Mittwoch, 30. Mai 2012

Bildungskatastrophe

Wird von McAllister und Althusmann als Erfolg verkauft

Was für eine Bildungskatastrophe! Die der niedersächsische Ministerpräsident David McAllister und der niedersächsische Kultusminister Bernd Althusmann nun auch noch als Erfolg verkaufen wollen. Die Schülerzahl pro Klasse soll im nächsten Schuljahr an Gymnasien ab der 10. Klasse 26 betragen. Mit denselben Massenveranstaltungen sollen auch Grundschulen in Niedersachsen ihren Bildungsauftrag erfüllen.

Mehr Lehrer brauche das Land deswegen nicht, sagen ein Ministerpräsident, der nächstes Jahr wiedergewählt werden möchte, und ein Kultusminister, der zu den Farblosesten seiner Zunft gehört und am Bildungssystem herumgedoktort hat als könne dieser Patient gar nicht mehr sterben, weil er - bereits tot ist.

Die vom Land vorgegebenen Zahlen führen zu Schulschließungen in Städten und Kommunen, spiegeln sich wider in Umfragen, bei denen weit mehr als die Hälfte der Lehrerinnen und Lehrer gesteht, dass sie keine Lust mehr hat, Kinder werden zu Schulen gekarrt, die von ihren Elternhäusern so weit entfernt sind als müsse schon ein 7-Jähriger auf Fernreisen vorbereitet werden, die er sich als Erwachsener kaum wird leisten können, weil ihm schon vor der Lehre bestätigt werden muss, dass er keine der Grundvoraussetzungen für eine qualifizierte Ausbildung besitzt.

18 Schülerinnen und Schüler ist dermaleinst das Ziel gewesen - und fast alle Experten waren sich einig, dass nur dann ein sinnvoller Unterricht möglich ist. Jedes Jahr zu Weihnachten leierten Politiker das Lied "Bildung ist eine Investition in die Zukunft" herunter, bis 40 Prozent der Wählerinnen und Wähler nicht mehr zu Wahl gingen.

Die Parteien, die dieses Liedlein ohne Zähne im Mund weiter trällern, sollten endlich konsequent sein und sagen: Wir verzichten auf Bildungspolitik...Dann bekommt jede und jeder von ihnen 500 Euro Betreuungsgeld pro Monat, das sie aber nur in einem fernen Land ausgeben dürfen.

Mit dem Rad

Ab und zu das Auto stehen lassen. Montage: Malte Wilken















Zum Arbeitsplatz

Hannover. Sommeraktion „Mit dem Rad zur Arbeit". Aufgerufen sind alle Berufstätigen, an mindestens 20 Arbeitstagen das Auto stehen zu lassen und stattdessen das Fahrrad für den Berufsweg zu nutzen - als Pendler kombiniert mit Bus und Bahn. Das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration, die AOK Niedersachsen und der ADFC Niedersachsen stellen diese Aktion bereits zum neunten Mal auf die Räder. Schirmherrin ist Sozialministerin Aygül Özkan.

„Wer den Weg zur Arbeit ganz oder teilweise mit dem Fahrrad zurücklegt, hält sich fit und tut auch der Umwelt etwas Gutes. Obendrein winken allen erfolgreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmern tolle Gewinne", sagt Niedersachsens Sozialministerin Aygül Özkan zum Auftakt der Aktion.

Dr. Jürgen Peter, Vorstandsvorsitzender der AOK Niedersachsen, bekräftigt: „Die Initiative hat im vergangenen Jahr 35.140 Beschäftigte aus 2.663 Firmen mobilisiert. Das zeigt eindrucksvoll, dass viele Menschen bereit sind, auf das Auto zu verzichten und den Weg zum Arbeitsplatz gesundheitsbewusst und umweltschonend zurückzulegen."

Volker Czech, stellvertretender Landesvorsitzender und Gesundheitsexperte im ADFC Niedersachsen, ruft ebenfalls zur Teilnahme auf: „Wir vom ADFC wissen, dass Rad fahren Spaß macht und gesund ist! Machen Sie mit, steigen Sie auf - schon eine halbe Stunde Rad fahren am Tag fördert Ihre Gesundheit und steigert Ihr Allgemeinbefinden erheblich. Mit dem Rad zur Arbeit zu fahren ist die beste Möglichkeit, die Umwelt zu schützen und gleichzeitig etwas für sich selbst zu tun."

So funktioniert die Teilnahme

Die Aktion läuft vom 1. Juni bis zum 31. August. Die Teilnahme im Vierer-Team mit Arbeitskollegen oder als Einzelfahrer ist kostenfrei. Als Teilnahmeschein fungiert ein Aktionskalender, in dem einfach die Tage markiert werden, an denen zur Arbeit geradelt wurde. Zur Motivation gibt es neben dem Plus für die Gesundheit und Umwelt zusätzlich Preise im Gesamtwert von über 22.000 Euro zu gewinnen - wie zum Beispiel Trekkingräder, Städtereisen, Navigationssysteme und Sicherheitsschlösser. Als Teampreis wird eine Fahrt im Heißluftballon ausgelobt. Eine zusätzliche Chance auf schöne Preise besteht unter www.aok-radgewinnspiel.de.

Arbeitgeber, die Radfahrer in ihrer Firma unterstützen und sich damit aktiv in der Gesundheitsförderung engagieren, können am Sonderwettbewerb „Fahrradaktiver Betrieb 2012" teilnehmen. Beim Online-Kreativ-Wettbewerb gibt es jeden Monat ein E-Bike im Wert von 2.399 Euro zu gewinnen. Außerdem ist ein Kohlendioxid-Rechner als mobile Anwendung für Smartphones eingerichtet, mit dem die tägliche Treibhausgas-Ersparnis bequem errechnet werden kann.

Unterstützt wird die Aktion vom DGB Niedersachsen - Bremen - Sachsen-Anhalt sowie den Unternehmerverbänden Niedersachsen. Weitere Infos und Anmeldeunterlagen gibt es bei der AOK vor Ort, in den Personalbüros der beteiligten Firmen sowie im Internet unter www.mit-dem-rad-zur-arbeit.de/niedersachsen .

Sonntag, 27. Mai 2012

Betr. Staatsanwaltschaft Hannover

Nun ist auch noch eine Verfassungsbeschwerde verschwunden

"Der Eingang einer Verfassungsbeschwerde von Ihnen vom 15. Dezember 2009 kann hier leider nicht festgestellt werden." Schreibt mir die Regierungsangestellte Göckede im Namen des Bundesverfassungsgerichtes (AR 3383/12).

Ist wohl wie bei Clausthaler. So, wie es vorkommen kann, dass ein Gast dieses alkoholfreie Bier noch nicht kennt, kann es beim Bundesverfassungsgericht vorkommen, dass eine Verfassungsbeschwerde, die ich als Internet-Fax, als mail und auf dem Postweg nach Karlsruhe geschickt habe, nicht ankommt. Ebenso vorkommen kann es, dass die Regierungsangestellte Göckede mit ihrer Antwort beweist, dass sie meine Erinnerung nicht gelesen haben kann. Diese Erinnerung habe ich auch Bundespräsident Joachim Gauck geschickt. Der könnte notfalls bestätigen, dass ich mit meiner Vermutung nicht ganz falsch liege.

In meiner Erinnerung vom 1. Mai 2012 habe ich das Bundesverfassungsgericht darauf hingewiesen, dass es in meiner Verfassungsbeschwerde vom 15. Dezember 2009 um ein Verhalten geht, das vom Landgericht in Hildesheim gerügt worden ist. Außerdem habe ich dem Gericht einen Link zu meiner Verfassungsbeschwerde geschickt. Der nicht angeklickt worden sein kann. Wenn aber meine Erinnerung beim Bundesverfassungsgericht verschwunden ist, warum hat diese Regierungsangestellte dann nicht im Netz nachgelesen, was ich am 15. Dezember 2009 geschrieben habe? Ich habe mich über die Verschleppung eines Ermittlungsverfahrens der Staatsanwaltschaft Hannover beschwert. Das nimmt diese Regierungsangestellte einfach nicht nur Kenntnis.

Statt dessen antwortet sie mir: "Ergänzend wird bereits darauf hingewiesen, dass Ihrem Telefax entnommen wird, dass Sie sich wohl gegen eine Entscheidung des Landgerichtes Hildesheim von September 2006 wenden wollen." So was kann ja einmal vorkommen? In meiner Erinnerung erwähne ich ein Ermittlungsverfahren. Seit wann führen Gerichte Ermittlungsverfahren? In meiner Erinnerung weise ich auf eine Rüge des Landgerichtes Hildesheim hin. Die gar nicht nachgelesen wird.

Weiter schreibt die Regierungsangestellte Göckede, dass die "Einlegungs- und Begründungsfrist" für eine Verfassungsbeschwerde einen Monat betrage. Da hat das Bundesverfassungsgericht aber Glück gehabt. Meine Verfassungsbeschwerde ist nicht nur verschwunden, ich habe sie auch zu spät begründet.

Trotzdem heißt es an anderer Stelle: "Es wird Ihnen anheim gestellt, Ihre Verfassungsbeschwerde hier schriftlich einzureichen." Soll ich persönlich vorbeikommen, damit mir der Pförtner gleich sagen kann, dass ich vergeblich angereist bin?

Soll ich diesen unglaublichen Skandal noch einmal kurz zusammenfassen? Aber gern: Am 3. November 2003 hebeln Kripobeamte aus Garbsen meine Wohnungstür auf, sie stehen um 7 Uhr morgens neben meinem Bett, reißen mich aus dem Schlaf. Vorgeworfen wird mir die Verbreitung von Kinderpornografie. Angebliches Beweismittel ist eine einzige Datei! Nach über einem halben Jahr bekommt meine Anwältin endlich die Akte. Die Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Hannover hat bis dahin immer nur der Presse Auskunft gegeben...Ich verlor einen Job nach dem anderen...

Immer wieder schrieb ich deswegen an das niedersächsische Justizministerium, das mir eine Antwort des Generalstaatsanwaltes versprach, die ich nie bekommen habe. Zweieinhalb Jahre später bastelte die Staatsanwaltschaft Hannover eine Klageschrift zusammen, die ich vor Gericht zerfetzte. Ohne Anwalt. Ein halbes Jahr später stellte das Landgericht von Hildesheim fest, dass die Staatsanwaltschaft von Hannover das Verfahren nicht nur verschleppt hatte, sie hatte mich auch zu Unrecht angeklagt. Also versprach mir ein Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft Hannover am Telefon eine gütliche Einigung, wenn ich mich still verhalte. Tat ich. Leider. Denn dieser Mitarbeiter, der sich Wendt nannte, hatte mich belogen.

Dazu fällt mir immer eine Begegnung ein, die ich im Dezember 2003 auf der Straße mit einem CDU-Mitglied hatte, das für einen großen Hamburger Verlag arbeitet. Dieses CDU-Mitglied sagte: "Das ist die größte Intrige, von der ich jemals gehört habe."

Auch diesen Beitrag schicke ich nicht nur an das Bundesverfassungsgericht, sondern auch an Bundespräsident Joachim Gauck.

Teil II: Weitere Schlampereien der Staatsanwaltschaft von Hannover



Freitag, 25. Mai 2012

Häusliche Gewalt

Netzwerk ProBeweis soll noch dichter werden

Hannover/Oldenburg. Jede vierte Frau in Deutschland wird einer Studie des Bundesfamilienministeriums* zufolge mindestens einmal im Leben Opfer von häuslicher Gewalt oder einer Sexualstraftat. Täter sind ehemalige oder aktuelle Partner. Die Frauenhäuser, Gewaltberatungsstellen und Beratungs- und Interventionsstellen gegen häusliche Gewalt (BISS) haben im Jahr 2011 allein in Hannover und der Region 5.150 und im Landkreis Oldenburg 1.049 Betroffene von häuslicher oder sexueller Gewalt registriert. Die Experten gehen aber von einer wesentlich höheren Dunkelziffer aus. Gerade bei häuslicher Gewalt oder Sexualstraftaten im sozialen Umfeld besteht für die Betroffenen eine hohe Hemmschwelle, ihre Rechte wahrzunehmen und sofort bei der Polizei eine Anzeige zu erstatten.

Falls sie sich doch zu dem Schritt entscheiden, ist für eine erfolgreiche Strafverfolgung aber eine zeitnahe und gerichtsverwertbare Dokumentation und Beweissicherung notwendig. Hier greift ein neues Projekt der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH): Am MHH-Institut für Rechtsmedizin startet am 1. Juni dieses Jahres das Projekt „Netzwerk ProBeweis". Den Betroffenen soll in Opferambulanzen die Möglichkeit gegeben werden, für eine eventuelle spätere Beweisführung Verletzungen dokumentieren und Spuren sichern zu lassen - ohne unmittelbar nach der Tat eine Strafanzeige erstatten zu müssen.

Das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration finanziert das Projekt über drei Jahre mit jeweils 270.000 Euro.

„Opfer häuslicher Gewalt oder einer Sexualstraftat sind oftmals so stark traumatisiert, dass sie erst Monate oder Jahre danach Anzeige erstatten können. Je mehr Zeit verstreicht, desto schwieriger wird allerdings die Beweislage. Mit dem Projekt wollen wir den Mädchen und Frauen die Chance geben, wichtige Beweise auch ohne Strafantrag zu sichern. Mit der professionellen Spurensicherung ermöglichen wir ihnen eine spätere Beweisführung vor Gericht", betont Niedersachsens Sozial- und Frauenministerin Aygül Özkan.

In der Rechtsmedizin der MHH in Hannover und in der Außenstelle des Instituts in Oldenburg gibt es Beweisambulanzen ab dem 1. Juni 2012, weitere sollen folgen.

Die im Rahmen des Projekts gewonnenen Spuren können, nach Freigabe durch die Betroffenen, in Ermittlungs- und Strafverfahren eingebracht werden. „Für die Justiz zeichnet sich hierdurch eine Möglichkeit ab, die Beweissituation in einer Reihe von Strafverfahren entscheidend zu verbessern, in denen derzeit noch die Situation Aussage gegen Aussage besteht", lobt Justizminister Bernd Busemann. Eine Kollision mit dem Legalitätsprinzip, das das Verfolgen jeder Straftat gebietet, die den Ermittlungsbehörden bekannt wird, sei nicht zu befürchten. „Durch das Projekt werden die Opfer angesprochen, die sich erst später zur Anzeigeerstattung entschließen. Zudem wird die Vernetzung des Projekts mit Opferhilfe und Opferberatungsstellen dabei helfen, Opfern durch Beratung den Weg zur Anzeigeerstattung zu erleichtern", so Busemann.

Häusliche Gewalt ist meist keine einmalige Tat. Die Betroffenen werden oft immer wieder Opfer von körperlichen oder sexuellen Übergriffen. Trotzdem ist es für sie schwierig die Gewaltspirale zu durchbrechen. Sie befinden sich nicht selten in einer akuten Belastungssituation, leiden an psychischen und physischen Tatfolgen, schämen sich, machen sich Selbstvorwürfe - und scheuen den Weg zur Polizei. Damit unterbleibt vielfach auch eine sofortige Strafanzeige. „Bisher gibt es in Niedersachsen keine entsprechenden Anlaufstellen für Opfer von Gewaltstraftaten", erklärt Professor Dr. Michael Klintschar, Leiter des MHH-Instituts für Rechtsmedizin. „Deshalb wollen wir ihnen in unseren Beweisambulanzen schon vor der Erstattung einer Strafanzeige zur Abklärung eine zeitnahe, spezifische ärztliche Untersuchung, Dokumentation und Beweissicherung ermöglichen." Denn sollte sich eine Frau erst nach einiger Zeit für eine Strafanzeige entscheiden, wären mögliche gerichtsverwertbare Beweismittel verloren.


Das MHH-Institut für Rechtsmedizin verfügt über die notwendigen forensischen Kenntnisse und Erfahrungen bei der gerichtsverwertbaren Befunddokumentation. Aus diesem Grund sind die ersten beiden Beweisambulanzen auch dort angesiedelt. „Mit der verfahrensunabhängigen Beweissicherung werden mögliche Tatspuren standardisiert dokumentiert und professionell gesichert. Hierzu werden die Betroffenen körperlich untersucht und Fotos von Spuren gemacht. Falls notwendig werden Abstriche sowie Urin- und Blutproben genommen", beschreibt Privatdozentin Dr. Anette Solveig Debertin, Ärztin am MHH-Institut für Rechtsmedizin, das Vorgehen in den Ambulanzen. Das Beweismaterial wird anschließend fachgerecht gelagert.

Das „Netzwerk ProBeweis" soll nicht auf die Standorte in Hannover und Oldenburg beschränkt bleiben. „Wir wollen ein Netz knüpfen, das so dicht ist, dass jedes Opfer in Niedersachsen nicht mehr als 100 Kilometer von einer Untersuchungsstelle entfernt wohnt", sagt Professor Klintschar. Dafür möchten die Rechtsmediziner landesweit mindestens zehn Partnerkliniken gewinnen, die über eine Notfallambulanz/Chirurgie und eine Gynäkologie verfügen. Als erste hat sich die MHH-Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe entschlossen mitzumachen. „Das Thema ‚Häusliche Gewalt' muss mehr in die Öffentlichkeit gerückt werden. Den betroffenen Frauen muss geholfen werden. Der Weg in eine Frauenklinik ist häufig leichter als der Gang zur Polizei. Deshalb machen wir gerne mit", erklärt Klinikdirektor Professor Dr. Peter Hillemanns. Noch in diesem Jahr sollen weitere Beweisambulanzen in den Einzugsgebieten Osnabrück, Braunschweig und Stade/Lüneburg hinzukommen.

„Alle Anlaufstellen sollen bei der forensischen Untersuchung nach demselben Standard vorgehen und arbeiten mit einheitlichen speziell hierfür von uns entwickelten Dokumentationsbögen und Untersuchungskits", erläutert PD Dr. Debertin ein Ziel des Netzwerks. Deshalb lernen die Ärztinnen und Ärzte in den Partnerkliniken vorher in speziellen Schulungen, wie Beweise und Spuren gerichtsverwertbar gesichert werden. „Da diese Kenntnisse in der medizinischen Ausbildung bisher oft vernachlässigt werden, können wir von den Kolleginnen und Kollegen natürlich nicht erwarten, dass sie sich auf dem Gebiet auskennen", sagt die Rechtsmedizinerin. „Das Ganze ist aber nicht schwierig, man muss nur wissen, wie es geht." Ihre Kollegin Dr. Tanja Germerott stellt den Gynäkologinnen und Gynäkologen beispielsweise den Inhalt der Untersuchungskits vor. Diese werden allen Partnerkliniken zur Verfügung gestellt. Die Kits enthalten alle Utensilien - beispielsweise Tupfer für Abstriche, Röhrchen für Blutproben und Asservierungstütchen - die für die Untersuchung und fachgerechte Beweissicherung gebraucht werden. Sie sind in den Anforderungen mit den Standards, die auch die Polizei einhält, abgestimmt. Ein Dokumentationsbogen gehört ebenfalls dazu. „Er führt die Ärztinnen und Ärzte wie ein Leitfaden durch den Ablauf der Untersuchung", erklärt Dr. Germerott.

Neben anderen Kliniken wünschen sich die Rechtsmediziner vom „Netzwerk ProBeweis" auch Frauenhäuser, Beratungsstellen und andere Institutionen der Opferhilfe als Partner. Professor Klintschar: „Wir würden diese Einrichtungen gerne mit unserem rechtsmedizinischen Wissen unterstützen und vernetzen. Optimal wäre es natürlich, wenn sie auf Wunsch der betroffenen Frauen den Kontakt zu uns herstellen."

Die Beweisambulanzen in Hannover und Oldenburg stehen nicht nur Frauen, sondern auch Männern, die Opfer häuslicher Gewalt geworden sind, zur Verfügung. Die Kontaktdaten in Hannover: Netzwerk ProBeweis, Sekretariat, Gabi Lüning, Telefon (0511) 532-5533, luening.gabi@mh-hannover.de oder ProBeweis@mh-hannover.de. Die Kontaktdaten in Oldenburg: Netzwerk ProBeweis, Dr. Ulrich Stefan Preiß, Telefon (0176) 1532-4572, preiss.ulrich@mh-hannover.de.
Weitere Informationen erhalten Sie bei Professor Dr. Michael Klintschar, Telefon (0511) 532-4570, klintschar.michael@mh-hannover.de, PD Dr. Anette Debertin, Telefon (0511) 532-4589, debertin.anette@mh-hannover.de und Dr. Tanja Germerott, Telefon (0511) 532 5928, germerott.tanja@mh-hannover.de, MHH-Institut für Rechtsmedizin.

*Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Prävalenzstudie „Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutsachland", 2004

Mittwoch, 23. Mai 2012

Farbe bekennen

Diese "tanzenden Bäume" hat eine der
Künstlerinnen aus Barsinghausen als
16-Jährige gezeichnet.





















Ausstellung im Rathaus

"Farbe bekennen" lautet das Motto einer Ausstellung, die derzeit im Rathaus von Barsinghausen gezeigt wird.

Mehr hier

Dienstag, 22. Mai 2012

Projekt in JA Hameln





Mit Fußball in ein Leben ohne Straftaten

Hameln. Justizminister Bernd Busemann hat heute in der Jugendanstalt (JA) Hameln den Startschuss für das Projekt "Anstoß für ein neues Leben" gegeben. Mit dabei waren auch die Vertreter der Partner des Projekts, DFB-Vizepräsident Karl Rothmund, Präsident des Niedersächsischen Fußballverbandes und Vorsitzender der Sepp-Herberger-Stiftung, sowie Christopher Kück aus der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit in Hannover.
„Als Mannschaftssport trägt Fußball dazu bei, Qualitäten wie Teamgeist, Fairness und Zusammenhalt zu fördern. Diese Werte sind gerade auch in der heutigen Zeit für unsere Jugendlichen von großer Bedeutung. Das Projekt `Anstoß für ein neues Leben´ fördert die Motivation der Jugendlichen und hilft ihnen bei ihren Resozialisierungsbemühungen", sagte Busemann zu Beginn der Veranstaltung. „Darüber hinaus bietet es den straffällig Gewordenen aber auch weitere Perspektiven: Dazu zählen Trainer- und Schiedsrichterausbildungen, Bewerbertrainings, Schuldnerberatung und weitere Soziale Trainingsmaßnahmen. Ich freue mich, dass wir nun auch in Niedersachsen diese beispielhafte Initiative anbieten können."
„Anstoß für ein neues Leben" bietet jungen Gefangenen und Haftentlassenen systematische Unterstützung bei der sozialen und beruflichen Wiedereingliederung durch Akteure aus Sport, Justiz und Arbeitsmarkt. In Zusammenarbeit mit dem Justizministerium, der Bundesagentur für Arbeit, den teilnehmenden Justizvollzugs- und Jugendanstalten aus Hameln, Göttingen und Vechta sowie dem Niedersächsischen Fußballverband wird dieses bundesweit einzigartige Projekt nun in Niedersachsen umgesetzt: Den 33 Projektteilnehmern stehen künftig in den Kategorien Fußball, Arbeit/Beruf und Soziales verschiedenste Fortbildungsangebote zur Verfügung.

 

Samstag, 19. Mai 2012

Marktspiegel verkehrt





Der Aktionskreis Einkaufsstadt Burgdorf und die Verlegerfamilie Rohde

"Dafür rückte Versicherungskaufmann Holger Wesche in den Vorstand auf, der nunmehr darüber hinaus mit Juliane Rohde (Neue Woche), Julia Obermeyer (Modehaus) und Jörg Fehling (Bekleidungen) besetzt ist." Berichtet Georg Bosse im Anzeigenblatt "Marktspiegel" über die Vorstandswahlen des Aktionskreises Einkaufsstadt Burgdorf (AKEB).

Macht man so was mit einer der wichtigsten Verlegerfamilien Deutschlands, die vor nahezu 24 Jahren die "Neue Woche" gegründet hat? Denn: Juliane Rohde gehörte zwar lange Zeit zum AKEB-Vorstand, aber...Erst einmal:

Zu dieser Verlegerfamilie aus Burgdorf bei Hannover: Die Älteste im Verlag ist Juliane Rohde, sie ist Mutter von drei Kindern. Tochter Viviane und Sohn Oliver arbeiten für die "Neue Woche". Das machen sie gern, so lange die Redakteure verschweigen, dass es im Erscheinungsgebiet, also im Altkreis Burgdorf, neben der CDU auch noch beispielsweise die SPD gibt. Erwähnt ein Redakteur diese Partei  in einem Artikel, werden diese verfassungsfeindlichen Passagen gelöscht, bevor sie erscheinen können. Jedenfalls ist es mir im Jahre 2002 so ergangen, bis ich wegen dieser Zensur am 3. Januar 2003 das Weite gesucht habe.

Dann auch noch:

Zu dieser Verlegerfamilie gehörte 1988 auch noch Paul Rohde. Das ist der Ex-Mann von Juliane Rohde und der Vater der drei Kinder, von denen zwei für die "Neue Woche" arbeiten. Nach der Scheidung gründete Paul Rohde ein Magazin zur Verunglimpfung des Burgdorfer Bürgermeisters Alfred Baxmann (denn der ist in der verfassungsfeindlichen SPD). Dass Paul Rohde die "Neue Woche" gegründet hat, ist inzwischen streng gehütetes Verlagsgeheimnis.

Muss noch angemerkt werden:

Georg Bosse arbeitete eine Zeitlang als freier Mitarbeiter und exzellenter Berichterstatter über die Handballspiele der TSV Burgdorf für diese Verlegerfamilie. Das ist zwar eine Weile her, aber Mutter und Tochter müsste er immer noch auseinanderhalten können.

Zu diesem Zwecke sollte er sich noch einmal im "Marktspiegel" das Foto anschauen, das er vom neuen AKEB-Vorstand geschossen hat. Neben dem AKEB-Vorsitzenden Harald Baumgarten  steht Viviane Rohde.

Oliver Rohde wünsche ich bei dieser "Marktspiegel"-Verlegenheit einen tollen Fußballabend und einen Sieg von Bayern München. Andernfalls hat der am Montag eine derart schlechte Laune, dass man meinen könnte, die SPD stelle den Bundeskanzler...

Freitag, 18. Mai 2012

Nervöse CDU

Muss ab sofort jede Umfrage gewinnen?

Die niedersächsische CDU übt Kritik an einer jetzt veröffentlichten NDR-Umfrage. Aussagekraft habe die nicht, weil sie einen Tag nach der "herben CDU-Niederlage" in Nordrhein-Westfalen durchgeführt worden sei. Dieser NDR-Umfrage zufolge käme die SPD derzeit auf 36 Prozent der Stimmen, die CDU auf 32 Prozent, die Grünen auf 13 Prozent und die Piraten auf 8 Prozent. Die anderen Parteien würden an der Fünf-Prozent-Klausel scheitern.

Der NDR-Umfrage hält die niedersächsische CDU eine Umfrage entgegen, die vor den Wahlen in Schleswig-Holstein und in Nordrhein-Westfalen von der Partei in Auftrag gegeben worden sei. Bei dieser Umfrage habe Rot-Grün die Mehrheit verfehlt, die CDU sei auf 37 Prozent der Stimmen gekommen, die SPD auf 33 Prozent, die Grünen auf 13 Prozent und die Piraten auf 9 Prozent. Auch dieser Umfrage zufolge schaffen die anderen Parteien den Sprung in den Landtag nicht.

Da jedes Meinungsforschungsinstitut bei Umfragen Abweichungen von plus/minus zwei Prozent vom tatsächlichen Ergebnis  einräumt, ist die CDU-Aufregung wohl darin begründet: Sie könnte nicht mehr mit der FDP die Regierung bilden, SPD und Grüne würden das Ruder übernehmen. Oder will die CDU mit den Piraten anbandeln?

Bis zum Wahltag fließt noch so viel Wasser die Leine hinunter, haben Demoskopen schon weit mehr als plus/minus zwei Prozent daneben gelegen, dass man sich als Beobachter darüber wundert, warum solchen Umfragen eigentlich ein derartiges Gewicht beigemessen wird. Um einen Fußballer-Spruch abzuwandeln, müsste es doch wohl heißen: Entscheidend ist nach Schließung der Wahllokale.

Oder ist die niedersächsische CDU nach dem Debakel in Nordrhein-Westfalen so nervös geworden, dass sie zur Beruhigung der Nerven sogar Umfragen gewinnen muss? Dann sollte sie aber einmal ganz dringend mit der FDP sprechen, ob die nicht Demoskopen bemühen will, die sich alle Mühe geben, damit die FDP über die Fünf-Prozent-Hürde kommt...

Vielleicht gelingt mir das mit der Umfrage auf diesen Seiten :-) 

Montag, 14. Mai 2012

KinderFerienLand



Das 100. Qualitätssiegel bekommt Dinosaurier-Park Münchehagen

Hannover. Als 100. Betrieb ist der Dinosaurier-Park Münchehagen mit dem neuen Qualitätssiegel „KinderFerienLand Niedersachsen" ausgezeichnet worden. In Zusammenarbeit mit den niedersächsischen Reiseregionen sowie der AG Urlaub und Freizeit auf dem Lande e.V. bietet die TourismusMarketing Niedersachsen GmbH seit Oktober 2011 eine Zertifizierung für Anbieter von kinder- und familienfreundlichen Unterkünften, gastronomischen Einrichtungen sowie Freizeit- und Erlebnisparks an.
„Trotz der bestehenden Zertifizierungen wurde in den letzten Jahren immer mehr der Wunsch geäußert, besonders kinderfreundliche und kindgerechte Urlaubs- und Tagesangebote zu kennzeichnen, um die Suche nach dem richtigen Urlaubsziel für unsere Familienurlauber zu erleichtern", sagte Wirtschaftsminister Jörg Bode. Von kindersicheren Steckdosen bis zum Kinderbesteck - rund 50 Kriterien in den Kategorien Service, Sicherheit und Ausstattung muss der Betrieb erfüllen, um die Zertifizierung zu erhalten. Sie stellen einen Mindeststandard für einen gelungenen Familienurlaub dar.
„Wir haben die Initiative ins Leben gerufen, um den Urlaubern eine flächendeckende Klassifizierung von familienfreundlichen Angeboten anzubieten. Die neue Zertifizierung hilft, die Nachfrage nach Familienurlauben in diese Betriebe zu lenken", so Carolin Ruh, Geschäftsführerin der TourismusMarketing Niedersachsen GmbH. Zu den KinderFerienLand-Betrieben gehören unter anderem das Schloss Dankern, der Erlebnis-Zoo Hannover, der Serengeti-Park Hodenhagen, der Center Parc Bispinger Heide oder und das Ramada Hotel Vier Jahreszeiten in Goslar.
Mehr auf  www.kinderferienland-zertifizierung.de.

Ich mach Protest

Mike steht die Steuermarke.



















Jagdterrier Mike Tjaden gegen
Abschaffung der Hundesteuer
Stoppt den Tierannen!

Freitag, 11. Mai 2012

Fahrradsternfahrt in Hannover

Sitzung des Niedersächsischen Landtages am 10.05.2012 - TOP 22. Antwort von Verkehrsminister Jörg Bode auf die mündliche Anfrage des Abgeordneten Enno Hagenah (GRÜNE)
Der Abgeordnete Enno Hagenah (Grüne) hatte gefragt:

2012 feiert der autofreie Sonntag in Hannover sein fünfjähriges Jubiläum. An den ersten autofreien Sonntagen waren dazu mit großem Erfolg alle Radfahrerinnen und Radfahrer aufgerufen, Hannovers große Straßen mit einer Fahrradsternfahrt zu erobern. Auf Strecken der Fahrradregion führten Touren zu sieben Startpunkten am Stadtrand von Hannover und von dort über die großen Straßen (inklusive der Schnellwege) zu drei innenstadtnahen Sammelpunkten. Von hier aus ging es über die großen Einfallstraßen zeitgleich Richtung autofreie Innenstadt. Ziel war die Fahrradmeile am Leibnizufer.
Diese symbolische Eroberung auch der großen Straßen mit dem Fahrrad sollte es aufgrund eines Ratsbeschlusses aus dem letzten Jahr beim autofreien Sonntag am 20. Mai 2012 wieder geben.
Das die Landesstraßenverwaltung nun, gut ein Jahr nachdem Hannover vom niedersächsischen Wirtschaftsministerium als „fahrradfreundlichste Kommune" ausgezeichnet worden ist, diese Fahrradsternfahrt am autofreien Sonntag 2012, trotz eines positivem Votums der Polizei, diesmal nicht genehmigen will, ist für die Menschen und die Politik in der Landeshauptstadt nicht nachvollziehbar.
Die Begründung der Landesstraßenverwaltung für ihre Ablehnung, dass bei einem Unfall auf der Autobahn der Messeschnellweg jederzeit als Ausweichstrecke gebraucht werde und es einen Bundeserlass gebe, dass an „verlängerten Wochenenden" im Sommer die Bundesfernstraßen frei sein müssen, ist für die Stadt nicht schlüssig. Die Stadtverwaltung habe zur Beantragung einen Notfallplan vorgelegt, wonach bei Problemen am Autobahnkreuz Ost der Messeschnellweg kurzfristig aus der Route herausgenommen werde. Außerdem gebe es an einem Sonntagmorgen um 11 Uhr, auch bei einem langen Wochenende nach Christi Himmelfahrt, auf den hannoverschen Schnellwegen nach bisheriger Erfahrung kaum Verkehr. Die fraglichen Schnellwegeabschnitte würden auch jeweils nur für ca. 30 Minuten für Autofahrerinnen und Autofahrer gesperrt.
Ich frage die Landesregierung:
  1. Welche neuen Erkenntnisse jenseits der positiven Abwägung der Polizei haben die Landesbehörde dieses Jahr zu einer Ablehnung der kurzzeitigen Schnellwegnutzung bewogen?
  2. Welche signifikante Problemlagen oder unzumutbaren Behinderungen aufgrund der damals jeweils genehmigten Fahrradsternfahrten hat es in den vergangenen Jahren gegeben?
  3. Hängt das diesjährige Verbot mit einer veränderten Haltung der Landesregierung gegenüber dem Wert des Fahrrades als unterstützenswertem, gesundem und klimafreundlichem Alltagsverkehrsmittel zusammen, oder hat etwa der bevorstehende Landtagswahlkampf hier zu einer restriktiveren Sichtweise des niedersächsischen Verkehrsministers geführt?
Verkehrsminister Jörg Bode beantwortete die Anfrage namens der Landesregierung wie folgt:

Der Duden definiert eine Tradition als etwas, was im Hinblick auf Verhaltensweisen, Ideen, Kultur o. Ä. in der Geschichte, von Generation zu Generation [innerhalb einer bestimmten Gruppe] entwickelt und weitergegeben wurde [und weiterhin Bestand hat]. Es bedarf somit einer lang anhaltenden nachhaltigen Übung um etwas als traditionell bezeichnen zu können.
In 2012 wird zum fünften Mal der „autofreie Sonntag" in der Landeshauptstadt Hannover stattfinden. In Ermangelung einer bereits lang anhaltenden nachhaltigen Übung kann hier nicht von einer „traditionellen" Veranstaltung ausgegangen werden. Darüber hinaus wurde bisher aufgrund dieses Anlasses lediglich eine einzige Fahrradsternfahrt im Jahre 2009 durchgeführt.
Die Landeshauptstadt Hannover hat bei der Zentrale der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV-Z) einen Antrag auf Erteilung einer Erlaubnis gemäß § 29 Abs. 2 Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) zur Durchführung der Fahrradsternfahrt zum „autofreien Sonntag" am 20.05.2012 gestellt. Nach dem vorgelegten Planungskonzept sollte die Fahrradsternfahrt von vier Sammelpunkten aus Richtung Norden, Osten, Süden und Westen auf vier Stadt -Touren zu insgesamt drei Auffahrpunkten auf die Schnellwege (Messe-, Süd- und Westschnellweg) führen. Die Schnellweg-Touren sollten auf Höhe der sogenannten Kaisergabel zusammentreffen und gemeinsam über die Ritter-Brüning-Straße und die Lavesallee zum Friederikenplatz geführt werden.
Nach den straßenverkehrsrechtlichen Vorschriften soll die in Rede stehende Erlaubnis erst dann erteilt werden, wenn die Polizei, die Straßenverkehrsbehörden und die Straßenbaulastträger keine Bedenken geltend machen.
Seitens des zuständigen Straßenbaulastträgers, der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Regionaler Geschäftsbereich Hannover, wurde einer Benutzung der Schnellwege jedoch nicht zugestimmt, da zurzeit auf dem überregionalen Netz eine Großbaustelle (Autobahnkreuz Hannover Ost) besteht, die bereits zu Beeinträchtigungen der Verkehre führt. Im etwaigen Störfalle stünden aufgrund des „autofreien Sonntags" nur die Schnellwege für etwaige Umleitungsverkehre zur Verfügung. Bei einer von der Landeshauptstadt Hannover erwarteten Teilnehmerzahl von bis zu 10.000 Fahrradfahrern, hätten im Störungsfall auf den BAB die dann benötigten Umleitungsstrecken erst mit erheblichem Zeitverzug wieder zur Verfügung gestanden.
Am 17.05.2012 ist Christi Himmelfahrt und der 18.5.2012 in vielen Bundesländern ein Ferientag, somit ist am 20.05.2012 mit erhöhtem Rückreiseverkehr auf den Autobahnen A 2 und A 7 zu rechnen.
Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) hat in seinem Erlass zu „Verkehrslenkenden Maßnahmen für Ostern und Pfingsten 2012" vom 14.02.2012 unter anderem zum Schutz der Verkehrsumleitungen darauf verwiesen, dass keine Zustimmungen für Baumaßnahmen (vor und nach Feiertagen mit zu erwartendem starken Reiseverkehr) auf Straßen zu erteilen sind, die als Umleitungsstrecken gekennzeichnet sind. Hieraus ist zu folgern, dass auch vollständige Sperrungen aus anderen Gründen zu unterbleiben haben. Durch diesen Erlass des BMVBS wird die Auftragsverwaltung deutlich angewiesen, dass alles das zu verhindern ist, was den Verkehrsfluss beeinträchtigen kann und das Möglichste getan werden soll, um diesen möglichst störungsfrei - auch auf den Umleitungsstrecken - zu gewährleisten.
Die Bundesautobahnen A 2 und A 7, soweit sie im Zuständigkeitsbereich des Regionalen Geschäftsbereichs Hannover liegen, gehören zu den störanfälligen und überlasteten Autobahnstrecken. Hinzu kommt aktuell, dass, wie erwähnt, die Großbaustelle Hannover Ost einen weiteren neuralgischen Punkt darstellt.
Um dennoch eine Genehmigung der Fahrradsternfahrt zu ermöglichen, wurde der Landeshauptstadt Hannover seitens der NLStBV-Z angeboten, die Fahrradsternfahrt auf alternativen Streckenführungen außerhalb der Schnellwege zu prüfen. Diese Option wurde seitens der Landeshauptstadt mit der Begründung abgelehnt, dass im Stadtgebiet, bedingt durch den „autofreien Sonntag", bereits massive Straßensperrungen erforderlich sind. Eine Verlagerung der Streckenführung der Fahrradsternfahrt würde die verkehrliche Situation insgesamt nochmals belasten.
Daraufhin wurde die Durchführung der Fahrradsternfahrt von der NLStBV-Z abgelehnt.
Dies vorausgeschickt, beantworte ich die Fragen namens der Landesregierung wie folgt:
Zu 1.:
Auf die Vorbemerkung wird verwiesen.
Zu 2.:
Zum Zeitpunkt der einzigen genehmigten Sternfahrt im Jahre 2009 hat es keine Großbaustellen auf den betreffenden Autobahnteilstrecken gegeben.
Zu 3.:
In der niedersächsischen Verkehrspolitik hat der Radverkehr seit vielen Jahren seinen festen Platz. Als ein wichtiges Fortbewegungsmittel für fast alle Altersklassen fördert das Fahrrad die Gesundheit, schont die Umwelt und sorgt auf einfache Weise für mehr Mobilität.
Zukünftig soll der Radverkehr in Niedersachsen auf möglichst vielen Ebenen noch attraktiver gemacht und das Fahrradland Niedersachsen weiter vorangebracht werden. Dazu sind das Klima im Straßenverkehr für Radfahrer und die Fahrradinfrastruktur weiter zu verbessern und der Radverkehrsanteil zusammen mit der Verkehrssicherheit zu steigern.
Die Entscheidung, die diesjährige Fahrradsternfahrt abzulehnen wurde aus rein sachlichen Erwägungen allein von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr getroffen. Es wurden hierbei seitens des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr keine politischen Vorgaben erteilt.

Anfrage zu Niederflurvariante in Hannover

Nahverkehr in Hannover

Sitzung des Niedersächsischen Landtages am 10. 5. 2012 - TOP 22. Antwort von Verkehrsminister Jörg Bode auf die mündliche Anfrage der Abgeordneten Ursula Weisser-Roelle (LINKE)
Die Abgeordnete Ursula Weisser-Roelle (LINKE) hatte gefragt:

Die Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 17. April 2012 überschreibt einen Artikel über die finanzielle Förderung der sogenannten Niederflurvariante auf der Stadtbahnlinie D - gemeint ist die Stadtbahnlinie 10 in der Stadt Hannover zwischen Ahlem und Aegidientorplatz - mit „Förderung für Niederflur möglich". Demnach sei die finanzielle Förderung der Niederflurvariante nicht so kategorisch auszuschließen, wie ein warnender Brief und ein Statement von Verkehrsminister Jörg Bode (FDP) den Eindruck erweckt hätten. Das hätten Vertreter des niedersächsischen Verkehrsministeriums in einem Gespräch mit Vertretern der Region Hannover am 16. April klargestellt.
Ob klobige Hochbahnsteige mit bewährter Stadtbahntechnik oder kleinere Bahnsteige mit der Niederflurtechnik, die angeblich teurer sein soll, darum drehe sich nach Angaben der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 17. April der Streit um die künftige Ausstattung der Straßenbahnlinie 10 in Hannover. Die von Verkehrsminister Bode bislang kritisch gesehene Niederflurförderung beruhe auf Kostenerhebungen eines Gutachtens der Region Hannover. Die angeblich höheren Kosten der Niederflurbahn werden von Umweltverbänden und den Linksfraktionen in der Regionsversammlung bzw. im Stadtrat Hannover bestritten, die auch das Gutachten kritisieren.
Seit Jahren wird nach Experteneinschätzung in Hannover darüber diskutiert, wie auf der Stadtbahnlinie 10 Barrierefreiheit hergestellt werden könne. Mobilitätseingeschränkten Menschen soll damit der eigenständige Einstieg in die Straßenbahn ermöglicht werden. Auch Fahrgäste mit Kinderwagen u. a. würden durch die Barrierefreiheit bequemer in die Stadtbahn steigen können. Als Alternative zu den bisherigen Hochbahnsteigen entstand die Idee, Niederflurbahnen auf der Linie 10 einzusetzen. Das würde bedeuten, dass lediglich kleine Hochborde von ca. 25 cm Höhe nötig wären, um Barrierefreiheit zu erreichen. Auf der Limmerstraße in Hannover beispielsweise müsste dazu an den vorhandenen Haltestellenbereichen der Fußgängerbereich bis zum Gleisbett lediglich um diese 25 cm angehoben werden.

Der Oberbürgermeister der Stadt Hannover, Stephan Weil, SPD, und Regionspräsident Heike Jagau, SPD, u. a. widersetzen sich, wie die Neue Presse vom 25. April schreibt, der von den Linksfraktionen und auch von der Grünen-Fraktion in der Regionsversammlung geforderten Einführung von Niederflurbahnen auf der besagten Stadtbahnlinie. Sie führen angeblich ebenfalls hohe Mehrkosten ins Feld, aber auch andere Argumente, wie eine angeblich eingeschränkte Netzflexibilität u. a.

Ich frage die Landesregierung:
  1. In welchen Städten Norddeutschlands (Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen und Hamburg) kommen Niederflurvarianten bei Straßenbahnen mit welchem Ergebnis zum Einsatz?
  2. Wie erfolgt die Landesförderung der Niederflurvariante für Stadtbahnen in Niedersachsen?
  3. Wie erfolgt die Landesförderung der Hochflurvariante für Stadtbahnen in Niedersachsen?
Verkehrsminister Jörg Bode beantwortete die Anfrage namens der Landesregierung wie folgt:

Die Landesregierung fördert im Rahmen des ÖPNV-Förderprogramms auch Vorhaben des Stadtbahnbaus. Dabei trifft die Landesregierung keine Systementscheidungen hinsichtlich einer bestimmten Technik.
Für die Organisation und Ausgestaltung des ÖPNV, somit auch des Stadtbahnbaus Hannover ist die Region Hannover als Aufgabenträger im eigenen Wirkungskreis eigenverantwortlich zuständig.
Dies vorausgeschickt, beantworte ich die Fragen namens der Landesregierung wie folgt:
Zu 1.:
In folgenden norddeutschen Städten kommen Straßenbahnen als Niederflurvarianten zum Einsatz: Bremen, Braunschweig, Rostock und Schwerin. Ergebnisse zum Einsatz der Niederflurvarianten bei Straßenbahnen aus den vorgenannten Städten sind der Landesregierung nicht bekannt.
Zu 2. und 3.:
Da keine gesonderten Bestimmungen für die Landesförderungen für Stadtbahnen in Abhängigkeit von der Fahrzeugtechnik (Hoch- oder Niederflurtechnik) existieren, werden die Fragen 2. und 3. zusammen beantwortet.
Die Landesregierung schließt bei der D-West-Strecke im Rahmen des Stadtbahnbaus Hannover vor der Vorlage vollständiger Antragsunterlagen keine Variante (Hoch- oder Niederflurtechnik) von der Förderung aus.
Die Fördervoraussetzungen beinhalten insbesondere eine wirtschaftliche und sparsame Verwendung der Mittel. Somit kann bei der D-West-Strecke eine abschließende Förderentscheidung erst auf der Grundlage von Ergebnissen von Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen, die für jede realistische Variante gesondert durchzuführen sind, getroffen werden. Diese Ergebnisse liegen dem Land bisher nicht vor.


Mittwoch, 9. Mai 2012

Zweifacher Mädchenmörder

 

Bleibt bis mindestens 2021 in Haft
Hannover/Celle (tj). Der zweifache Mädchenmörder Ronny Rieken bleibt bis mindestens 2021 in Haft.  Das hat heute das Oberlandesgericht (OLG) Celle entschieden. Der niedersächsische Justizminister Bernd Busemann begrüßte die Entscheidung, "weil damit auch Befürchtungen begegnet wird, dass ein unverändert gefährlicher Straftäter zum frühest möglichen Zeitpunkt in Freiheit kommen würde". Lebenslänglich musse "grundsätzlich" auch lebenslänglich bedeuten. Busemann: "Lediglich, wenn unter allen Aspekten gutachterlich geklärt ist, dass eine erneute Straffälligkeit auszuschließen ist, kommt es im Einzelfall zu Entlassungen, niemals jedoch vor fünfzehn Jahren (§ 57 a StGB)."

Im Sommer 1996 hat Ronny Rieken die zwölfjährige Ulrike Everts im Ipweger Moor bei Oldenburg missbraucht. Dann erdrosselte er das Mädchen, um die Tat zu vertuschen.  Nach genau demselben Muster entführte, missbrauchte und tötete er am 16. März 1998 die elfjährige Christina Nytsch aus Strücklingen (Landkreis Cloppenburg). Zusätzlich stach er mehrfach auf Christinas Leiche ein. Sie wurde am 21. März 1998 von zwei Jägern in einem Waldstück der Gemeinde Lorup gefunden.



Montag, 7. Mai 2012

Mega-Hub in Lehrte

Die Finanzierung steht/Kosten bei 100 Millionen Euro

Hannover/Lehrte. Bund und Land haben sich geeinigt, die gesamte Finanzierung des Mega-Hubs in Lehrte ist gesichert. Das teilte Niedersachsens Verkehrsminister Jörg Bode heute in Hannover mit. Bode: „Wie das Bundesverkehrsministerium uns in einem Schreiben bestätigt hat, kann kurzfristig eine Finanzierungsvereinbarung zwischen Bund und der Deutschen Bahn AG geschlossen werden."
Nach jahrelanger Diskussion rücke laut Bode der Bau dieses Innovationsprojektes nun in greifbare Nähe: „Die Bemühungen des Landes, das Thema Mega-Hub Lehrte auf der Agenda zu halten, aber auch das konstruktive Mitwirken der Region Hannover und anderer Beteiligter bei der Aufstellung möglicher Finanzierungskonzepte haben hier zum Ziel geführt. Die nächsten Schritte sind nun die Unterzeichnung der Finanzierungsvereinbarung. Mit dem Bau könnte dann noch in diesem Jahr begonnen werden."

Lehrte liegt im Kreuz der europäischen Hauptachsen in Nord-Süd- und in Ost-West-Richtung. Mit dem Mega-Hub können die Container auf Güterzügen zukünftig sehr schnell ohne aufwändiges Rangieren der Güterwagen von einen auf den anderen Zug umgeschlagen werden. Bode: „Im Vergleich zu herkömmlichen Umschlaganlagen für den Kombinierten Verkehr zeichnet sich der Mega-Hub durch einen zusätzlichen schnellen Umschlag Schiene-Schiene aus. Hierdurch ist eine effiziente Sortierung der Container auf den Zügen und somit eine für die Logistik wichtige kurze Transportdauer möglich. Diese Anlage erlaubt es, die Züge erst jenseits der Engpässe in den Häfen und jenseits der direkt anschließenden, überlasteten Eisenbahnstrecken zu sortieren." Hafenhinterlandverkehre und weitere Güterverkehre könnten dann effizienter gestaltet werden. Niedersachsen werde seine Position als innovatives Logistikland hierdurch weiter ausbauen.

Die Kosten für den Mega-Hub belaufen sich auf etwa 100 Mio. Euro.

Samstag, 5. Mai 2012

step gGmbH

Was weiß die über ihre Tochter?

In Lüneburg gibt es eine Einrichtung, die seit kurzer Zeit hundertprozentige Tochter der step gGmbH aus Hannover ist. Wie gut informiert ist diese Einrichtung, die auch schon negative Schlagzeilen gemacht hat, über das Geschehen im etwas höheren Norden?



Mittwoch, 2. Mai 2012

Ideen-Expo

Schüler schnuppern Laborluft

Hannover. Das Kultusministerium hat gemeinsam mit der IdeenExpo GmbH und der Justus-von-Liebig-Schule unter dem Titel „Laborluft statt Klassenzimmer" zwei neue Modellprojekte entwickelt, in denen Schülerinnen und Schüler allgemein bildender Schulen an ihren Praxistagen in der berufsbildenden Schule Einblick in die Laborarbeit in den Bereichen Chemie und Pharmazie erhalten. Dabei werden auch die Bereiche Physik und Biologie sowie Gesundheit und Pflege berücksichtigt.
„Das Projekt legt einen Schwerpunkt auf den so genannten MINT-Bereich - also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. In diesem Bereich fehlen uns Fachkräfte, für diese Berufsfelder wollen wir gemeinsam viele junge Leute begeistern. Aber auch auf andere Berufsfelder ist die Idee des Projekts übertragbar. Der IdeenExpo GmbH und der Justus-von-Liebig-Schule danke ich für die gemeinsame Projektentwicklung", sagte Althusmann nach dem Besuch des ersten Pilot-Workshops. Der Minister zeigte sich überzeugt davon, dass auch eine Übertragung auf weitere Schulen in Niedersachsen möglich sei.

Bei dem heute vorgestellten Modellprojekt werden in den Laboren und mit den Lehrkräften der Justus-von-Liebig-Schule Workshops zu chemischen und pharmazeutischen Themen für Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klassen sowie der Sekundarstufe II an allgemein bildenden Schulen angeboten. Die Schülerinnen und Schüler schnuppern Laborluft und können so sehr viel besser als im Klassenzimmer einschätzen, ob ein Beruf in diesem Tätigkeitsfeld für sie denkbar wäre.
Das zweite Modellprojekt ist langfristig angelegt: Im Rahmen eines chemischen Fachpraktikums mit 20 Labortagen von jeweils vier Unterrichtsstunden werden die Schülerinnen und Schüler mit den grundlegenden Arbeiten im Labor vertraut gemacht. Die Teilnehmer erhalten auf diese Weise einen sehr tiefen Einblick in die Berufsausbildung und damit eine fundierte Grundlage für ihre Berufsentscheidung.

Eine Besonderheit beider Modellprojekte hob Dr. Volker Schmidt, Vorsitzender des Aufsichtsrats der IdeenExpo GmbH, hervor: Die Schülerinnen und Schüler arbeiten im Labor in Teams mit Schülerinnen und Schülern der berufsbildenden Schule. „Wie während der IdeenExpo können sich so ohne Hemmschwellen Gespräche über Berufswege ergeben. Dieser unmittelbare Austausch ist in dieser Form einzigartig und von keinem noch so guten Unterricht in der Schule zu toppen", so Schmidt.

Mit der Ernennung der Justus-von-Liebig-Schule zur ersten Projektschule der IdeenExpo würdigte Schmidt gemeinsam mit dem Geschäftsführer der IdeenExpo GmbH, Jan Schulz, das Engagement der Schule. Bereits 2010 wurden gemeinsam die ersten Test-Workshops ausgerichtet, um das heute vorgestellte Pilotprojekt „Laborluft statt Klassenzimmer" zu entwickeln. Im Rahmen des Verbandes der Chemischen Industrie zählte die Schule auch zu den Ausstellern der IdeenExpo 2011.