Dienstag, 27. März 2012

MINT-Fächer

Niedersachsen-Technikum soll mehr Frauen begeistern

Hannover. Unter dem Motto „Probieren - dann Studieren!" ist heute das vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur mit rund 800.000 Euro geförderte Projekt Niedersachsen- Technikum in Hannover offiziell gestartet. Vom kommenden Wintersemester an kooperieren bei diesem bundesweit beispielgebenden Projekt landesweit Hochschulen mit Unternehmen und bieten den Teilnehmerinnen einen Einblick in technische und naturwissenschaftliche Berufe sowie Studienfächer. Ziel der Kooperation ist es, mehr junge Frauen für ein Studium der MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) und für eine Tätigkeit in diesem Berufsfeld zu motivieren.


„Mit dem praxisnahen Projekt möchten wir vor allem junge Frauen ansprechen, die bei der Wahl ihres Studiums noch unentschlossen sind. Wir sind überzeugt davon, dass wir mit der Kombination aus Betriebspraxis und Schnupperstudium Vorbehalte gegenüber technisch-naturwissenschaftlichen Studiengängen und Berufen abbauen und Begeisterung wecken können", sagte Wissenschaftsministerin Professor Dr. Johanna Wanka. Sie rief während der heutigen Auftaktveranstaltung an der Hochschule Hannover weitere Unternehmen auf, sich am Niedersachsen-Technikum zu beteiligen. Solche Kooperationen seien für alle Partner gewinnbringend, sagte Wanka vor zahlreichen Führungskräften und Personalverantwortlichen aus Hochschulen, Unternehmen und Verbänden.

Das Niedersachsen-Technikum beinhaltet ein sechsmonatiges Praktikum in einem Unternehmen. Die Teilnehmerinnen besuchen zudem einmal pro Woche eine der beteiligten Hochschulen. Den Technikantinnen bietet sich so die Möglichkeit, parallel konkrete Berufsfelder in Betrieben und die technischen Studienangebote der Hochschulen kennenzulernen. Zudem erhalten diese von den Unternehmen eine Praktikumsvergütung.

An den beteiligten Hochschulen werden projektbetreuende Stellen eingerichtet, die das Wissenschaftsministerium mitfinanziert. Eine koordinierende Funktion übernimmt die Hochschule Osnabrück. Dort haben die Erfahrungen mit Teilnehmerinnen aus zwei bereits erfolgreichen Probedurchgängen gezeigt, dass junge qualifizierte Frauen für MINT-Studiengänge gewonnen werden können. Und dies sowohl bei mathematisch-technisch interessierten Schulabsolventen als auch bei denjenigen, die ihre Studienwahlentscheidung noch nicht getroffen haben.

Folgende elf Hochschulen haben schon verbindlich ihre Beteiligung an dem Projekt zugesagt: Leibniz Universität Hannover, Hochschule Hannover, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Jade Hochschule, TU Clausthal, HAWK Hildesheim, TU Braunschweig, Ostfalia Hochschule, Universität Osnabrück, Hochschule Osnabrück und die Hochschule Emden/Leer.

Als großes Unternehmen in Niedersachsen hat die Volkswagen AG für das Projekt bereits 25 Plätze für Technikantinnen an den unterschiedlichen Produktionsstandorten in Aussicht gestellt. Auch der Arbeitgeberverband und die Stiftung NiedersachsenMetall unterstützen das Projekt und werben in den rund 300 Mitgliedsunternehmen, Plätze für Technikantinnen bereitzustellen.

Die heutige Auftaktveranstaltung bietet Hochschulen und Unternehmen die Gelegenheit, sich zu vernetzen und die Initiative für eine gemeinsame Gestaltung des Niedersachen-Technikums zu ergreifen.

Weitere Informationen finden Sie unter:

http://www.niedersachsen-technikum.de/

Donnerstag, 22. März 2012

Betr. Schlecker

Wirtschaftsminister: Noch viele Fragen offen

Hannover. Niedersachsens Wirtschafts- und Arbeitsminister Jörg Bode bleibt skeptisch gegenüber Überlegungen zur Absicherung einer Transfergesellschaft für Schlecker durch Steuergelder: „In diesem Fall dient die Transfergesellschaft in erster Linie als Instrument zur Restrukturierung des in Baden-Württemberg ansässigen Unternehmens Schlecker. Es geht bei der Nutzung des Instrumentariums nicht um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - das dürfte allen Beteiligten mittlerweile klar sein. Da die Transfergesellschaft derzeit zum Rettungsmittel Nummer 1 verklärt wird, bleiben die eigentlich notwendigen Konzepte zur konkreten Hilfestellung für die Betroffenen auf der Strecke."


Bode betonte, dass es der Landesregierung vor allem um die Zukunft der betroffenen Mitarbeiterinnen geht, an deren Beschäftigung oftmals die Existenzen ganzer Familien hängen: „Was wir brauchen sind individuelle Lösungen für alle Beschäftigten. Hier gibt es ein breites Angebot insbesondere von der Bundesagentur für Arbeit. Deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter informieren auf den Schlecker-Betriebsversammlungen bereits ausführlich über das gesamte Leistungsspektrum von der Beratung über Qualifizierung bis zur Vermittlung. Wo notwendig und machbar, wird das Land mit seinen arbeitsmarktpolitischen Förderprogrammen ergänzen."

Bode wies außerdem darauf hin, dass auch nach Zusendung von Unterlagen durch das Land Baden-Württemberg, weiter viele Fragen vor der heutigen Sitzung in Berlin offen bleiben: „Unklar ist, warum, statt des KfW-Kredits, hier der sonst übliche Weg über eine Bankenfinanzierung angeblich ausgeschlossen sein soll. Zweifel bleiben nach den vorgelegten Unterlagen auch hinsichtlich der Frage der Werthaltigkeit der Sicherheiten seitens des Insolvenzverwalters zur Absicherung der Bürgschaft. Auch das bisherige Verfahren hat nicht gerade für einen Vertrauensvorschuss gesorgt - bei der ersten Sitzung am Montag gab es an Unterlagen lediglich eine Teilnehmerliste und eine Tagesordnung. Vorgestern wurde dann ein Wust von Unterlagen übersandt."

Bode dämpfte damit auch die Erwartungen, dass heute eine Entscheidung getroffen wird: „Mir fehlt auch eine Aussage des Gläubigerausschusses dahingehend, dass man sich zu einer Fortführung des Geschäftsbetriebes von Schlecker mindestens für die Dauer der Transfergesellschaft bekennt - gegebenenfalls unter Übernahme entstehender Verluste. Das muss vor einer Zustimmung der Länder geschehen. Gäbe es diese Zusage nicht, wäre alles weg: Steuermillionen und Arbeitsplätze."

Freitag, 16. März 2012

Lange gedauert















96 gegen Lüttich - oder: Ein Spiel dauert mindestens 933 Minuten

Wird das nun Standard? Sepp Herberger käme aus dem Staunen nicht mehr heraus. Denn sein Spruch "Der Ball ist rund und ein Spiel dauert 90 Minuten" gilt nicht mehr uneingeschränkt. Wohl weil: Rahn nicht mehr aus dem Hintergrund kommen muss. Bei Hannover 96 kommt Pinto - nach schönem Pass von Ya Konan - in den Strafraum und erzielt aus spitzem Winkel das 4 : 0.

Das Spiel habe ich gesehen, eine tolle Leistung der Roten, die man gar nicht hoch genug einschätzen kann, wenn man der Neuen Presse aus Hannover glaubt. Die berichtet heute, dass Pinto dieses Tor in der 933. Minute geschossen habe. Das 3 : 0 sei in der 71. Minute gefallen. So groß ist mir der zeitliche Abstand zwischen dem dritten und dem vierten Tor von Hannover 96 gar nicht vorgekommen. Gut, ich war mal mit dem Hund draußen, aber dass wir uns dermaßen verlaufen haben: Daran kann ich mich nicht erinnern.

Wer weiß, vielleicht hat die Neue Presse auch nur ein Zwischenergebnis veröffentlicht. Doch dann fehlte der Hinweis, dass es bei Redaktionsschluss 4 : 0 gestanden habe - über den weiteren Spielverlauf berichte man am Samstag, hätte man zudem ankündigen müssen.

Bleibt zu hoffen, dass die Roten mit dem Spiel gegen Standard Lüttich vor dem Abflug nach Madrid fertig sind. Sonst würden sie sehr unglücklich im Viertelfinale ausscheiden...

Sonntag, 11. März 2012

OB-Wahl in Hannover

Wird wieder zwischen SPD und CDU ausgemacht?

Die OB-Wahl im nächsten Jahr wird wieder zwischen SPD und CDU ausgemacht? Die SPD tut so, als sei ihr Kandidat bereits sicherer Weil-Nachfolger? Die Stadt erhofft sich von einer Bettensteuer Mehreinnahmen, die mit den Touristenzahlen steigen? Weil Hannover-Besucher Bürgersteige und Straßen abnutzen und beim Schaufensterbummel nicht oft genug einkaufen? Frage: Warum müssen eigentlich Hoteliers diese Steuer zahlen, warum nicht gleich die Touristen? Man könnte doch an den Stadttoren, am Hauptbahnhof und am Flughafen Kassen aufstellen...


Ich habe soeben dieses Fax an das Wahlamt von Hannover geschickt:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bitte Sie um Zusendung aller Unterlagen, die ich für eine Kandidatur bei der OB-Wahl im nächsten Jahr benötige.

Zu meiner Person:

Wie Heinz Erhardt bin ich an einem 20. Februar geboren, auch an meiner Wiege stand eine Fee mit faltenreichem Gewand und ebensolchem Gesicht. Sie sagte zu mir ebenfalls: "Du musst dichter werden."

Das wurde ich erst später. Erst einmal machte ich Abitur in Wilhelmshaven und eine Lehre als Industriekaufmann bei den Olympia-Werken in Roffhausen bei Wilhelmshaven.

Als Gymnasiast trat ich in die Wilhelmshavener SPD ein, gehörte zu einer Initiative, die sich für den Bau eines Freizeitheimes in Fedderwardergroden einsetzte und setzte mich für einen Kinderladen im Wiesenhof ein. Widerstand gegen diese Vorhaben gab es von vielen Seiten. Bei einer Diskussionsveranstaltung im Sportheim des STV Voslapp hielt Egon Kuhn, Freizeitheimleiter in Hannover-Linden, einen Vortrag über die Jugendzentrenbewegung. Nach der Veranstaltung fragte er uns, wer denn dieser Mann mit den dummen Fragen gewesen sei. Wir mussten gestehen. Das war der Stadtjugendpfleger. Nach fünf Jahren trat ich aus der SPD wieder aus. Die war einfach nicht mehr mein Fall.

Nach dem Studium in Mainz (Volkswirtschaftslehre und Publizistik) lockte mich eine Frau nach Hannover. Später sollte ich mit Altkanzler Gerhard Schröder etwas Gemeinsames haben: vier Ehen...

Als Redakteur und Chefredakteur in Hannover, in Burgdorf bei Hannover und in Hamburg verdiente ich meinen Lebensunterhalt, traf Politiker wie Ursula von der Leyen, Gerhard Schröder und Heiner Geißler. Auch niedersächsische Landtagsabgeordnete und Europaabgeordnete habe ich bis heute nicht aus den Augen verloren.

Auch in Hannover gehörte ich zu einer Initiative. Die setzte sich für ein Kulturzentrum in Hannover-Bothfeld ein. Setzten wir durch. Das Freizeitheim Vahrenwald brachten wir mit einer Erzählstube wieder in Schwung. Nach dem Fall der Mauer war ich Pendler zwischen Hannover und Leipzig, nach mehrere Projekten schrieb ich die Broschüre "Ein anderer deutscher Herbst".

Jahrelang beriet ich Aussteigerinnen und Aussteiger aus Sekten, gehörte zu den Gründungsvorstandsmitgliedern eines bundesweiten Vereins, der Aufklärungsarbeit leistete. In Burgdorf bei Hannover gesellte ich mich zu Organisatoren von Kinderfesten. Der Reinerlös wurde gespendet. Mit einem CDU- und einem FDP-Mitglied betreute ich eine Prominentenelf, die für gute Zwecke hinter dem runden Leder herjagte.

Bei Hundespaziergängen kommen mir Ideen für ironische Erzahlungen und für Aktionen. So erfand ich 2009 einen Preis für Jugendämter, die sich um das Kindesunwohl besonders verdient machen, denn das Kinder- und Jugendhilfesystem in Deutschland ist schlicht katastrophal.

Tjadens Kandidaten-Seiten

Freitag, 9. März 2012

Marktspiegel

...einbetten und deutsche Sprache einsargen?

Der "Marktspiegel" macht auf seinen Seiten ein Einbettungsangebot, per Link kann man Artikel aus dieser Wochenzeitung übernehmen. Diesen zum Beispiel:

"Zum Frühlingserwachen in Burgdorf haben am Sonntag, 11. März, erstmals in diesem Jahr die Geschäfte in der Innenstadt zum Verkaufsoffenen Sonntag geöffnet. Von 13.00 bis 18.00 Uhr präsentieren die Burgdorfer Einzelhandelsunternehmen den Besuchern der Auestadt ihr vielfältiges Leistungsspektrum. Besonders in Sachen Mode liegen die neuesten Frühlingskreationen in den Regalen und warten auf modebewusste Käufer. Auf dem Spittaplatz und auf der Marktstraße zeigen darüber hinaus Burgdorfer Autohäuser zum „Autofrühling“ einen Auszug aus ihrer umfangreichen Angebotspalette. Wer also ein „Frühjahrs-Schnäppchen“ machen will, sollte sich am Sonntag unbedingt auf den Weg in die Burgdorfer Innenstadt machen."

Das Einbettungsangebot erweist sich bei näherer Betrachtung als sprachlich tückisch. Denn schon der erste Satz wirft Fragen auf: Warum sind in der Burgdorfer Innenstadt die Geschäfte geöffnet? Zum Frühlingserwachen oder zum Verkaufsoffenen Sonntag?

Und mit den "Sachen Mode" ist das auch so eine Sache. Was ist so besonders daran, dass in den Regalen am 11. März die neuesten Frühlingskreationen liegen? An anderen Tagen liegen dort alte Klamotten herum? Kommen keine modebewussten Käufer?

Mittwoch, 7. März 2012

Üstra

Streik kann nicht verhindert werden

Das Arbeitsgericht Hannover hat heute einen Antrag der üstra auf eine einstweilige Verfügung gegen den für morgen angekündigten Warnstreik abgelehnt. Eine Berufung gegen diese Entscheidung hat das Gericht ausgeschlossen. Damit sind alle der üstra zur Verfügung stehenden Rechtsmittel, um den Streik auf gerichtlichem Wege zu verhindern, ausgeschöpft.

Hier weiterlesen

Lüttich II

96-Fans müssen draußen bleiben

Burgdorf//Hannover/Lüttich (tj). Auch beim zweiten Spiel in Lüttich dürfen die 96-Fans nicht in die Stadt. Das hat jetzt der Burgdorfer SPD-Europaabgeordnete Bernd Lange mitgeteilt. Der Bürgermeister halte an den Restriktionen fest. Auch die Europäische Kommission hatte Lange eingeschaltet.

Die Anfrage im Wortlaut:

Betrifft: Beschränkung der Freizügigkeit

Bei dem Fußballspiel zwischen Standard Lüttich und Hannover 96 am 30. November 2011 ist es zu erheblichen Restriktionen der Freizügigkeit in der EU gekommen. Dies äußerte sich u. a. durch die Verbote, die Anreise mit dem Zug durchzuführen und früher als zwei Stunden vor Spielbeginn in Lüttich anzukommen, wobei die Reisebusse deutscher Fans ab der belgischen Grenze von einer Polizeieskorte begleitet wurden. Eine weitere deutliche Beschränkung der Freizügigkeit bestand darin, dass den Fans von Hannover 96 der Zutritt zur Innenstadt untersagt wurde. Der Busveranstalter wurde zudem angehalten, einen sofortigen Aufbruch nach Spielende sicherzustellen.

Dies vorausgeschickt frage ich die Kommission:

1.

Wie bewertet die Kommission die gegenüber deutschen Fußballfans entwickelten Beschränkungen der Freizügigkeit im Lichte der europäischen Verträge?

2.

Liegt nach Ansicht die Kommission durch die unterschiedliche Behandlung von belgischen und deutschen Fußballfans eine Ausländerdiskriminierung vor, und wie wird sie die belgischen Behörden ermahnen, eine Ungleichbehandlung in Zukunft zu unterlassen?

3.

Welche Maßnahmen wird die Kommission ergreifen, um zukünftig eine Ausländerdiskriminierung im Kontext europäischer Fußballveranstaltungen generell zu verhindern?

Dienstag, 6. März 2012

HanBG

Landesregierung stimmt Wirtschaftsplan zu

Hannover. Die Niedersächsische Landesregierung hat in ihrer heutigen Kabinettssitzung dem Wirtschaftsplan der landeseigenen Hannoverschen Beteiligungsgesellschaft mbH (HanBG) für das Geschäftsjahr 2012 zugestimmt.


Das Geschäftsjahr 2011 wird die HanBG demnach voraussichtlich mit einem Jahresüberschuss von 79,9 Millionen Euro abschließen. Darüber hinaus geht die HanBG für 2012 von einem Jahresüberschuss von 26,5 Millionen Euro aus, der dabei die Kapitalmaßnahmen zugunsten der Norddeutschen Landesbank berücksichtigt.

Die HanBG hält unter anderem die Beteiligung des Landes Niedersachsen an der Volkswagen AG, an der Salzgitter AG sowie an der Norddeutschen Landesbank. Der Wirtschaftsplan wird anschließend zur Information dem Ausschuss für Haushalt und Finanzen des Niedersächsischen Landtages vorgelegt.

Montag, 5. März 2012

kargah e. V.

Gegen Gewalt - für interkulturelle Kommunikation

Hannver. Mit insgesamt 260.000 Euro setzt die Landesregierung auch in 2012 die Förderung verschiedener Projekte für Beratungs- und Unterstützungseinrichtungen für Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund fort. Projektträger ist der Verein kargah, der sich für interkulturelle Kommunikation, Migrations- und Flüchtlingsarbeit engagiert.


„Wir unterstützen damit Fachkräfte in Gewaltberatungseinrichtungen darin, noch besser auf den kulturellen Hintergrund und Beratungsbedarf der Migrantinnen eingehen zu können. Das baut Hürden ab und erleichtert den Austausch zwischen den Beraterinnen und den ratsuchenden Frauen. Aber auch Frauen, die direkt nach Rat oder Unterstützung suchen, profitieren von den Fördermitteln", betonte Niedersachsens Frauen- und Integrationsministerin Aygül Özkan bei ihrem heutigen Besuch bei kargah e.V.

Gefördert werden

- das landesweite Netzwerk „Interkulturelle Beratung bei häuslicher und sexueller Gewalt", das der Verein mit seiner Gewaltberatungsstelle für Migrantinnen „Suana" aufbaut. Mit dem Netzwerk soll den Beraterinnen in den Frauenunterstützungseinrichtungen gegen häusliche Gewalt eine Infrastruktur zur Verfügung gestellt werden, die sie fachlich in ihrer Beratungsaufgabe unterstützt. Weiteres Ziel ist, dass die bestehenden Hilfeeinrichtungen für Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund im Dunkelfeld von häuslicher Gewalt besser erreicht werden können. Der Aufbau des Netzwerkes wurde im Jahr 2011 mit Landesmitteln in Höhe von 35.000 Euro gefördert. 70.000 Euro stehen für die Weiterführung in 2012 zur Verfügung.

- das Krisentelefon "Gegen Zwangsheirat". Es steht Mädchen und Frauen, aber auch Männern, die gegen ihren Willen verheiratet werden sollen oder wurden, als erste Anlauf- und Beratungsstelle zur Verfügung. In 2011 haben 150 Betroffene um Unterstützung bei den Mitarbeiterinnen des Krisentelefons nachgesucht. In 2012 wird das Krisentelefon mit Landesmitteln in Höhe von 107.000 Euro gefördert. Neben der Erstberatung, die in verschiedenen Sprachen möglich ist, werden auch weitere Gespräche mit den Betroffenen geführt, um diese zu bestärken, für sich eine Entscheidung über ihre weitere Zukunft treffen zu können. Schließlich beraten die Mitarbeiterinnen des Krisentelefons auch Behörden und nichtbehördliche Organisationen zum Umgang mit von Zwangsheirat Betroffenen allgemein und in akuten Krisensituationen. Zurzeit fördert das Sozialministerium mit 14.000 Euro landesweit die Schulung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der niedersächsischen Jugendämter zum Thema Zwangsheirat, die ebenfalls von kargah e.V. angeboten werden.

- der integrative PC- Treff und die landesweit angebotenen mobilen PC- Schulungen für Migrantinnen und ihre Kinder, beides ebenfalls angesiedelt bei kargah e.V. und in 2012 mit insgesamt 69.000 Euro gefördert. In den zentral oder mobil durchgeführten Kursen werden den Frauen Grundqualifikationen im Umgang mit modernen Informations- und Kommunikationstechniken, sowie fachbezogene Deutschkenntnisse vermittelt. Es werden ca. 340 Unterrichtsstunden für Wochenend- oder Blockkurse und Tagesseminare, sowie ca. 220 Unterrichtsstunden für die Durchführung niedrigschwelliger offener fortlaufender Angebote gefördert. Die Teilnehmerinnenzahl liegt je Kursus zwischen sechs und zwölf Frauen.