-Spieler ebenfalls den Rasen verlassen sollten, doch Mirko Slomka lehnte ab: "Einen Spielabbruch hat der Jagdterrier Mike Tjaden nicht orakelt. Der sagte nur voraus, dass der Schiedsrichter eine Klatsche hat."

Das Orakel von Mike Tjaden

Liga-Orakel (X)

Hoffenheim bekommt einen Boris Becker

Lochkusen war gestern, die TSG 1899 Hoffenheim ist heute. Die Roten sind ab halb vier gut Diouf. Mit Platzwart Michael Meyer habe ich mir heute Vormittag als Orakel-Terrier die Spielfläche angeschaut. Beabsichtigte Löcher gibt es nur im Rasen. Die sind so gebohrt worden, dass jeder Pass am Gegner vorbei springt und zu einem Roten hüpft. Deshalb bekommen die Hoffenheimer einen Boris Becker. Also eine Klatsche.

Danach darf sich Hannover 96 auf BB freuen. Diese Schauspielerin hat sich für den Artenschutz eingesetzt wie sich die Roten bei jedem Auswärtsspiel. Schön artig haben sie jedes Mal die Punkte abgeliefert und das gegnerische Tornetz geschont. Damit muss in Bremen Schluss sein. Anschließend ist Braunschweig fällig.

Die Löwen spielen nächste Woche gegen Lochkusen, die ab Montag die drei Punkte aus Hoffenheim behalten dürfen. Braunschweig behält dafür die "Rote Laterne". Nicht ab Montag, sondern heute ab 17.20 Uhr. Pfote drauf!

Der Liga-Kommentar

Mittwoch, 23. Oktober 2013

91, 92, 93, 94, 95...(III)

Nicht nur auf dem Rasen wird getrickst

Nun ist die Erzählung "Mord und andere Fouls" in Arbeit. Der Kommissar sitzt in einem Café in der Riethorst-Passage und ahnt nicht, dass ein paar Tische weiter der Hauptverdächtige sitzt. Der Kommissar will allein sein und nachdenken, während der Spieler mit der Nummer 6 mit seiner Freundin und mit seinem Freund überlegt, was zu tun ist. Die Nummer 6 weiß nicht, wo seine Freundin die Nacht verbracht hat. Sie war - wie wir wissen- mit dem Freund des Hauptverdächtigen auf dem Abenteuerspielplatz in der Eilenriede. Ihr langes Haar floss über seine Beine. Auch meine Geschichte wird fließen bis zur Lösung des Falles. Bis dahin darf noch ein wenig getrickst werden.

Beim Fußball wird ebenfalls nicht nur auf dem Rasen getrickst. Das weiß auch Horst Voigt als Vorstandsmitglied von Arminia Hannover. Zum 100-jährigen Bestehen der "Blauen" hat er eine Festschrift veröffentlicht. Ein paar Seiten hat er für mich kopiert und mit Anmerkungen versehen. Die erste Anmerkung auf der Rückseite seines Briefes lautet: "Mir fällt gerade ein, dass unserem damaligen Präsidenten Otto Höxtermann nach unserem Aufstieg in die Zweite Bundesliga in der Saison 1976/77 ein folgenschweres Versäumnis unterlaufen ist. Eigentlich hätte unser SV Arminia das erste Lokalderby gegen Hannover 96 als Heimspiel erhalten müssen (ungeschriebenes Gesetz bei Stadtrivalen) und somit wären bei ausverkauftem Spiel mit  56 000 Zuschauern die rund 1,5 Millionen Mark Einnahmen unserem Schatzmeister zugeflossen! Doch der 96-Präsident hatte den besseren Kontakt zum Deutschen Fußballbund (DFB) und wohl auch mit der ´Leichtfertigkeit´ seiner SVA-Kollegen gerechnet, so dass er den Vorteil auch zu seinen Gunsten ausnutzte! Schade und auch in negativer Hinsicht für die Zukunft unseres SV Arminia anzusehen, denn das Rückspiel haben dann nur noch rund 15 000 Zuschauer besucht. Diese Situation habe ich auch in der Festschrift beschrieben."

Horst Voigt, der seit dem 7. April 1953 SVA-Mitglied ist, schreibt dort: "In der Saison 1976/77 war es endlich wieder so weit, dass die spannenden Derbys zwischen den ´Blauen´ und den ´Roten´ wieder stattfinden konnten. Doch welche Enttäuschung tat sich beim Präsidenten Otto Höxtermann auf, als er im Spielplan feststellen musste, dass nicht unser SVA als Aufsteiger, sondern 96 als Etablierter das erste Heimspiel zugesprochen bekam! Im guten Glauben, dass der Neuling nach ´ungeschriebenem Gesetz´ immer als erster Verein das Derby-Heimrecht genießt, hatte man den Rahmenspielplan wohl nicht richtig beachtet, denn sonst hätte ein Einspruch beim DFB noch erfolgen können und müssen. Vor ausverkauftem Niedersachsenstadion unterlagen wir denkbar knapp mit 0 : 1. Diese Erstsaison schlossen wir mit einem beruhigenden 13. Platz ab."

Rot oder blau, ist in Hannover oft die Frage gewesen. Die Antwort lautete meistens: rot. Ein bisschen Glanz für die Arminia blieb dennoch. "Die große aktuelle Sportzeitung Niedersachsens Sport" meldete am 22. Februar 1954 "Hannover 96 endgültig Meister", die Schlagzeile lautete aber "Die Sensation: Arminia - HSV 10 : 2". Otto Voigt ist dabei gewesen.

Die erste Folge von "Mord und andere Fouls" als e-book bei Lulu

Sonntag, 20. Oktober 2013

Hinweis

Ohne wird wird das nichts

Rosamunde Schostok, die als beste Oberbürgermeisterin von Hannover in die Geschichte der niedersächsischen Landeshauptstadt eingehen wird, wird mir verzeihen, wenn sie ab heute die Würdigungen ihrer hervorragenden Arbeit nicht mehr unter http://www.heinzpetertjaden.de finden wird. Sie wird sich trotzdem freuen. Denn sie wird im Netz weiterhin von mir gelobt werden. Das wird aufhttp://oberbuergermeisterwahlinhannover.blogspot.com so geschehen wie ihr das zustehen wird. Auf http://www.heinzpetertjaden.de dagegen wird von mir zukünftig veröffentlicht werden, was sonst noch von mir geschrieben wird. Das wird hoffentlich allen Leserinnen und Lesern gefallen. 

Samstag, 19. Oktober 2013

Liga-Orakel (IX)

Das finde ich Diouf

Er ist in Dortmund nicht dabei. Wer soll nun für die Roten zum ersten Mal das Auswärtstor treffen? Mir fällt niemand ein. Dafür fällt mir ein: Ich könnte ganz schnell nach Dortmund flitzen, mich ins Stadion schleichen und dort Löcher in die Tornetze reißen. Vielleicht macht dann ein Roter den Kießling. Ein Loch-Treffer würde eine Wiederholung des Spiels bedeuten und das könnte bedeuten, dass Diouf dann wieder gesund ist.

Noch besser wäre allerdings eine Wiederholung in - sagen wir mal - 20 Jahren. 2033 sind alle Spieler so alt, dass dem Zufall Gicht und Rheuma geöffnet wäre. Auswärts spielen die Roten schon heute so, vielleicht können sie diese Form konservieren.

Bevor ich losflitze, werfe ich noch ein Terrier-Orakel-Auge nach Braunschweig. Schalke könnte für die Löwen ein gefundenes Fressen sein. Ich bin dann mal weg. Wie für die Eintracht leider die Punkte.

Bis ich wieder da bin, können Sie ja mal den Quatsch lesen, den mein Herrchen Heinz-Peter Tjaden über Fußball schreibt. Den Unsinn finden Sie hier.

Mittwoch, 16. Oktober 2013

Bessere Kitas

Volksinitiative sammelt mehr als 100 000 Unterschriften

Die „Volksinitiative für bessere Rahmenbedingungen in den niedersächsischen Kindertagesstätten" hat die nach Artikel 47 der Niedersächsischen Verfassung erforderliche Zahl von 70 000 gültigen Eintragungen deutlich überschritten.

Die Landeswahlleiterin Ulrike Sachs hat das Ergebnis nach Zählung und Prüfung der rechtzeitig eingereichten Unterschriften am heutigen Tag mitgeteilt.

Der Landtagspräsident Bernd Busemann und der Ministerpräsident Stephan Weil wurden von dem Ergebnis dieser Prüfung unterrichtet.

Nach dem Volksabstimmungsgesetz hat nun der Landtag zu entscheiden, ob er sich mit dem Anliegen der Volksinitiative befasst.


Pressemitteilung der niedersächsischen Kultusministerin

Die Initiatorinnen und Initiatoren der Volksinitiative „Für bessere Bedingungen in Kindertagesstätten" haben der Niedersächsischen Landeswahlleiterin heute mehr als 100.000 Unterschriften überreicht. Dazu nimmt die Niedersächsische Kultusministerin Frauke Heiligenstadt wie folgt Stellung:

„Die Zielsetzungen der Volksinitiative, das Angebot der Krippen und Kitas qualitativ zu verbessern, sind grundsätzlich unterstützenswert - der Ausbau von Qualität und Quantität sind zwei Seiten einer Medaille. Schon die Umsetzung des Rechtsanspruchs auf einen Krippenplatz bedeutet für die Kommunen und das Land eine enorme finanzielle Kraftanstrengung und beim quantitativen Ausbau haben wir noch immer eine Menge nachzuholen. Mit finanzieller Unterstützung von Bund und Land sind in Niedersachsen allein seit dem Regierungswechsel rund 12.000 zusätzliche Krippenplätze geschaffen worden. Für qualitative Verbesserungen sind im Haushaltplanentwurf für das kommende Jahr keine finanziellen Ressourcen vorhanden.

Im Rahmen der Novellierung des Niedersächsischen Kindertagesstättengesetzes werden wir in einen Dialog treten mit allen Beteiligten und dabei auch über qualitative Verbesserungen reden. Dabei geht es jedoch nicht ohne die Hilfe des Bundes: Das kürzlich eingeführte Betreuungsgeld ist aus Sicht der Niedersächsischen Landesregierung unsinnig. Mit den rund 120 Millionen Euro, die in Niedersachsen schätzungsweise dafür aufgewendet werden müssten, würden wir lieber den Betreuungsschlüssel im frühkindlichen Bereich verbessern."

Dienstag, 15. Oktober 2013

Wie sich Kreise schließen


Foto: Heinz-Peter Tjaden




















Das "Sonnenuhr-Haus" in Burgdorf

Nach meinem Umzug von Mainz nach Hannover habe ich am 1. Oktober 1979 ein Volontariat bei einem Fachzeitschriften-Verlag begonnen. Der Verleger vermittelte mich auch nach Burgdorf, wo ein Bekannter von ihm das "Burgdorfer Kreisblatt/Lehrter Stadtblatt" herausgab. Da der Chefredakteur meistens betrunken war und auch einige Techniker und Redakteure dem Suff verfielen, blieb ich bei dieser Lokalzeitung viel länger als geplant. Ich half überall aus.

1980 wurde in der Bundesrepublik Deutschland und in der DDR die Sommerzeit eingeführt. Irgendwie mussten wir den Leserinnen und Lesern verklickern, wie sich diese völlig sinnlose Errungenschaft auf den Alltag auswirkte. Da fiel bei einer Autofahrt durch Burgdorf mein Blick auf ein Haus in der Gartenstraße. Jemand hatte auf die Fassade eine Sonnenuhr gemalt. "Halt mal an", bat ich meinen Kollegen und griff nach dem Fotoapparat.

Vor dem Sonnenuhr-Haus gab es ein flaches und ein Bürogebäude. Im ersten Stock des Bürogebäudes angekommen, kletterte ich aus einem Fenster auf das Flachdach und machte Schnappschüsse von der Sonnenuhr. Die Angestellten saßen noch mit offenem Mund an ihren Schreibtischen, als ich schon wieder weg war. Mein Foto erschien auf der Kreisblatt-/Stadtblatt-Titelseite. Dazu schrieb ich: "Wenn Sie sich am Montag auf dem Weg zu Ihrem Arbeitsplatz auf diese Sonnenuhr verlassen, sind Sie eine Stunde zu spät dran."

Vorige Woche habe ich mich im Internet auf die Suche nach einer Wohnung in der Region Hannover gemacht. Angeboten wurde mir - eine Wohnung im "Sonnenuhr-Haus".

Mehr über das "Burgdorfer Kreisblatt/Lehrter Stadtblatt" 

Freitag, 4. Oktober 2013

Liga-Orakel 13/14 (VIII)

Mit Wolldecke an den Beinen kann Hertha nicht Fußball spielen

Die Roten behalten eine weiße Heim-Weste. Das klingt für einen Jagdterrier zwar etwas merkwürdig, denn mein Fell bleibt immer braun, aber 64 Prozent der fußballbegeisterten Leserinnen und Leser der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" meinen das - und ich als Orakel-Hund bin für freie Meinungsäußerungen, besonders wenn es um den Mangel an Leckerlis in meinem Fressnapf geht.

Die Roten werden heute Abend mehr Torchancen bekommen als ich in der Woche etwas zu fressen. Das steht fest. Denn um 20.30 Uhr erscheint in der HDI-Arena eine alte Dame. Die heißt Hertha. Alte Damen wie Hertha sitzen um diese Zeit eigentlich schon auf der Couch und wickeln eine Wolldecke um ihre Beine, bevor sie ihren Kamillentee schlürfen. Mit Decke an den Beinen kann niemand Fußball spielen. Hertha schon gar nicht.

Jünger ist das Publikum. Den Altersdurchschnitt senkt besonders ein Mädel, das auf den schönen Namen Rosamunde hört. Die Kleine will am Sonntag Oberbürgermeisterin von Hannover werden. Deswegen lässt sie sich derzeit überall sehen. Darauf freue ich mich schon - vielleicht fällt für mich ein Leckerli ab bei diesem müden 1 : 1-Kick.


Montag, 30. September 2013

91, 92, 93, 94, 95...(II)

Sechsundneunzig - Mord und andere Fouls

Dieser Blick ist kein Versehen mehr, die Berührung kein Irrtum. Das kitzelt, sagt er. Sie schaut kurz auf, schaut ihn kurz an. Da bist du kitzelig? Zweige brechen das Sonnenlicht. Sie lacht. Dann fließen ihre langen Haare wieder über seine Beine.  

Ich werde diesen Roman schreiben. Mord und andere Fouls soll er heißen. Der Fußball schreibt viele Geschichten. Wie diese über einen Mittelfeldspieler aus Wilhelmshaven. Der sagt auf dem Weg zur Kabine zum Schiedsrichter: Sie sollten besser Bratwürste verkaufen. Das sei keine Beleidigung gewesen, sagt dieser Mittelfeldspieler der Lokalzeitung. Die Fans sind der gleichen Meinung. Gesperrt wird dieser Mittelfeldspieler trotzdem.

Bekomme ich dich heute noch mal zu sehen, fragt er. Wenn ich hier fertig bin, sagt sie. Die Sonne ist untergegangen. Irgendwo knacken Äste. Seine Finger gleiten über ihren Rücken. Das ist schön, sagt sie. Und wenn jemand auf den Spielplatz kommt, fragt er. Dann behaupten wir, dass jemand unsere Klamotten geklaut hat, weil alle Geschäfte auf der Lister Meile schon geschlossen waren, sagt sie. Und du liegst auf mir, damit ich nicht friere, fragt er. Manchmal friere ich auch. Wir müssen uns also abwechseln mit dem oben liegen, sagt sie.  Machst du so was eigentlich öfter, fragt er. Hier auf dem Abenteuerspielplatz nicht, sagt sie. Wo sind eigentlich unsere Klamotten? fragt er. Zum letzten Mal gesehen habe ich sie im Sandkasten, sagt sie.

91, 92, 93, 94, 95...(III)

Sonntag, 29. September 2013

91, 92, 93, 94, 95...

Sechsundneunzig - rot und blau

Ein Blick wie ein Versehen. Eine Berührung wie ein Irrtum. Ein Kuss wie ein Versprechen. Ihre Brüste kitzeln seinen Bauch. Ihre langen Haare fließen über seine Beine.

Könnte der Anfang eines Romans sein, den ich nur noch schreiben müsste. Doch ich traue mich nicht, denn immer purzeln Gedanken übereinander. Erinnerungen an einen Torwart von Hannover 96, der Sekunden vor dem Abpfiff den Fehlpass eines Gegners noch vor der Torauslinie erreichen will, dabei ins Straucheln kommt, deswegen den Ball in den Strafraum zurücklenkt, wo ein Gegenspieler steht, der die Pille nur noch ins leere Tor spitzeln muss.  4 : 3 für Arminia Hannover. Schluss.

Keine Schlangen vor den Kassenhäuschen. Das Stadion ist nicht ausverkauft, trotzdem gibt es keine Karten mehr. Sie dreht sich um, fragend. Was ist denn das? Wir gehen einfach rein, sagt er. Ich komme mit, sagt sie. Dieses Lokalderby lasse ich mir nicht entgehen. Für das die Arminia nicht genug Karten hat drucken lassen. Die Blauen haben mit diesem Ansturm nicht gerechnet, sagt jemand, der ihren Weg kreuzt.

Ein Trainer springt auf. Lass das, schreit er ins Feld. Einwürfe immer nur die Linie entlang. Wie oft soll ich das noch sagen? Sie nennen ihn Anna. Mit ihm ist der Erfolg zurückgekehrt. Die Blauen spielen mit den Roten in einer Liga.

Sie sitzt neben ihm. Nach dem Spiel. In einer Wohnung, in der sich Spieler und Trainer treffen. Auch Hans ist da. Der bleibt nie lange. Sobald jemand einen Witz über ihn macht, ist er weg. Zwei Brüder dagegen bleiben immer bis zum Schluss. Sie haben viel zu erzählen. Über ihren Trainer, der immer noch nicht weiß, wie sie heißen. Aber, sagen sie, der Werner kann Spieler motivieren, das gibt es gar nicht. Sie kuschelt sich an. Ihre langen Haare fließen über seinen rechten Arm wie wenig später über seine Beine. Die kennst du alle? fragt sie. Er nickt. Sie ist beeindruckt.

Könnte ich in den nächsten Absätzen meines Romans erzählen, der nicht nur in Hannover spielen würde, denn auch vor den Toren der Stadt haben viele Fußball-Prominente eine Rolle gespielt, beispielsweise ein Manager, der sich um Entlassungen nicht gekümmert hat, er arbeitete weiter, über Geldrollen für Spieler, wenn die nicht auf den Platz wollten - und über einen Blick wie ein Versehen. Vielleicht traue ich mich eines Tages doch noch.

Sie will nicht mehr neben ihm sitzen. Sie will mit ihm allein sein. Wo wohnst du, fragt sie. Nicht weit, antwortet er. Sie steigt in sein Auto. Sieht ihn an. Wir fahren zum Abenteuerspielplatz, sagt sie. In der Eilenriede, fragt er. Ja, in der Eilenriede.

Mord und andere Fouls





Samstag, 28. September 2013

Liga-Orakel 13/14 (VII)

Mein Herrchen hat keine Ahnung von Fußball - darüber freute sich auch schon Werner Biskup

1985 hat Werner Biskup als Trainer von Hannover 96 Schlagzeilen gemacht, weil er nach einem Auswärtssieg in Frankfurt entlassen wurde, morgen rückt der inzwischen 71-Jährige wieder ins Rampenlicht. Er ist ab 22.50 Uhr Gast im NDR-Sportclub. Worüber wird er diskutieren? Über einen Sieg, ein Unentschieden oder eine Niederlage in Leverkusen?

Ich als orakelnder Jagdterrier erwähne es zwar nicht gerne, aber mit meinem Herrchen Heinz-Peter Tjaden hat Werner Biskup auch schon einmal diskutiert. Bei einer Pressekonferenz nach einem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach. Biskup freute sich damals darüber, dass Heinz-Peter Tjaden keine Ahnung von Fußball hat (siehe seine Erzählung "Ich hörte sein Keuchen in meinem Rücken", erschienen bei www.lulu.com). Das ist bis heute so geblieben. Mein Herrchen hat keine Ahnung von Fußball.

Wie die Roten, wenn sie auswärts antreten müssen. Dann treten sie immer beiseite, sobald ein Stürmer der Heimmannschaft in den Strafraum will. Nur rote Teppiche nehmen sie zu Auswärtsspielen noch nicht mit. Den braucht Kießling aber auch gar nicht. Der trifft auch so. Bleibt die Frage: Und wie oft trifft Diouf, der wieder dabei ist? Leverkusen schießt heute die Tore 32 und 33 gegen die Roten. Das sehe ich klar vor mir.

Klar ist trotzdem: Hannover 96 bleibt die Nummer 1 im Norden.

Mittwoch, 25. September 2013

LIFE-Projekt

Blaue Schilder mit digitalem QR-Code

Das LIFE-Projekt „Hannoversche Moorgeest" setzt erste Zeichen. Im Projektgebiet stehen Schilder. Dies ist eine Auflage der zuständigen EU-Kommission, die dieses Naturschutzprojekt des Landes Niedersachsen und der Region Hannover mit erheblichen Mitteln fördert. Umgesetzt wird die Moorrenaturierung vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Hannover. Ziel des Projektes ist die Verbesserung der Moorflächen im Sinne des Naturschutzes in den vorhandenen Naturschutzgebieten Bissendorfer-, Helstorfer - und Otternhagener Moor sowie Schwarzes Moor bei Resse und in kleinen, bisher nicht unter Naturschutz stehenden Randbereichen der Moore.

Die Schilder sind blau, der Text weiß. Sie werden unter den vorhandenen Naturschutzgebiets-Schildern befestigt. Die neuen Schilder sind 42 cm hoch und 23 cm breit. Neben dem EU-LIFE-Emblem befindet sich auf dem Schild auch ein digitaler QR-Code, der mit dem Handy und einer geeigneten App eingescannt werden kann und den Nutzer direkt zur Website des Projektes leitet. Die Website kann auch direkt über  www.life-moorgeest.niedersachsen.de angesteuert werden.

Samstag, 21. September 2013

Liga-Orakel 13/14 (VI)

0,04 Tore gehen auch noch rein

Es rappelt in der Puppenkiste, 96 lässt die Puppen tanzen, kein langes Puppentheater mit Augsburg - solche Schlagzeilen sind der "Neuen Presse" heute nicht eingefallen. Andreas Willeke gefällt, dass Huszti wieder dabei ist. Der spiele gegen den Riegel. Nun habe ich schon oft in der Puppenkiste herumgeschnüffelt, einen Riegel aber fand ich nicht. Nicht einmal Leckerlis waren drin. In der Puppenkiste sah es also so aus wie täglich in meinem Fressnapf.

Während der "Neuen Presse" also nicht so ganz klar zu sein scheint, gegen wen die Roten heute gewinnen, ist mir bereits klar, dass Huszti zumindest an einem Tor beteiligt sein wird. Mit Huszti schießt Hannover 96 durchschnittlich 1,96 Tore, hat Andreas Willeke ausgerechnet. Da passen sicherlich auch noch 0,04 Tore in die Augsburger Puppenkiste. Wenn es nicht sogar noch häufiger rappelt, weil sich sicherlich auch die Gäste zu so manchem Angriff aufrappeln werden.

Zeitgleich, aber nicht auf dem gleichen Niveau findet in Hamburg der Nordgipfel statt, der sich mehrere hundert Meter unter der Bundesliga-Erde befindet. Die Hamburger werden wahrscheinlich noch tiefer sinken, die spielen immer unterirdisch. Können es aber besser. Sagen diese Gurken nach jeder Salatzubereitung. Mit diesem Essig kommen die nie wieder hoch.

Samstag, 14. September 2013

Liga-Orakel 13/14 (V)

Lasst die Bayern in Lederhosen grübeln

Die Bayern in neuen Kleidern ist für mich als Jagdterrier wie ein neues Fell ohne Flöhe. Dann würde mich nichts mehr kratzen. Wenn den FCB in Lederhosen heute Nachmittag nichts kratzt, können sich die Roten einen Punkt krallen. Würden die Bayern gar nicht merken. Der Schiedsrichter heißt Stieler und kommt aus Hamburg, dort ist der ERSV beheimatet, der nach dem Spiel in Dortmund weiter im Tabellenkeller beheimatet sein wird.

24 Mal ist Hannover 96 bisher nach München gereist, um dort durchschnittlich 2,71 Punkte abzuliefern. Meistens sind die Roten schon nach einer halben Stunde geliefert gewesen. Nun hat also Adidas den Bayern Lederhosen geliefert. Darauf muss 96 eine Antwort liefern. Aber bitte keine Lüttje Lage! Lütt sind die Roten in München schon viel zu oft gewesen, zu Größerem waren sie selten in der Lage.

Mögliche Antworten wären: Hannover 96 läuft in Windeln auf, als hätten sie Schiss vorm Gegner. Oder die Roten tragen Regenmäntel, als wollten sie den Gegner nass machen. Überziehen könnte sich Hannover 96 auch Trikots mit Stinkefinger, als rechneten sie mit einem ähnlich schlechten Abschneiden wie Steinbrück bei der Bundestagswahl. Dann hätten die Bayern was zum Grübeln. Wer bei einem Fußballspiel grübelt, gewinnt nicht...Höchstens 2 : 0.

Samstag, 31. August 2013

Liga-Orakel 13/14 (IV)

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Nur ich treffe immer

"96 ist in der Bundesliga gegen Mainz im eigenen Stadion noch ungeschlagen...Der Mainzer Nicolai Müller hat in dieser Saison schon vier Tore erzielt. Gegen 96 durfte Müller zweimal von Beginn an ran und traf dann immer." Lese ich heute in der "Neuen Presse". Meine Meinung dazu: Nur einer trifft immer. Das bin ich.

Erstes Orakel: Heute Nachmittag erleben die Roten zuhause etwas Neues. Bis zum Schluss stehen 22 Spieler auf dem Platz. Vom Platz gestellt wird nicht. Zweites Orakel: 96 zieht in der Tabelle an Werder vorbei. Drittes Orakel: Ich werde mich heute Abend nicht neben mein Herrchen aufs Sofa setzen. Denn der wird schlecht gelaunt sein. Ist immer so, wenn 96 gegen Mainz spielt, denn er mag beide Mannschaften. Gut gelaunt ist er nur nach einem Unentschieden.

Damit habe ich meine Orakel wieder einmal auf den Punkt gebracht. Wie der Hamburger SV die Bundesligasaison...




Samstag, 24. August 2013

Liga-Orakel 13/14 (III)

Schnappt euch die Pille

Wenn irgendwo eine Pille herumliegt, halte ich nicht erst einmal an und die Schnauze in die Luft, ich schnappe sie mir und lasse mein Herrchen Heinz-Peter Tjaden noch älter aussehen als er sonst schon ist. Ist in Wilhelmshaven so, in Hannover und in München. Ich bin immer schneller, wendiger und einfallsreicher. Und das soll bei Hannover 96 wieder einmal anders sein? Zuhause holen sie die Punkte, auswärts schauen sie zu, wenn sich der Gegner die Pille und die Punkte schnappt?

Das geht nicht in meinen Orakel-Hundekopf. Davon habe ich auch schnell die Schnauze voll. Jetzt also erst einmal Schalke und Mainz zuhause. Müssen sechs Punkte sein. Dann sind die nächsten Auswärtsspiele Spitzenspiele, in denen es für die Roten nur etwas zu gewinnen gibt. Ist auch schon mal eine gute Übung für das Pokalspiel.

Außerdem ist Schalke derzeit ein so genannter Aufbaugegner. Wie die ihr Spiel aufbauen, hat man ja auch in dieser Woche gesehen. Nämlich gar nicht. Anschließend behaupten die Spieler sogar noch, sie hätten phasenweise Hervorragendes geleistet. Dann werden sie auch heute gegen halb sechs die Niederlage gegen Hannover 96 hervorragend finden. Das sei ihnen gegönnt.

Dortmund hat gestern Abend gegen Werder Bremen vorgelegt, nun müssen Bayern München, Bayer Leverkusen und Mainz 05 nachlegen. Da muss ich nicht lange überlegen. Werden sie - München gegen Nürnberg, Mainz gegen Wolfsburg und Leverkusen gegen Gladbach. Pfote drauf.

Montag, 19. August 2013

Antibiotika

Wirksamkeit erhalten - Gesundheitsministerin entwickelt Strategie

Hannover. Antibiotika zählen zu den bedeutendsten Entwicklungen der modernen Medizin. Sie wirken bei bakteriellen Infektionskrankheiten und retten in vielen Fällen Leben. Je mehr Antibiotika eingesetzt werden, desto größer ist allerdings das Risiko, dass ihre Wirkung nachlässt.

Daher hat Niedersachsen eine Antibiotikastrategie entwickelt.

„Antibiotika müssen wirksam bleiben", sagt Niedersachsens Gesundheitsministerin Cornelia Rundt. „Ansetzen müssen wir an zwei Punkten. Erstens müssen wir Antibiotika gezielt einsetzen - dort wo sie wirklich nötig sind. Denn nur so können wir die Entwicklung von Resistenzen begrenzen. Zweitens müssen wir die Hygiene verbessern, um die Verbreitung von Resistenzen zu begrenzen."

Die Niedersächsische Antibiotikastrategie:

1. Deutschlandweit werden rund 85 Prozent der Antibiotika von niedergelassenen Ärzten verordnet. Daher hat das Niedersächsische Landesgesundheitsamt (NLGA) im Auftrag des Niedersächsischen Gesundheitsministeriums gemeinsam mit niedersächsischen Expertinnen und Experten einen Ratgeber für niedergelassene Ärzte entwickelt, der in komprimierter Form praxisnahe Tipps gibt, welche Antibiotika gezielt bei welchen Krankheiten verordnet werden. Dieser Ratgeber liegt jetzt in der ersten Auflage vor. „Der industrieunabhängige Ratgeber berücksichtigt sowohl aktuelle Leitlinien, als auch die derzeitige Resistenzsituation in Niedersachsen und soll Ärztinnen und Ärzten im niedergelassenen Bereich eine Entscheidungshilfe für einen zurückhaltenden und rationalen Einsatz von Antibiotika geben", sagt Dr. Matthias Pulz, Präsident des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes.

2. Um auch Ärztinnen und Ärzten in Krankenhäusern gezielte Strategien zur Sicherung rationaler Antibiotika-Anwendungen an die Hand zu geben, hat das NLGA im Auftrag des Gesundheitsministeriums gemeinsam mit der Ärztekammer Niedersachsen, der Apothekerkammer Niedersachsen und Fachleuten aus der Infektiologie eine Fortbildung entwickelt.

3. Auch Patientinnen und Patienten oder Eltern von erkrankten Kindern können ihren Beitrag zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika leisten. Im Fall von grippalen Infekten oder anderen Infektionserkrankungen ist es oft nicht nötig, Antibiotika einzunehmen. Um Patientinnen und Patienten zu erreichen, hat das Ministerium zusammen mit dem NLGA ein Informationsblatt erstellt, das in Apotheken ausgelegen hat und auf den Internetseiten des NLGA abrufbar ist.

4. Auf der Webseite www.antibiotikastrategie.niedersachsen.de stellt das NLGA für Patientinnen und Patienten und für Fachleute zum Thema Hygiene und zum Umgang mit dem Methicillin-resistenten Staphylokokkus aureus, kurz MRSA, bereit.

5. ARMIN (Antibiotika-Resistenz-Monitoring in Niedersachsen) bietet Fachinformationen zur Resistenzlage in Niedersachsen. Die Daten gewinnt das NLGA in enger Zusammenarbeit mit inzwischen 13 niedersächsischen Laboren. Dieses Instrument ist eine Grundlage für die Beratung zur Antibioikatherapie und eine Möglichkeit, Entwicklungen über die Zeit zu beobachten und damit auch zu evaluieren, ob die Maßnahmen greifen.

„Jeder Einsatz von Antibiotika kann die Resistenzentwicklung fördern. Wichtig ist daher erst eine kritische Indikationsstellung und dann eine zielgerichtete Antibiotikatherapie. Der neue Antibiotika-Ratgeber des NLGA erfüllt alle Kriterien, um der Ärzteschaft fundierte und praxisnahe Hinweise für eine zurückhaltende Antibiotikatherapie an die Hand zu geben", erklärt Dr. med. Gisbert Voigt, Vizepräsident der Ärztekammer Niedersachsen. „Besonders positiv hervorzuheben ist, dass er die unterschiedlichen Krankheitsbilder in einzelnen Kapiteln behandelt und die jeweils aktuellen Resistenzen darstellt sowie entsprechende Medikamente nennt. Auch im Bereich der Fortbildung sind wir auf einem sehr guten Weg: Die Ärztekammer Niedersachsen hat sich gerne als Kooperationspartner des NLGA am Ersten Basiskurs Antibiotikatherapie beteiligt. Wir freuen uns über die hohe Resonanz bei den Anmeldungen."

„Rund 22 Millionen Patienten haben im Jahr 2010 ein Antibiotikarezept erhalten. Das sind 31,5 Prozent aller GKV-Versicherten. Innerhalb Deutschlands werden Antibiotika regional unterschiedlich oft verschrieben. Dabei zeigen sich für Kinder und Jugendliche andere regionale Muster als für Erwachsene. Antibiotika gehören zu den häufigsten Arzneimittelverordnungen in Deutschland. Ihr breiter Einsatz wird inzwischen kritisch beurteilt, da sich zunehmend Resistenzen entwickeln und die Mittel dadurch ihre Wirkung verlieren. Daher begrüßt die Kassenärztliche Vereinigung die niedersächsische Antibiotikastrategie", sagt Dr. Jörg Berling, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN).

Um die Verbreitung bereits vorhandener Resistenzen einzuschränken, greift in Niedersachsen bereits die Niedersächsische Hygieneverordnung. Die Leitung jeder medizinischen Einrichtung ist danach für die Hygiene im Sinn eines Qualitätsmanagements verantwortlich. Daneben gibt es ein Begleitgremium, in dem Problemfelder der Hygiene im Kontext mit Antibiotikaresistenzen erörtert und überregionale Strategien abgestimmt werden. Auch auf kommunaler Ebene gibt es in Niedersachsen Netzwerke, zum Beispiel in Osnabrück, der Region Hannover oder das Hygienenetzwerk Südostniedersachsen. Ihr Ziel ist der offene Austausch zwischen den verschiedenen Institutionen, die Patienten betreuen. Wenn zum Beispiel ein mit MRSA besiedelter Patient aus einem Krankenhaus in eine Pflegeeinrichtung überwiesen wird, kann die Einrichtung informiert werden, damit das Personal dort die entsprechenden Hygienemaßnahmen ergreifen kann.

Samstag, 17. August 2013

Liga-Orakel 13/14 (II)

Fluchen die Roten auswärts nicht mehr?

Für mich als Jagdterrier gibt es keinen Auswärts-Fluch. Steht mir der Geruchssinn nach auswärts, lasse ich mich bei Radtouren mit meinem Herrchen erst einmal zurückfallen. Dann gebe ich den Lustlosen, der am liebsten seine Pfoten von sich strecken würde, um auszuruhen. Sobald mein Herrchen vom Rad gestiegen ist, weiß ich schon, wie ich an ihm vorbei- und für eine Nacht ins Tierheim komme, wo ich meinen Erfolg feiere, bis ich wieder nach Hause muss.

Andreasen ist zwar kein Jagdterrier, aber seit er wieder dabei ist, könnten sich bei den Roten auch auswärts die Knoten in den Pfoten lösen. Das ist fast so ein starker Typ wie ich. Ist die Abwehr dann auch noch erste Sané, muss man den Court nicht lange bitten und ist Diouf ein guter Zieler, bleibt Hannover 96 die Nummer 1 im Norden. Sonst nicht.

Ganz andere Sorgen haben Eintracht Frankfurt und Eintracht Braunschweig. Schon nach dem zweiten Spieltag ist das Gegentor-Konto der Hessen fast zweistellig und die Löwen strecken zahnlos im Tabellenkeller alle Viere von sich, weil sie gegen Dortmund mehr als vier bekommen haben.

Donnerstag, 15. August 2013

Disco-Urteil

Schadenersatz wegen Diskriminierung

Hannover (tj). Ein Deutscher türkischer Herkunft bekommt Schadenersatz, weil er nicht in eine Diskothek durfte. Die niedersächsische Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf, hat das Urteil des hannoverschen Amtsgerichtes begrüßt.  In einem "weltoffenen Land wie Niedersachsen mit seiner Vielfalt der Kulturen" dürfe kein Mensch wegen seiner Herkunft von Veranstaltungen ausgeschlossen werden.

Zugleich forderte die Landesbeauftragte die Gaststättenbetreiber auf, ihr Personal besser zu schulen und zu größerer Sensibilität anzuhalten. Das Personal der Diskotheken müsse toleranter werden. Doris Schröder-Köpf: "Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz ist konsequent anzuwenden. Werden Menschen mit Migrationshintergrund nur wegen ihrer Herkunft von Diskotheken abgewiesen, muss das entsprechend geahndet werden."

Mittwoch, 14. August 2013

Statt Studiengebühren

450 Millionen Euro für die Hochschulen

Hannover. Das Land ersetzt den niedersächsischen Hochschulen die Einnahmen aus dem Wegfall der Studiengebühren zu 100 Prozent. Wenn Niedersachsen die Studiengebühren zum Wintersemester 2014/15 abschafft, bekommen die Hochschulen in gleicher Höhe Studienqualitätsmittel überwiesen. Dafür stellt das Land bis 2018 mehr als 450 Millionen Euro bereit. Zudem wird die Landesregierung einen Hochschulentwicklungsvertrag mit den Hochschulen abschließen, die Studentenwerke finanziell stärker unterstützen, zusätzliche Mittel für die Universitätskliniken bereitstellen und Qualitätsstandards zur Betreuung von Doktorandinnen und Doktoranden verbindlich einführen.

Hochschulen erhalten Studienqualitätsmittel

„Die 450 Millionen Euro, die wir zusätzlich für die Hochschulen ausgeben, sind eine gute Investition in die Bildung. Mit diesem Geld werden wir die Studienbedingungen verbessert", sagte die Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Gabriele Heinen-Kljajić, am Mittwoch vor Journalisten in Hannover. Mit der gesetzlichen Einführung von Studienqualitätsmitteln werde gewährleistet, dass die Hochschulen alle Einnahmen dauerhaft und in voller Höhe aus dem Landeshaushalt ersetzt bekommen, die wegen der Abschaffung der Studiengebühren entfallen. „Damit behalten die Hochschulen in Niedersachsen Planungssicherheit", sagte dazu der Präsident der Landeshochschulkonferenz (LHK), Professor Dr.-Ing. Dr. h.c. Jürgen Hesselbach.

Zugleich werden die Studienqualitätsmittel dynamisch an die tatsächliche Zahl der Studierenden angepasst. Das Geld muss zweckgebunden eingesetzt werden, um die Qualität von Lehre und Studienbedingungen zu sichern und zu verbessern.

Hochschulentwicklungsvertrag schafft Planungssicherheit

Zusätzlich vereinbaren das Land Niedersachsen und die 21 Hochschulen einen Hochschulentwicklungsvertrag. Der gibt den Hochschulen weitere Planungssicherheit und schützt sie vor Kürzungen ihres Budgets. Der Vertrag soll noch in diesem Jahr in Kraft treten und regelt auch die inhaltlichen Leitlinien zur Hochschulentwicklung. Zudem werden die Grundlagen für das Hochschulsteuerungs- und Hochschulfinanzierungssystem weiterentwickelt.

Studentenwerke bekommen 1,8 Millionen Euro mehr

Die Service- und Beratungsangebote der Studentenwerke spielen beim Wettbewerb um Studierende eine immer größere Rolle. Die Arbeit der Studentenwerke bildet eine Grundlage für den erfolgreichen Studienverlauf. Weil die Zahl der Studierenden in den letzten Jahren stark gestiegen ist, müssen die Angebote der Studentenwerke ausgebaut werden. Für 2014 wird das Land deshalb den Studentenwerken 1,8 Millionen Euro mehr zur Verfügung stellen. Ihre Finanzmittel steigen damit auf 16,3 Millionen Euro pro Jahr. Damit stärkt das Land die Studentenwerke nachhaltig.

Mittel für Universitätskliniken steigen

Niedersachsen verfügt mit der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) über zwei bedeutende Einrichtungen der Hochschulmedizin. Beide erfüllen Aufgaben in Forschung und Lehre und auch in der Krankenversorgung. Die Universitätskliniken brauchen dringend Investiti­onsmittel, um marode Medizingeräte zu ersetzen. Wenn das nicht geschieht, werden Einschränkungen in der Krankenversor­gung befürchtet. Im Rahmen der Haushaltsverhandlungen konnte das Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) die Investitionsmittel für die beiden Universitätskliniken in Göttingen und Hannover um rund elf Millionen Euro erhöhen.
Qualität in Promotionverfahren sicherstellen

Um die Qualitätsstandards im Promotionswesen zu verbessern, will die Landesregierung Vereinbarungen mit den Hochschulen schließen. So sollen die Professorinnen und Professoren künftig mit ihren Doktorandinnen und Doktoranden Betreuungsvereinbarungen abschließen. Über einen „Betreuungsschlüssel" soll eine Obergrenze für die Anzahl der Promovierenden pro Professor festgelegt werden. Zudem müssen Promotionsverfahren künftig vollständig erfasst werden, was die Dauer oder die Abbruch- und Erfolgsqouten betrifft.

Freitag, 9. August 2013

Inklusive Schule

Bildungsangebot noch nicht groß genug

Hannover. Zum Schuljahresbeginn 2013/2014 wird in Niedersachsen die so genannte inklusive Schule verpflichtend eingeführt. Der Niedersächsische Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen, Karl Finke, begrüßt diesen Schritt. Zugleich betont er: „Inklusive Bildung ist in allen Lebensbereichen unabdingbar. Das reicht von der Krippe über Kindertagesstätten bis hin zur Erwachsenen- und beruflichen Bildung. Ich fordere daher, dass notwendige Rahmenbedingungen geschaffen und Ressourcen bereit gestellt werden, um die Qualität und Wirksamkeit eines umfassenden inklusiven Bildungsangebots nach Maßgabe der UN-Behindertenrechtskonvention zu gewährleisten."

Inklusion heiße, allen Menschen die uneingeschränkte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. „Für mich ist ein wesentlicher Bestandteil dabei die Wertschätzung in Bildung und Erziehung", sagt Finke. Die Einführung eines inklusiven Bildungssystems führe zu neuen Spannungen, die alle Beteiligte vor große Herausforderungen stelle, zugleich aber auch große Chancen biete, so Finke.

„Für mich als Landesbeauftragter ist der enge Zusammenhang zwischen inklusiver Bildung und sozialer Integration richtungweisend. Ich plädiere eindringlich für einen Perspektivwechsel mit dem Ziel ‚Bildung für alle'." Das verbriefe wirkungsvoll Chancengleichheit von der Basis an und habe nicht nur Modellcharakter an Schulen.

Montag, 5. August 2013

300 neue Ganztagsschulen

260 Millionen Euro für "Zukunftsoffensive Bildung"

Hannover. Die Niedersächsische Landesregierung will im Rahmen der „Zukunftsoffensive Bildung" in den kommenden vier Jahren mit rund 260 Mio. Euro erheblich in den Ausbau des Ganztagsschulbereichs investieren. „Damit ermöglichen wir einen Quantensprung in diesem Bereich: in der qualitativen Ausstattung des bisher vorhandenen Angebots und mit der Gründung von etwa möglichen weiteren 300 zusätzlichen Ganztagsschulen. Wir investieren in Qualität und Quantität", so die Niedersächsische Kultusministerin Frauke Heiligenstadt. Mit mehr und besseren Ganztagsangeboten verringere sich auch die immer noch zu große Abhängigkeit des Lernerfolgs von Schülerinnen und Schülern von der sozialen Herkunft der Eltern.

Heiligenstadt: „Mehr Ganztag ist der zentrale Baustein für mehr Bildungsgerechtigkeit".
Mit dem Vorhaben entspricht die Landesregierung dem Wunsch vieler Eltern nach mehr Ganztagsangeboten. Dies hat auch die jüngste Studie der Bertelsmann-Stiftung bestätigt, wonach sich etwa 70 Prozent der Eltern einen Ganztagsplatz für ihre Kinder wünschen.

„Als perspektivisches Ziel ist ein Rechtsanspruch auf einen Ganztagsschulplatz - wie in der Studie gefordert - wünschenswert", so Heiligenstadt. „In Niedersachsen geht es jedoch zunächst einmal darum, die vorhandenen Ganztagsschulen vernünftig auszustatten und weitere zu ermöglichen. Wir planen ein Angebot, bei dem Schülerinnen und Schüler verlässlich betreut und pädagogisch sinnvoll gefördert und gefordert werden - anders als bei der Vorgängerregierung, die nur auf eine ‚Ganztagsschule light' gesetzt hat. Dafür ist eine enorme Kraftanstrengung nötig."

In Niedersachsen gibt es derzeit rund 1600 Schulen mit einem Ganztagsangebot. Etwa 1200 davon, die unter Schwarz-Gelb genehmigt wurden, werden bisher jedoch lediglich zu ca. 25 Prozent vom Land finanziert. Zielmarke der „Zukunftsoffensive Bildung" ist die Ausstattung dieser und weiterer Schulen mit bis zu 75 Prozent des vollen Ganztagszuschlages an Lehrerstunden. Damit können erhebliche notwendige Qualitätsverbesserungen erzielt werden. Die „Zukunftsoffensive Bildung" ist auf den Zeitraum der mittelfristigen Finanzplanung bis 2017 ausgelegt und muss vom Niedersächsischen Landtag beschlossen werden.

„An den Schulen werden völlig andere pädagogische Konzepte möglich" sagte Heiligenstadt. „Wo bisher am Nachmittag eher Betreuungsangebote stattfinden, werden Schülerinnen und Schüler künftig gemäß ihrer Stärken und Schwächen bedarfsgerecht gefördert werden können. Das Nachmittagsangebot kann besser mit dem Vormittagsunterricht verzahnt werden. So kann endlich eine pädagogische Einheit im Ganztagsbereich entstehen".

Für das langfristige Ziel eines Rechtsanspruchs auf einen Ganztagsschulplatz, so die Ministerin, sei jedoch die Unterstützung des Bundes notwendig: „Die Erfahrung mit dem Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz hat gezeigt, dass die Kommunen und das Land mehr Unterstützung brauchen, die nur der Bund bieten kann."

Sonntag, 4. August 2013

Liga-Orakel 2013/14

Guten Abend,
hallo Fans,

da bin ich wieder. Euer Orakel-Hund, der auch in der nächsten Saison (fast) alle Ergebnisse richtig vorhersagen wird. Wieder bin ich bestens vorbereitet. Habe den "kicker" gelesen und "Sport-Bild". Dennoch wollen wieder einige klüger sein als ich. Schon 46 Tage vor Saisonbeginn hat Rainer Calmund in "Bild am Sonntag" die gesamte Hinrunde getippt. Der sollte lieber Flüge verticken, wenn er nicht gerade aus einem Ruderboot fällt. Aber natürlich, du Dickerchen: Erneut spritzen die Bayern an die Spitze, Dortmund paddelt hinterher. Für so was braucht man doch keinen Fußballverstand, wie nur ich ihn habe. Dafür braucht man nur ein Kurzzeitgedächtnis.

Schauen wir uns also den ersten Spieltag etwas genauer an. Eröffnet wird die Saison mit einem so genannten "Klassiker". Bayern München gegen Borussia Mönchengladbach. Der Tipp von Rainer Calmund: 3 : 1 für Guardiola. Dass ich nicht winsele. Wenn Uli Hoeneß auf der Tribüne sitzt, spielt der FCB gegen den Staatsanwalt. Die Gladbacher kommen also gar nicht bis zum Strafraum. Die bekommen keine Chance zur Bewährung. Schießen kein Tor. Jedenfalls nicht selbst. Und wenn Uli Hoeneß nicht auf der Tribüne sitzt? Dann tippe ich dieses Spiel nicht...

Verpfotet habe ich mich in der vorigen Saison eigentlich nur bei den Spielen von Hannover 96. Die Roten kehren mit gebrochenen Ohren aus Hamburg zurück. Bei der Victoria haben sie eine mühsame Victoria gefeiert, aber gegen Wolfsburg macht das Gewinnen Spaß. Was jedoch tippt Calmund? 1 : 1! Man, das ist ein Derby, bei dem es hoch hergehen wird. Rauf - und manchmal auch ein Wolfsburger vom Platz runter. Bis zum Sieg für Hannover 96. Wenn auch das wieder falsch ist, streiche ich die Roten aus meinem Orakel-Plan.

Pfote drauf!

Freitag, 26. Juli 2013

Zugelassen

Zur Bundestagswahl

Hannover. Der Niedersächsische Landeswahlausschuss hat in seiner heutigen Sitzung folgende Landeslisten für die Bundestagswahl am 22. September 2013 zugelassen, die in der nachfolgenden Reihenfolge auf dem Stimmzettel erscheinen werden:






Parteiname Kurzbezeichnung Zahl der Bewerberinnen und Bewerber
Christlich Demokratische Union Deutschlands in Niedersachsen CDU 43
Sozialdemokratische Partei Deutschlands SPD 60
Freie Demokratische Partei  FDP 24
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN  GRÜNE 20
DIE LINKE. Niedersachsen  DIE LINKE. 12
Piratenpartei Niedersachsen PIRATEN 16
Nationaldemokratische Partei Deutschlands NPD 10
PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ Tierschutzpartei 5
Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands MLPD 5
Alternative für Deutschland AfD 20
Bürgerbewegung pro Deutschland pro Deutschland 5
DIE REPUBLIKANER REP 6
FREIE WÄHLER Niedersachsen FREIE WÄHLER 13
Partei Bibeltreuer Christen PBC 9

insgesamt 248




Die Landeslisten der folgenden Parteien hat der Niedersächsische Landeswahlausschuss nicht zugelassen, da für diese nicht die erforderliche Anzahl von 2 000 Unterstützungsunterschriften eingereicht worden waren:

- Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP)

- Nein!-Idee (NEIN!)

- Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative (Die PARTEI Niedersachsen)

- RENTNER Partei Deutschlands (RENTNER)

- Partei der Vernunft Landesverband Niedersachsen (PARTEI DERVERNUNFT)

Gegen die ablehnende Entscheidung können die Parteien Beschwerde beim Bundeswahlausschuss einlegen, der dann spätestens am 1. August 2013 abschließend entscheidet.

Zur Bundestagswahl 2009 waren in Niedersachsen 12 Parteien mit Landeslisten angetreten, auf denen 249 Bewerberinnen und Bewerber kandidierten.

Donnerstag, 4. Juli 2013

Bildungspaket

Regierung startet "Zukunftsoffensive Bildung"

Hannover. Mehr Betreuungsplätze für unter dreijährige Kinder, eine bessere Ausstattung der Ganztagsschulen und deutliche Qualitätsverbesserungen im Bildungsbereich - das sind die Schwerpunkte der „Zukunftsoffensive Bildung", die Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt am Donnerstag (heute) vor Journalisten in Hannover vorgestellt hat.

„Wir bewegen im Kultusetat 420 Millionen Euro bis 2017 und schnüren damit das größte Bildungspaket in Niedersachsen. Das zeigt: für diese Landesregierung hat Bildung oberste Priorität. Von der Krippe über die Ganztagsschulen bis zur beruflichen Bildung werden zentrale Bereiche der niedersächsischen Bildungslandschaft dauerhaft gestärkt. Wir investieren in die Zukunft unserer Kinder und damit in die Zukunft des Landes Niedersachsen", erläuterte Heiligenstadt. Es gehe darum, alle Kinder bestmöglich und so früh wie möglich zu fördern, die Lernbedingungen flächendeckend zu verbessern und allen Kindern gleiche Bildungschancen zu ermöglichen. Dies sei der politische Gestaltungsanspruch der Landesregierung, es sei an der Zeit „neue Akzente zu setzten und im Bildungsbereich umzusteuern", so die Kultusministerin.

Die „Zukunftsoffensive Bildung" ist auf den Zeitraum der mittelfristigen Finanzplanung bis 2017 ausgelegt und besteht aus drei Schwerpunkten:

1. Frühkindliche Bildung 79, 2 Mio.:

  • Für die Schaffung von 5.000 zusätzlichen Krippenplätzen sind in der mittelfristigen Finanzplanung für den Kultusetat 38,5 Millionen Euro vorgesehen.

  • Das Land beteiligt sich an den für die geschaffenen Krippenplätze anfallenden Betriebskosten mit 40,7 Millionen Euro. Damit werden die Kommunen und Träger der Einrichtungen entlastet.

2. Ausbau der Ganztagsschulen 259 Mio. Euro:

  • Die Ausstattung aller Ganztagsschulen wird auf das Dreifache erhöht! Damit wird allen Ganztagsschulen ermöglicht, ihr Nachmittagsangebot schrittweise auszubauen und verstärkt durch Lehrkräfte, andere Landesbedienstete und Kooperationsverträge durchführen zu lassen.

  • Für die 1200 „Ganztagsschulen light" mit Minimalausstattung wird damit ein Qualitätssprung von reinen Betreuungsangeboten am Nachmittag hin zu Nachmittagsunterricht ermöglicht. Zielmarke ist die Ausstattung dieser Schulen mit bis zu 75 Prozent des vollen Ganztagzuschlages an Lehrerstunden.

  • Der Ganztagsbetrieb wird zum Großteil durch Beschäftigte in sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen und mit arbeitsrechtlich korrekten Verträgen durchgeführt.

3. Qualitätsverbesserungen 82,6 Mio. Euro:

  • Inklusion
    Für die Umsetzung der inklusiven Schule in Niedersachsen ist im MiPla-Zeitraum die Schaffung von 130 weiteren Stellen vorgesehen, was einer Erhöhung im Kultusetat um rund 20 Millionen Euro entspricht.

  • Inspektion und Schul- und Arbeitspsychologie
    Ausbau und Verstärkung der Unterstützungsangebote für Schulen: 56 Stellen bei der Schulinspektion („Schul-TÜV") und 28 Stellen bei der Schulentwicklungsberatung werden dauerhaft eingerichtet. Unterstützung und Beratung der Schulen durch 15 Stellen für Schul- und acht für Arbeitspsychologen und vier für Assistenzkräfte sind vorgesehen. Die Anzahl der Schulpsychologen wird damit auf 75 und die Anzahl der Arbeitspsychologen auf 13 angehoben. Diese Maßnahmen sind mit 18,1 Mio. Euro im Planungszeitraum veranschlagt.

  • Fort- und Weiterbildung
    Durch die Einführung der Inklusion und die Übernahme von Führungsaufgaben durch Lehrkräfte sind Fort- und Weiterbildungen notwenig zur Sicherung und Verbesserung der Qualität in Niedersachsens Schulen. Der Fortbildungsetat wird verdreifacht und die Honorare für Fort- und Weiterbildung zudem auf ein zeitgemäßes Niveau angepasst. Für diese Maßnahmen sind insgesamt 14,5 Mio. Euro veranschlagt.

  • Berufliche Bildung
    Die duale Berufsausbildung ist ein Erfolgsmodell. Der betriebliche Teil der Ausbildung wird auch in Zukunft vom Land unterstützt, damit die Handwerkskammern weiterhin in gut ausgestatteten Werkstätten ihren Beitrag zur dualen Ausbildung leisten können. Den Ausfall der EU-Mittel ab 2014 wird die Landesregierung daher aus Landesmitteln ausgleichen und 11,3 Mio. Euro für notwenige Investitionen in die Modernisierung der Gebäude und die Ausstattungen der überbetrieblichen Bildungsstätten bereit stellen.

  • Islamischer Religionsunterricht
Für die Einführung des islamischen Religionsunterrichtes als ordentliches Unterrichtsfach werden 7 Mio. Euro im Kultusetat bereitgestellt.


  • Berufsorientierung
    Die Arbeit der Koordinierungsstelle Berufsorientierung wird finanziell mit 4 Mio. Euro abgesichert. Die Schulen können damit auch in den nächsten Jahren die geprüfte Vermittlung von Angeboten für die Berufsorientierung wahrnehmen.

  • Bildungsregionen
    Das Land stärkt die Bildungsregionen mit zusätzlichen Ressourcen in Höhe von 1,9 Mio. Euro. Mehr Bildungskoordinatoren sollen beim weiteren Aufbau der Bildungsregionen unterstützen und für die Einrichtung von regionalen Bildungsbüros an die Träger der Bildungsregionen abgeordnet oder zugewiesen werden.

  • Arbeitsschutz/Gesundheitsförderung
    Rund 1,5 Mio. Euro zusätzlich werden für Maßnahmen des Arbeitsschutzes und der Gesundheitsförderung investiert.

  • Politische Bildung
    Die politische Bildung wird verstetigt und insbesondere die Aufklärungsarbeit zum Thema Rechtsextremismus gefördert. Mit 125.000 Euro, die in die Forstsetzung des Projektes „Demokratiebewusstsein an Schulen stärken - Rechtsextremismus entgegen treten" fließen, wird ein klares Signal für mehr politische Bildung in Niedersachsens Schulen gesetzt.

  • Gedenkstätten
    Das Land bekennt sich nachdrücklich zu seiner Verantwortung in der Gedenkstättenarbeit und stockt die Finanzhilfe für die Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten auf 4. Mio. Euro auf. Der Ausbau der Gedenkstätte der JVA Wolfenbüttel, der Gedenkstätte Liebenau und die Neugestaltungen der Ausstellungen in Moringen, Osnabrück, Salzgitter-Drütte und Wehnen werden damit vom Land finanziell abgesichert.

Für die Umsetzung der „Zukunftsoffensive Bildung" hat die Landesregierung den Kultusetat um 105 Mio. Euro im Zeitraum der mittelfristigen Finanzplanung erhöht. Außerdem werden alle Lehrerstellen, die durch sinkende Schülerzahlen freiwerden, im Bildungssystem gehalten. „Wir müssen uns aber weiteren finanziellen Spielraum erarbeiten. Vor allem der jetzige Zustand an drei Viertel der niedersächsischen Ganztagsschulen mit einer zu geringen Ausstattung ist nicht länger vertretbar. Die Maßnahmen, die wir zur Finanzierung der Bildungsoffensive vorgeschlagen haben, sind hingegen vertretbar und verkraftbar, auch wenn sie für die Betroffenen natürlich schmerzhaft sind. Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht", erläuterte Heiligenstadt.

Die Kultusministerin bezog sich damit auf die geplante Beibehaltung der aktuellen Regelung der Altersermäßigung über den 31.7.2014 hinaus und auf die Erhöhung der Unterrichtsstunden für die Lehrkräfte, die bisher lediglich eine Unterrichtsverpflichtung von 23,5 Stunden haben. Das ist bundesweit eine der geringsten Unterrichtsverpflichtungen für Lehrkräfte an Gymnasien. In den Nachbarländern Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein beispielsweise müssen die Lehrkräfte an Gymnasien 25,5 beziehungsweise 27 Stunden in der Woche unterrichten.

Freitag, 28. Juni 2013

Schlachthöfe

Wollen weiter Arbeiter ausschlachten

Hannover. Vertreter der niedersächsischen Schlacht- und Zerlegebetriebe haben am Donnerstagabend das Gespräch mit den Landesministern Olaf Lies (Wirtschaft) und Christian Meyer (Landwirtschaft) nach zweieinhalb Stunden scheitern lassen. „Unser Ziel war es, die Unternehmen von der Notwendigkeit fairer Arbeitsbedingungen zu überzeugen. Offenbar gab es bei den anwesenden Unternehmensvertretern aber keinen Willen zu einer Einigung", erklärten Lies und Meyer am Freitagmorgen.

„Die Industrie wollte sich nicht für einen Mindeststundenlohn von 8,50 Euro bei ihren Werkvertragsunternehmen einsetzen", erklärte Lies. „Besonders enttäuscht und verärgert bin ich darüber, dass die Fleisch verarbeitenden Unternehmen den Grundsatz ,Fairer Lohn für gute Arbeit' nicht akzeptieren. Es wurde ganz offen unterschieden zwischen der Stammbelegschaft und den vielfach aus Osteuropa stammenden Werkvertragsbeschäftigten, die offenbar weiter mit Dumpinglöhnen abgespeist werden sollen", so Lies weiter. „Eine solche Haltung ist nicht akzeptabel", sagte Christian Meyer: „Es drängt sich der Eindruck auf, dass es maßgeblichen Vertretern der Branche vor allem darum geht, mit dem massenhaften Missbrauch von Werkverträgen ihren Wettbewerbsvorteil zu behaupten."

Vor dem Hintergrund der andauernden, massiven öffentlichen Kritik an den Arbeitsbedingungen in der Branche bis hin zur teilweise menschenunwürdigen Unterbringung von Werkvertragsbeschäftigten hatten die Minister Lies und Meyer zum zweiten Mal zu einem Gespräch eingeladen. Gestern nahmen auch Vertreter der Gewerkschaft NGG teil. Seitens der Landesregierung war es am Donnerstagabend das Ziel, sich mit den Vertretern der Fleischindustrie auf ein Eckpunktepapier zu verständigen, das die Grundlage für weitere Gespräche und schließlich für eine Selbstverpflichtung der Branche sein sollte.

Die Vorschläge zu einer Selbstverpflichtung sahen für die Firmen unter anderem folgende Eckpunkte vor:

  • den Anteil der Stammbeschäftigten in ihren Betrieben so weit wie möglich zu erhöhen,
  • ihren Beschäftigten faire und sozialverträgliche Arbeits- und Lebensbedingungen zu ermöglichen,
  • einem Arbeitgeberverband beizutreten, um den Abschluss eines Branchentarifvertrages zu erreichen,
  • nur dann mit Unternehmen Werkverträge zu schließen, wenn diese sich ihrerseits verpflichten, einen Mindeststundenlohn von 8,50 Euro zu bezahlen und für menschenwürdige Wohnverhältnisse zu sorgen.

Christian Meyer sagte zum Scheitern der Verhandlungen: „Offenbar haben die Unternehmen immer noch nicht verstanden, welchen ungeheuren Imageschaden sie sich selbst zufügen. Nicht einmal die aktuellen staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen wegen des Verdachts der Hinterziehung von Sozialbeiträgen und missbräuchlich eingesetzter Werkverträge haben zur Einsicht geführt."

Olaf Lies fügte hinzu: „Die aktuellen Verhältnisse erinnern zum Teil an Menschenhandel und moderne Sklaverei. Die Unternehmen müssen verstehen, dass die niedersächsische Landesregierung und auch die Öffentlichkeit bis hin zu Institutionen wie der katholischen Kirche die derzeitigen Zustände nicht mehr akzeptieren. Die Unternehmen haben gestern Abend die Chance verpasst, endlich für positive Signale zu sorgen und sogar bundesweit eine Vorreiterrolle einzunehmen."

Das Wirtschaftsministerium wird nun schnellstmöglich eine Beratungsstelle für betroffene Werkvertragsbeschäftigte im Oldenburger Münsterland einrichten. Außerdem appellierten Meyer und Lies an die Bundesregierung „endlich den Weg freizumachen für einen gesetzlichen Mindestlohn. Die Verhältnisse in der Fleischindustrie zeigen, dass es ohne gesetzliche Regelungen einfach nicht geht. Außerdem muss die Bundesregierung dafür sorgen, dass der massenhafte und Missbrauch von Werkverträgen gestoppt wird."


Mittwoch, 19. Juni 2013

Niedersächsisches Hundegesetz

Hunde werden ab 24. Juni registriert

Hannover. Das Niedersächsische Hundegesetz ist mit den Regelungen zur Haftpflichtversicherung und zur Kennzeichnung (Chippung) des Hundes bereits im Juli 2011 in Kraft getreten, die Anmeldung im Zentralen Register und die Pflicht zum Nachweis der Sachkunde werden jedoch erst zum 1. Juli 2013 verbindlich.

Jeder Hundehalter muss künftig sein Tier beim Zentralen Register melden. Die Registrierung wird durch die Kommunale Systemhaus Niedersachen GmbH (KSN) durchgeführt und ist ab 24. Juni möglich. Für jede Online-Registrierung werden Kosten in Höhe von 14,50 Euro (zuz. MwSt.) anfallen. Eine telefonische bzw. schriftliche Anmeldung kostet 23,50 Euro (zuz. MwSt.). Die Gebühr muss nur einmalig bezahlt werden und deckt alle Änderungen für den gemeldeten Hund ab.

Alle Neuhundehalter, die sich nach Juli 2011 erstmals einen Hund angeschafft haben und laut Gesetz nicht anderweitig als sachkundig gelten, müssen außerdem eine Sachkundeprüfung ablegen. Die Prüfungen können ab 1. Juli abgelegt werden. Auf der Homepage des Ministeriums für Landwirtschaft (ML) ist eine Liste der bisher anerkannten Prüfer eingestellt. Die Prüfungsordnung für den theoretischen und den praktischen Teil wird derzeit vom ML an alle Prüfer verschickt. Beide Prüfungen werden jeweils ab 40 Euro kosten, die genauen Beträge legen die jeweiligen Prüfer fest.

Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer: „Mit den umfassenden Regelungen des Hundegesetzes sind wir in Niedersachsen Vorreiter für die effektive Prävention vor Beißattacken und verbessern gleichzeitig den Tierschutz in der Hundehaltung durch die nachzuweisende Sachkunde. Die in dem Gesetz enthaltenen Maßnahmen greifen zielgerecht ineinander und tragen so zu einem sicheren Miteinander von Hund und Mensch bei."

Das Hundegesetz basiert auf einem gemeinsamen Landtagsbeschluss der Fraktionen von CDU, SPD, Grünen und FDP aus dem Jahr 2011 und hat viel Lob seitens der Wissenschaft aber auch von Hundehalter- und Tierschutzverbänden bekommen. Denn es setzt vor allem bei der Schulung des Halters an und verzichtet auf pauschale Rasselisten.

Ausführliche Informationen stehen auf der Homepage des ML unter www.ml.niedersachsen.de. Hier finden Interessierte unter anderem einen Fragen-&-Antworten-Katalog, eine Liste mit Literaturvorschlägen zur Vorbereitung für den Sachkundenachweis sowie eine Liste mit den derzeit anerkannten Prüfern.

Freitag, 7. Juni 2013

Groenewold scheitert

 

Pressemitteilung des Verwaltungsgerichtes Hannover


1. Kammer lehnt mit Beschluss vom 31. 5. 2013 Eilantrag ab, der auf die Unterlassung von Äußerungen gerichtet ist, Groenewold habe versucht, „Beweise aus der Welt zu schaffen".
Der Celler Generalstaatsanwalt hatte im Zusammenhang mit der Anklagerhebung gegen den früheren Bundespräsidenten Christian Wulff der Zeitung „Welt am Sonntag" ein Interview gegeben. In der Ausgabe der Zeitung vom 21.04.2003 erschien dazu ein Artikel, in dem es unter anderem hieß:

„Ausschlaggebend für die Aufnahme der Ermittlungen seien am Ende Presseberichte gewesen, die belegten, dass Wulff's Mitangeklagter David Groenewold versucht habe, „Beweise aus der Welt zu schaffen"."

Der Antragsteller begehrt eine einstweilige Anordnung, mit der der Generalstaatsanwalt verpflichtet wird, die Behauptung zu unterlassen, er - Groenewold - habe versucht, Beweise aus der Welt zu schaffen.

Diesen Antrag lehnte das Gericht ab, weil der Generalstaatsanwalt mit seinen Äußerungen, die sich auf die Situation im Jahr 2012 bezogen, schon nicht wahrheitswidrig behauptet habe, der Antragsteller habe versucht, Beweise aus der Welt zu schaffen.

Aus dem Gesamtzusammenhang des Presseartikels werde vielmehr deutlich, dass sich die Äußerungen auf die Situation im Frühjahr 2012 und den damaligen Anlass für die Aufnahme der Ermittlungen bezogen hätten. Aus dem Kontext werde deutlich, dass für die Staatsanwaltschaft aufgrund der Umstände im Jahr 2012 seinerzeit ein Punkt erreicht gewesen sei, Ermittlungen aufzunehmen. Ausschlaggebend dafür seien unter anderem Presseberichte gewesen, die aus der Sicht der Ermittlungsbehörden im Frühjahr 2012 belegt hätten, dass der Antragsteller versucht habe, Beweise aus der Welt zu schaffen.

Gegen die Entscheidung ist die Beschwerde vor dem Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht in Lüneburg zulässig.

Aktenzeichen: 1 B 3100/13